Nach deutschen Strafmaßnahmen: Goethe-Institut in Russland wird geschlossen
Stand: 03.09.2026 • 07:25 Uhr
Als Reaktion auf den Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle will die Bundesregierung den Vertrag mit dem Russischen Haus kündigen. Moskau zieht nun nach und schließt Niederlassungen des Goethe-Instituts im Land.
Die Regierung in Moskau wird nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow die Goethe-Institute in Russland schließen. Dabei handele es sich um eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin, sagte der Minister der Nachrichtenagentur Interfax zufolge beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. "Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum von dort (Berlin) vertrieben wurde", so Lawrow.
Die Bundesregierung hatte die Schließung des Russland-Hauses als Reaktion nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. Berlin macht Moskau für den versuchten Angriff verantwortlich. Nach Erkenntnissen deutscher Ermittler richtete sich der Anschlagsversuch gegen eine ukrainische Frachtmaschine.
Kaum noch deutsche Einrichtungen tätig
Deutschland nehme bewusst in Kauf, dass der Schritt gegen das Russische Haus "eindeutig das Ende seiner kulturellen Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet", erklärte Lawrow weiter. Trotz aller Spannungen mit dem Westen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe das Institut bislang weiter arbeiten können.
Das Goethe-Institut gehört zu den letzten in Russland noch tätigen deutschen Einrichtungen. Neben der Hauptstelle in Moskau gibt es auch noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg. Russland hatte in der Vergangenheit bereits massenhaft Stiftungen und Organisationen für unerwünscht erklärt und dadurch mit Tätigkeitsverboten belegt.
Russland bestreitet Verbindung zum Drohnen-Vorfall
Am Vortag hatte das russische Außenministerium bereits den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt. Dieser Schritt war ein erster Protest gegen Berlins Sanktionen gewesen. Die Einbestellung sei wegen der antirussischen Handlungen und der Äußerungen der deutschen Führung erfolgt, teilte das russische Ministerium mit.
Moskau bestreitet eine Verbindung zum Drohnen-Vorfall. Es handele sich um "völlig aus der Luft gegriffene Vorwürfe", hieß es in einer Mitteilung nach dem Gespräch. Berlin greife zu "offener Provokation", um die russisch-deutschen Beziehungen zu untergraben.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatten in dieser Woche Russland für den Drohnenvorfall von Anfang August verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll.
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