Proteste in Venezuela: Tausende fordern freie Wahlen
Bei den ersten landesweiten Protesten der Opposition in Venezuela seit fast zwei Jahren haben am Donnerstag (Ortszeit) Tausende Menschen freie Wahlen und politische Veränderungen gefordert. Zu den Kundgebungen in der Hauptstadt Caracas und mehreren anderen Städten hatte die Bewegung "Vente Venezuela" der im Exil lebenden Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado aufgerufen.
In Caracas mussten die Regierungsgegner auf einen anderen Ort ausweichen, da die regierende Sozialistische Partei zeitgleich einen eigenen Marsch veranstaltete.
Die Demonstranten forderten zudem die Freilassung von mehr als 320 Menschen, die nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal weiterhin aus politischen Gründen inhaftiert sind.
Proteste im September 2026: Anhänger der Oppositionspolitikerin Machado haben in Venezuela ihre sichere Rückkehr aus dem Exil gefordert.
28.09.2026 | 0:22 minNoch kein Termin für Wahlen genannt
Hintergrund der Proteste ist die unklare politische Zukunft des Landes, nachdem US-Streitkräfte im Januar den langjährigen Präsidenten Nicolas Maduro festgenommen hatten. Die von Maduros früherer Stellvertreterin Delcy Rodriguez geführte Übergangsregierung arbeitet seither eng mit den USA zusammen.
Sowohl Rodriguez als auch US-Präsident Donald Trump haben Wahlen in Aussicht gestellt, bislang jedoch keinen Termin genannt. Trump lobte zuletzt die wirtschaftliche Öffnung unter Rodriguez und erklärte im vergangenen Monat, für Wahlen sei es noch zu früh.
Nachdem Venezuelas Präsident Maduro von den USA festgenommen und entführt wurde, wagen viele geflohene Venezolaner die riskante Rückkehr in ihre Heimat – oft auf abenteuerlichen Wegen.
14.01.2026 | 6:46 minMachado fordert Wahlen bis Juli 2027
Oppositionsführerin Machado, die nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 untergetaucht war und das Land verlassen hatte, fordert hingegen eine Abstimmung bis spätestens Juli 2027. Machados Wunsch, in ihre Heimat zurückzukehren, hat in Washington für Unstimmigkeiten gesorgt.
Machado lebt im Exil in Panama. Nach Angaben ihrer Partei Vente Venezuela wurde sie bereits mehrfach an einer Rückkehr in ihr Heimatland gehindert.
Nach einer umstrittenen Präsidentschaftswahl hatte sich Maduro im Sommer 2024 zum Sieger erklärt. Es folgte eine Welle der Repression, bei der 28 Menschen getötet wurden. Zahlreiche Oppositionelle gingen ins Exil. Machado war eine Kandidatur von den venezolanischen Behörden damals untersagt worden.
Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado will ins Land zurückkehren.
02.03.2026 | 0:40 minQuelle: Reuters, AFP
Über das Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 23.10.2026 ab 5:30 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.