ESPNNFL refs union to challenge severity of 2 officials' suspensionsESPN DeportesCroacia sorprende a España y se adelanta con gol tempraneroThe Jerusalem PostBiden aide McGurk says Washington had no warning of Oct. 7, reveals how war shook White HouseFootball ItaliaBonucci: ‘Vialli’s words got inside you’ and were decisive at EURO 2020BBC NewsMan charged with GP's murderZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioRFIL’Américain Paramount finalise le rachat de Warner Bros pour créer le géant SkydanceStraits Times SportRonaldo accuses coach Jesus of broken promises but leaves Portugal return openRolling StoneWatch Future Weld Together an Animatronic in ‘Build a Bitch’ VideoRTP DesportoBenfica recebe Sporting na Luz na Liga feminina de futebol em 24 de outubrokickerLIVE! Perisic mit dem Tor, Matanovic mit der Großchance - Kane trifft in seinem 125. SpielGuardian SportEngland v Czechia: Nations League football – live
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 6, 2026

Nach Boykott-Debatte: Nati trifft Entscheid vor Israel-Spiel

Translate
Das steht für die Schweizer Nati an.20 Minuten / Sarah Linder

Darum gehts

  • Die Schweizer Frauen-Nati boykottiert die WM-Quali-Spiele gegen Israel nicht.
  • Nach einem konstruktiven Gespräch zwischen SFV, Teamrat und Nati-Anführerinnen wie Noelle Maritz und Nadine Riesen ist klar: Alle Spielerinnen treten an.
  • Sportlicher Koordinator Johan Djourou betont, der Sport stehe im Vordergrund und die israelischen Spielerinnen verdienten Respekt.

Brisante Ausgangslage vor den WM-Quali-Spielen der Schweizer Nati gegen Israel! So forderte Ex-Nati-Spielerin Noa Schärz den SFV in einer langen Mail auf, die WM-Playoff-Spiele gegen Israel zu boykottieren.

Den Insta-Post likten mehrere Fussballerinnen – etwa Ana Maria Markovic, aber auch Meriame Terchoun, die für die Israel-Spiele auf der Pikettliste steht, und die beiden Nati-Spielerinnen Coumba Sow und Lourdes Romero.

Doch kommt es beim Spiel, das wegen Israel vorverlegt wurde, tatsächlich dazu? Oder setzt die Nati ein anderes Zeichen, wie etwa Free-Palestine-Shirts zum Aufwärmen oder eine Schweigeminute vor dem Spiel?

Noa Schärz meldete sich auf Instagram zu Wort.

Noa Schärz meldete sich auf Instagram zu Wort.Claudio De Capitani/freshfocus

«Es war sehr konstruktiv»

Nein, kommt es nicht! Am Montagabend kam es zum Gespräch zwischen dem Verband und dem Teamrat sowie den Nati-Anführerinnen. Dem SFV war und ist es wichtig, alle Meinungen abzuholen. Und auf Nachhaken von 20 Minuten bestätigte Johan Djourou, Sportlicher Koordinator für die Schweizer Frauen-Nati, am Montag auch, dass der Verband einen Verzicht akzeptieren würde.

Beim Gespräch waren nebst einem Teil der Spielerinnen auch Djourou, Trainer Rafel Navarro und per Videocall Nati-Direktorin Marion Daube anwesend. Dass es zu keinem Boykott des ganzen Teams kommt, das bestätigte SFV-Mediensprecher Sven Micossé am Dienstag.

Weiter sagte er, dass das Gespräch sehr konstruktiv gewesen sei. Auch meinte er, dass am Matchtag selber keine Aktion geplant sei. Ob es sonst eine Aktion in irgendeiner Form gebe, werde man sehen.

Maritz erklärte angesprochen auf das Israel-Spiel und das Gespräch am Montagabend: «Es war sehr konstruktiv. Wir haben einige Punkte angesprochen und wir werden es auch nochmals mit dem ganzen Team besprechen.»

Vor ein paar Jahren gab es einen Russland-Boykott

Zu einem Boykott des Israel-Spiels kommt es also nicht. Und wie es derzeit aussieht, wird auch keine Nati-Spielerin auf die WM-Quali-Spiele verzichten. Vor ein paar Jahren sah das noch anders aus. 2022 nämlich. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine solidarisierte sich der Schweizer Fussballverband mit anderen Landesverbänden. Er forderte den Ausschluss der Russen aus der WM-Qualifikation.

Der SFV bezeichnete diese Haltung als «nicht verhandelbar» und betonte, dass sich dieser Boykott, wenn nötig, auch auf die erste Partie des Frauen-Nationalteams an der Europameisterschaft in England erstrecke, wenn das Team am 9. Juli gegen die Russinnen antreten sollte. Soweit kam es nicht. Die Diskussion erübrigte sich am Ende: Die Russinnen wurden von der Uefa ausgeschlossen, und die Schweiz traf an der Endrunde auf Portugal.

«Und jetzt haben wir halt dieses Los bekommen»

Maritz meinte angesprochen darauf, wie politisch sie sei: «Man sieht, was auf der Welt passiert. Wir informieren uns auch wie normale Menschen.» Sie betonte aber: «In einer solchen Situation muss man die sportliche Seite sehen. Wir wollen uns für die WM qualifizieren, das ist unser klares Ziel. Und jetzt haben wir halt dieses Los bekommen. Aber wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren.»

Bereits am Montag wurde Djourou deutlich. Der Sportliche Koordinator stellte klar, dass er gegen den Krieg im Allgemeinen sei, dass er nicht die Augen vor der Welt verschliesse und dass er, wenn kleine Kinder leiden würden, immer dagegen sei: «Immer!» Djourou: «Jetzt müssen wir aber die Spielerinnen von Israel respektieren. Der Sport steht im Vordergrund.»

Schweizer Programm WM-Qualifikation

Darum spielt die Nati in Ungarn gegen Israel

Doch warum findet das Spiel eigentlich ausgerechnet in der Nähe von Budapest statt? Nun, seit dem 7. Oktober 2023 trägt Israel seine Heimspiele aus Sicherheitsgründen im Ausland aus, häufig eben in Ungarn. Die beiden Länder pflegen enge politische Beziehungen, zudem lebt dort eine grosse jüdische Community.

Bereits im November 2023 bestritt die Schweizer Männer-Nati ihr Auswärtsspiel gegen Israel in Ungarn. Israel gehört seit 1994 der Uefa an, nachdem es 1974 aus politischen Gründen aus dem asiatischen Verband ausgeschlossen worden war.

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.