Griechenland verbietet Social Media für unter 15-Jährige
Verbot für unter 15-Jährige Griechenland schränkt Social-Media-Nutzung ein
Stand: 23.10.2026 • 17:44 Uhr
Auch Griechenland will Kinder und Jugendliche vor Gefahren Sozialer Medien schützen. Das Parlament hat ein Verbot für unter 15-Jährige beschlossen. Künftig sollen Plattformen das Alter ihrer Nutzer überprüfen.
Griechenland schränkt die Nutzung von Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche ein. Das Parlament hat ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige verabschiedet. Die Regelung soll ab dem 1. Januar 2027 gelten, wie griechische Medien berichteten.
Dimitris Papastergiou, Minister für digitale Regierungsführung und Künstliche Intelligenz, verteidigte den Schritt als notwendige, wirksame und verhältnismäßige Maßnahme. "Es wäre heute sehr einfach, überhaupt nichts zu tun und auf das perfekte europäische Gesetz zu warten", sagte er. Es sei aber notwendig, schon jetzt eine Botschaft zu senden. Die unkontrollierte Internetnutzung, die Kinder abhängig mache und ihrer psychischen Gesundheit schaden könne, dürfe nicht weitergehen, betonte der Minister.
Plattformen in der Pflicht
Die Plattformen müssen künftig das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Bei der Verifikation des Alters soll unter anderem die App "Kids Wallet" helfen. Sie wurde vom griechischen Ministerium für digitale Regierungsführung entwickelt.
Die Regierungs-App für Smartphones soll Eltern dabei unterstützen, ihre Kinder im Internet zu schützen. Dazu verknüpfen sie die App mit den Daten ihres Kindes. Bei einer Altersprüfung kann dann digital bestätigt werden, ob die Altersgrenze erreicht ist, ohne dass die Plattform sämtliche persönlichen Daten des Kindes erhält. Über die App können Eltern zudem aktive oder gesperrte Apps verwalten und Nutzungszeiten festlegen sowie Statistiken zur Bildschirmzeit verfolgen.
EU-Lösung geplant
Als erstes EU-Land hatte Frankreich im Juli ein Verbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren eingeführt. Der Verfassungsrat kippte das Gesetz jedoch im August mit der Begründung, es greife unverhältnismäßig in die Freiheit der Meinungsäußerung und Kommunikation ein.
Für eine EU-weite Lösung zum Schutz Minderjähriger im Internet hatte die EU-Kommission im September den EU Kids Act vorgelegt. Er sieht unter anderem ein Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige und eigene Konten erst ab 15 Jahren vor. Über den Vorschlag beraten derzeit das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten.
Bis die EU-Regelungen greifen, soll es auch in Deutschland eigene Beschränkungen geben. Zuletzt hatte das Kabinett eine Reihe von Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet beschlossen.
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