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Tuesday, September 15, 2026

Trump macht Kennedy Center per sofort dicht

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  • US-Präsident Donald Trump kündigt die sofortige Schliessung des Kennedy Centers in Washington an.
  • Als Grund nennt er Sicherheitsbedenken und dringende Renovierungsarbeiten.
  • Ein Richter untersagte zuerst Trumps Namensaufnahme in die Bezeichnung, dann auch den Zusatz «von Donald J. Trump renoviert und restauriert» an der Fassade.

Washingtons grösste öffentliche Kultureinrichtung, das Kennedy Center, wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump umgehend geschlossen.

Grund dafür seien Sicherheitsbedenken und dringend notwendige Renovierungsarbeiten, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Die Arbeiten könnten jedoch erst beginnen, wenn ein Berufungsgericht über die geplante Umbenennung entschieden habe.

Das von Trump eingesetzte, mit Vertrauten besetzte Gremium hatte beschlossen, Trumps Namen in die Bezeichnung der Einrichtung aufzunehmen und diesen auch an der Fassade anzubringen. Ein Richter stoppte diese Pläne jedoch Ende Mai. Er begründete dies damit, dass der Kongress dem Kennedy Center einst seinen Namen gegeben habe und deshalb auch nur das US-Parlament diesen ändern dürfe. Das Kennedy Center legte Berufung ein; über diese wurde bislang nicht entschieden.

Trump will seinen Namen am Kennedy Center

Nach dem Gerichtsentscheid kündigte das Gremium an, stattdessen eine andere Würdigung an der Fassade anzubringen: «von Donald J. Trump renoviert und restauriert». Auch dies untersagte der Richter am Dienstag. Kurz darauf beschloss das Gremium die Schliessung des Hauses.

Das Kennedy Center am Potomac wurde nach Präsident John F. Kennedy (1917–1963) benannt. Trump hatte die Einrichtung kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 unter seine Kontrolle gebracht.

Das Kennedy Center am Potomac wurde nach Präsident John F. Kennedy (1917–1963) benannt. Trump hatte die Einrichtung kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 unter seine Kontrolle gebracht.Andrej Sokolow/dpa

Nach Angaben von zwei CNN-Quellen hatte sich Trump am Dienstag telefonisch zugeschaltet und die demokratische Kongressabgeordnete Joyce Beatty, die dem Gremium angehört, scharf beschimpft. «Es war total verrückt», sagte eine der Quellen. Beattys Klage richtet sich gegen die geplante Aufnahme von Trumps Namen in die Bezeichnung des Gebäudes. Eine weitere Quelle berichtete, Trump habe geschrien. Daraufhin habe Beatty ihm vorgeworfen, das Kennedy Center in tiefe Schulden gestürzt zu haben.

Im Kennedy Center am Fluss Potomac im Herzen Washingtons werden traditionell alle Sparten von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) benannt. Trump hatte die Einrichtung kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 unter seine Kontrolle gebracht, mehrere Mitglieder des Kuratoriums entlassen und dessen Vorsitz übernommen. Zugleich kündigte er einen Kampf gegen «anti-amerikanische Propaganda» in der Kulturwelt an. Die angekündigte Umbenennung löste grosse Proteste aus; Künstlerinnen und Künstler sagten Auftritte ab.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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