Bei KI und Rüstung kooperieren: Merz will strategische Partnerschaft mit Südkorea ausbauen

Bei KI und Rüstung kooperierenMerz will strategische Partnerschaft mit Südkorea ausbauen
29.10.2026, 14:09 Uhr
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Russland und Nordkorea rücken militärisch enger zusammen. Für Deutschland und Südkorea stellt das ein gemeinsames Sicherheitsproblem dar. Bei seinem Besuch in Seoul vereinbart Kanzler Merz eine vertiefte Partnerschaft - von der Rüstung bis zur künstlichen Intelligenz.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auch mit dem dritten Land seiner Asienreise eine engere Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik vereinbart. "Wir brauchen mehr denn je ein starkes Netz von Partnern, die wichtige Interessen und gemeinsame Werte miteinander teilen", sagte Merz nach einem Treffen mit Südkoreas Präsidenten Lee Jae Myung in Seoul.
"Das gilt sicherheitspolitisch, das gilt wirtschaftlich und das gilt geopolitisch. Wir heben deshalb heute unsere Beziehungen auf die Ebene einer vertieften strategischen Partnerschaft", sagte der Bundeskanzler. In einer gemeinsamen Erklärung werden die Felder der Zusammenarbeit genannt, die von künstlicher Intelligenz bis zum Verteidigungsbereich reichen. Präsident Lee sprach sich für eine Rüstungskooperation beider Länder aus. "Koreanische Rüstungsunternehmen haben großes Interesse an langfristigen Partnerschaften mit Deutschland, etwa bei Joint Ventures und gemeinsamen Entwicklungen", sagte er.
Man wolle zudem ein Geheimschutzabkommen für militärische Verschlusssachen vereinbaren. "Wir bauen die Zusammenarbeit bei Autos, Batterien und Halbleitern aus und stärken Forschung und Innovation in KI, Quanten- und Biotechnologie sowie Raumfahrt", fügte er hinzu.
Europa und Asien sollen enger werden
Merz hatte bereits auf seinen Stationen in Singapur und Japan dafür geworben, dass Europa und Asien enger zusammenrücken. In Seoul betonte er, dass dies nicht nur wegen gleicher Interessen an einem multilateralen und regelbasierten Handel nötig sei. "Koreas Sicherheit berührt Europas Sicherheit und Europas Sicherheit berührt auch die Sicherheit von Korea", sagte er. So kämpften nordkoreanische Soldaten an der Seite Russlands im Donbass gegen die Ukraine. Im Gegenzug liefere Moskau an Nordkorea Waffen. Er dankte dem südkoreanischen Präsidenten dafür, dass dessen Land die Ukraine weiter unterstützen wolle.
Zuletzt hatte es Spannungen zwischen Kiew und Seoul gegeben, weil die ukrainische Führung die Überstellung gefangengenommener nordkoreanischer Soldaten an Südkorea bekannt gemacht hatte. Merz setzt am Freitag seinen Besuch in Südkorea mit einem Abstecher in die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea fort.
In Peking appellierte unterdessen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die chinesische Regierung, ihre Haltung gegenüber Russland im Ukraine-Krieg sowie in der internationalen Handelspolitik zu überdenken. China gilt als Hauptunterstützer Russlands. Am Freitag wird Steinmeier den chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen.
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