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Monday, October 26, 2026

Faktencheck – Wie und wo hybride Bedrohungen Europa zunehmend treffen

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In den vergangenen Wochen und Monaten haben Debatten über Russlands hybride Bedrohung gegen Europa an Intensität zugenommen. Die Nachrichten werden von Berichten von Sicherheits- und Militärvertretern über Vorfälle geprägt – von denen viele noch nicht vollständig geklärt sind.

Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition des Begriffs «hybride Bedrohungen» oder «hybrider Krieg». Das Europäische Kompetenzzentrum zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen (Hybrid CoE) bezeichnet diese aber als «Aktionen, die von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren durchgeführt werden, deren Ziel es ist, ein Ziel durch die Kombination offener und verdeckter militärischer und nichtmilitärischer Mittel zu untergraben oder zu schädigen».

Der Thinktank teilt Bedrohungsoperationen in drei Kategorien ein:

  1. Hybride Einflussnahme umfasst «weichere» Instrumente wie Informationsoperationen oder Einmischung in Wahlen.
  2. Hybride Bedrohungsoperationen umfassen beispielsweise bösartige Cyberaktivitäten.
  3. Am extremen Ende der Skala umfasst hybride Kriegsführung sogenannte kinetische Aktionen, die beispielsweise den Einsatz physischer Gewalt beinhalten.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen und teils unter ausdrücklichem Verweis auf hybride Bedrohungen haben mehrere europäische Regierungen Informationsbroschüren zur Krisenvorsorge verschickt. Auch wurden Kampagnen und Hinweise zur Vorbereitung der Bevölkerung auf Notlagen angepasst.

Wir müssen auf das Schlimmste vorbereitet sein.

«Es ist eine sehr ernste Situation», sagt Mikael Frisell, Generaldirektor der schwedischen Behörde für Zivilschutz und Resilienz, gegenüber Reportern von SVT. «Russland verfolgt eine Strategie zur Destabilisierung unserer Gesellschaften und konzentriert sich auf die westliche Unterstützung für die Ukraine.» Frisell betont: «Wir müssen uns dieser Situation mit proaktiven Massnahmen stellen und auf das Schlimmste vorbereitet sein.»

Übersicht zu den registrierten Vorfälle in Europa

Journalistinnen und Journalisten des Netzwerks der öffentlichen Medien Eurovision News Spotlight nutzten neben klassischen journalistischen Methoden auch Open-Source-Recherchen, um Vorfälle in europäischen Ländern zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober 2026 zu erfassen und zu verifizieren. Berücksichtigt wurden Ereignisse, die öffentlich als «hybride Angriffe» bezeichnet und von Sicherheits- oder Regierungsvertretern beziehungsweise in Medienberichten mit Russland in Verbindung gebracht wurden. Die Untersuchung konzentrierte sich auf physische Vorfälle sowie auf «einmalig einsetzbare Agenten», denen die Planung solcher Angriffe vorgeworfen wurde. Nicht berücksichtigt wurden Cyberangriffe, Einflussoperationen sowie Spionageaktivitäten, die ausgebildeten Geheimdienstmitarbeitern zugeschrieben werden.

In jüngster Zeit häufen sich mutmassliche Vorfälle im Schwarzen Meer. Dort wurden Handelsschiffe vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens wiederholt Ziel von Drohnenangriffen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte dazu, dass das Schwarze Meer zu «einer weiteren Eskalationslinie im russischen Krieg in der Ukraine» geworden sei. In ihrer jüngsten Rede zur Lage der Union vor dem Europäischen Parlament betonte sie: «Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen: Die hybriden Bedrohungen, mit denen Europa konfrontiert ist, sind immer weniger hybrid und immer weniger Bedrohungen.»

Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas fasste es am Rande der UNO-Generalversammlung folgendermassen zusammen: «Moskau versucht, Europa einzuschüchtern, damit es seine Unterstützung für die Ukraine reduziert.»

Es werden neue Staaten ins Visier genommen.

Teija Tiilikainen, Direktorin des Europäischen Kompetenzzentrums zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen, sagt gegenüber Eurovision News Spotlight, dass sowohl das Ausmass dieser Operationen als auch die eingesetzten Mittel zunehmen: «Es werden neue Staaten ins Visier genommen, und bei den Operationen kommen zunehmend neue Technologien zum Einsatz.»

Die SRG ist Mitglied des Netzwerks Spotlight. An der Recherche zur hybriden Bedrohung (siehe Karte) beteiligte sich auch das SRF-Netzwerk Faktencheck. Im Untersuchungszeitraum der letzten sechs Monate wurden allerdings keine entsprechenden Vorfälle mit Bezug zur Schweiz gefunden, die sich eindeutig zuordnen lassen.

Allerdings sei es schwierig, eine klare Schwelle zu definieren, da dies von der allgemeinen Sicherheitslage abhängen würde, so Tiilikainen. «Die Operationen werden zunehmend direkter und nehmen sogar militärische Formen an. Man kann sagen, dass die Grauzone zwischen Frieden und Krieg sowie der Raum für feindliche Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Angriffs grösser werden. Gleichzeitig werden neue Instrumente erprobt, ebenso wie die Belastbarkeit der euro-atlantischen Staaten sowie deren Reaktionen und Gegenmassnahmen getestet werden.»

Russland hat wiederholt jegliche Beteiligung an den Vorfällen bestritten. Moskau erklärt stattdessen, dass «westliche Hauptstädte einen echten hybriden Krieg gegen Russland erklärt haben», so Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums.

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