Nach Sexismus-Rausschmiss: Mobilezone holt Ex-Kadermann zurück

- Mobilezone stellt einen Ex-Kadermann wieder ein, der wegen eines sexistischen Videos entlassen worden war.
- Knapp zwei Jahre nach dem Rausschmiss ist er seit dem 1. September wieder in einer Führungsposition tätig.
- Mediensprecher Gregor Vogt begründet die Wiedereinstellung damit, dass der Mann sein Verhalten aufrichtig bereue und aufgearbeitet habe.
Sexistische Aussagen und dubiose Cashback-Methoden: Mehrere Ex-Mitarbeitende erhoben 2024 schwere Vorwürfe gegen ein damaliges Kadermitglied bei Mobilezone.
2017, als der Mann noch Regionalleiter war, kursierte in einem WhatsApp-Chat von Regionalleitern ein Video von ihm, das 20 Minuten vorliegt. Darin veranschaulicht er mit einer Barbie-Puppe, nach welchen Kriterien Frauen eingestellt würden – nämlich, nachdem sie sich entblösst hätten.
Nachdem 20 Minuten Mobilezone das Video im November 2024 vorgelegt hatte, reagierte der Konzern deutlich: Man sei «schockiert», distanziere sich «in aller Form» von dem Verhalten und habe die «nötige Massnahme» getroffen und das Arbeitsverhältnis beendet. 20 Minuten berichtete.
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Wieder zurück in hoher Funktion
Nun, knapp zwei Jahre später, nachdem das ehemalige Geschäftsleitungsmitglied gemäss seinem Linkedin-Profil zuerst freiberuflich und dann mehrere Monate bei einem Schweizer Unternehmen für Online-Verzeichnisse arbeitete, ist er wieder zurück bei Mobilezone. Einer internen Mitteilung zufolge, die 20 Minuten vorliegt, ist der Mann seit dem 1. September wieder in einer Führungsposition im Unternehmen tätig. Im Schreiben an die Mitarbeitenden hebt Mobilezone unter anderem seine «langjährige Führungserfahrung» und sein «tiefes Verständnis für unsere Kultur» hervor.
Warum Mobilezone dem Mitarbeitenden eine zweite Chance gibt
Mediensprecher Gregor Vogt bestätigt die Wiedereinstellung. Als Grund für die zweite Chance nennt er, Mobilezone habe den Fall 2024 «konsequent aufgearbeitet» und die Vorwürfe abgeklärt. «Dabei hat sich auch gezeigt, dass nicht alle damals erhobenen Vorwürfe bestätigt werden konnten.» Nach einer Phase ausserhalb des Unternehmens sei die Wiedereinstellung «nach eingehender Prüfung und im Wissen um die Sensibilität des Falls» erfolgt.
«Er bereut sein damaliges Verhalten aufrichtig»
Der Vorfall im Video liege rund zehn Jahre zurück. Das ehemalige Kadermitglied, das zuvor viele Jahre für Mobilezone tätig gewesen war, «bereut sein damaliges Verhalten aufrichtig und hat es in der Zwischenzeit aufgearbeitet», sagt Vogt. «Diese Punkte entschuldigen das Verhalten nicht», seien aber Teil der Gesamtbeurteilung. Die heutige Wiedereinstellung sei «Ausdruck unserer Überzeugung, dass Menschen aus Fehlverhalten lernen und nach einer glaubwürdigen Aufarbeitung eine zweite Chance verdienen können».
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«Die Kündigung war die richtige Konsequenz»
Gleichzeitig hält der Konzern daran fest, dass die damalige Kündigung die «richtige Konsequenz» gewesen sei. «Das gezeigte Verhalten war und ist mit unseren Werten nicht vereinbar», so Vogt. Man habe sich «in aller Form» davon distanziert und unmittelbar gehandelt. Daran ändere auch die erneute Anstellung nichts. Mobilezone betont weiter, der Schutz der Mitarbeitenden habe «oberste Priorität». Sexismus, Diskriminierung und Belästigung würden nicht geduldet.
Thomas Sennhauser (ths), arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er begann als Videojournalist und wechselte nach zwei Jahren ins Ressort News wo er über gesellschaftliche Themen und Analysen zu Geschehnissen im Ausland schreibt.
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