Emir kassiert 1000 Franken Busse: «Komme nie mehr in die Schweiz»

Darum gehts
- Emir (30) will nach einer Busse von 1000 Franken nie mehr in die Schweiz reisen.
- Der in Dubai lebende Deutsche wurde kurz vor der Grenze bei Kreuzlingen kontrolliert.
- Er bestreitet, auf dem Pannenstreifen gefahren zu sein.
- Doch die Kantonspolizei Thurgau hat die Fahrt auf Video.
«Leute, ich war in der Schweiz und wurde da richtig hops genommen», beginnt Emir (30) sein Instagram-Video. Darin erzählt er, wie ihn die Schweizer Polizei während seiner Europatour kurz vor der deutschen Grenze bei Kreuzlingen TG kontrollierte und von ihm insgesamt 1000 Franken kassierte. 600 Franken Busse und 400 Franken Verfahrenskosten.
Der 30-jährige Deutsche wanderte vor sechs Jahren nach Dubai aus. Ende Sommer reiste er mit seiner Familie durch Europa. «Wir sind mit unserem Auto von Italien Richtung Deutschland gefahren, mit einem kurzen Zwischenstopp in der Schweiz», sagt Emir zu 20 Minuten. Die Familie verbrachte zwei Tage in der Schweiz und übernachtete in Zürich.
Bis kurz vor der deutschen Grenze sei der Aufenthalt schön gewesen, erzählt Emir. «Auf der Autobahn, maximal fünf Minuten vor der Grenze, hat mich ein ziviles Polizeiauto herausgenommen.» Die Polizei habe ihn gebüsst, weil er während der Fahrt sein Handy benutzt, den Pannenstreifen befahren und das Auto keine Autobahnvignette aufgeklebt gehabt habe.
«Auf dem Pannenstreifen war ich nie!»
Emir bestreitet einen Teil der Vorwürfe. Er sei nie auf dem Pannenstreifen gefahren. «Ich gebe zu, ich war kurz am Handy, um das Navi einzustellen, und eine Vignette hatte ich leider auch keine.» Laut dem 30-Jährigen hätte die Busse alleine nur 600 Franken gekostet. «Dann zahle ich bereits 600 Franken Busse und dann kommen noch 400 Franken Bearbeitungsgebühren dazu.» Für Emir ist dies unverständlich.
«Gehe nie mehr in die Schweiz»
Emir ärgert sich auch darüber, dass ihn die Polizei kurz vor der deutschen Grenze gebüsst habe. Für ihn sei nun klar, sein allererster Besuch in der Schweiz werde auch sein letzter sein. «Die Schweiz besuche ich nie mehr. Ich fühlte mich schlecht behandelt. Warum soll ich da noch hingehen?» Emir ergänzt: «Natürlich gibt es Regeln und an die muss man sich halten. Das enttäuscht mich jedoch, dass die Schweizer Polizei keine Toleranz zeigt.»
«Die Polizei hat mir gesagt, wenn ich nicht direkt zahle, dann werden sie mein Auto beschlagnahmen.»
Die Polizisten seien jedoch freundlich zu ihm gewesen. «Das war ein kurzer Prozess, ich habe schnell mit Karte bezahlt und konnte weiterfahren», sagt Emir. Weiter störte ihn, dass er keine Einsprache gegen die Busse einlegen konnte. «Die Polizei hat mir gesagt, wenn ich nicht direkt zahle, dann werden sie mein Auto beschlagnahmen.»
Er fuhr Schlangenlinien
Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt die Kantonspolizei Thurgau den Vorfall. «Die Einsatzkräfte stellten fest, dass der Fahrer über eine längere Strecke in leichten Schlangenlinien fuhr. Dabei geriet er mit seinem Fahrzeug immer wieder weit auf den Pannenstreifen», teilt ein Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau 20 Minuten auf Anfrage mit. Die Fahrt des 30-Jährigen hat die Polizei auf Video.
Findest du die Strafe angemessen?
Die Staatsanwaltschaft Thurgau bestätigt zudem, dass Verfahrenskosten von 400 Franken durchaus möglich sind. «Im Kanton Thurgau können die Verfahrensgebühren bei Erlass eines Strafbefehls zwischen 100 und 2000 Franken betragen», sagt Fabian Mörtl, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau, zu 20 Minuten. Die genaue Höhe wird anhand verschiedener Faktoren bestimmt.
Weitere Busse in Deutschland
Die Busse in der Schweiz war laut Emir die erste auf seiner Europatour. Es sollte aber nicht die letzte bleiben. In Köln kassierte er die nächste Busse – diesmal fürs falsche Parkieren. Auch diese Busse hielt er in einem Video fest.
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Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
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