Nach Kritik verschwindet die Luxus-Lounge aus der Dolder-Badi

- Die Moët-&-Chandon-Lounge in der Dolder-Badi in Zürich wird nach Kritik bis Ende August abgebaut.
- Die Lounge hatte für Empörung gesorgt, weil die Stadt die sanierte Badi mit rund 20 Millionen Franken finanziert hat.
- Auch 2027 soll es kein ähnliches Angebot mehr geben – die Wellen kehren aber ebenfalls erst dann zurück.
Die Champagner-Lounge in der Dolder-Badi ist bald Geschichte. Wie die «NZZ» berichtet, wird der exklusive Bereich bis Ende August wieder abgebaut. Auch im nächsten Sommer soll es kein ähnliches Angebot mehr geben.
Die Moët-&-Chandon-Lounge hatte kurz nach der Wiedereröffnung der sanierten Badi für rote Köpfe gesorgt. Dort konnten Gäste für 16 Franken ein Glas Champagner trinken, dazu gab es einen Liegestuhl, Sonnenschirm und das Gefühl von Exklusivität. Eine Flasche Champagner kostete bis zu 108 Franken.
Stadt war offenbar überrascht
Brisant war das Angebot vor allem, weil die Stadt Zürich die Sanierung der Dolder-Badi mit rund 20 Millionen Franken bezahlt hat. Viele fragten sich deshalb: Passt eine Champagner-Lounge in eine Badi, die eigentlich für alle da sein soll?
Die Idee für die Lounge kam laut «NZZ» nicht von der Stadt, sondern vom Betreiber – dem Fünfsternehotel Dolder Grand. Das Hotel ist für das Gastronomieangebot verantwortlich und eröffnete die Lounge offenbar in Eigenregie. Nach der Kritik kündigte das Sportamt an, mit dem Betreiber über das Angebot zu sprechen. Dieses Gespräch hat inzwischen stattgefunden. Das Resultat: Die Lounge wird vor Saisonende abgebaut.
Spezieller Deal mit dem Dolder
Hinter der Badi steht ein spezielles Konstrukt. Die Stadt hat das Dolderbad für 30 Jahre im Baurecht übernommen. Das bedeutet: Sie darf die Anlage sanieren und nutzen, das Land bleibt aber beim Dolder.
Betrieben wird die Badi weiterhin vom Dolder. Auch das Restaurant, Openair-Kino, Barbecue und Konzerte liegen in dessen Verantwortung. Die Eintrittspreise konnte die Stadt hingegen mitbestimmen. Erwachsene zahlen acht Franken – gleich viel wie in anderen städtischen Freibädern.
Was hältst du davon, dass die Champagner-Lounge in der Dolder-Badi wieder verschwindet?
Wellen kommen erst nächstes Jahr zurück
Nicht nur die Champagner-Lounge sorgt für Diskussionen. Auch die Wellen fehlen weiterhin. Das Dolderbad war einst die erste Badi der Schweiz mit künstlichen Wellen. Die alte Maschine war seit 2006 kaputt und sollte im Zuge der Sanierung wieder instand gesetzt werden.
Dann zeigte sich aber: Der Zustand war schlechter als erwartet. Die Stadt musste eine neue Wellenmaschine bestellen. Das führte zu Mehrkosten von 380’000 Franken und Verzögerungen. Das Wellenbad soll nun erst im Sommer 2027 zurückkehren.
Stadt zahlt jährlich über zwei Millionen
Gar nicht mehr zurück kommt das Sprungbrett. Bei der Sanierung zeigte sich, dass das Becken dafür nicht tief genug ist. Auch deswegen gingen bei der Stadt Beschwerden ein. Trotz Kritik zieht das Sportamt eine positive Zwischenbilanz. Man erhalte viele gute Rückmeldungen. Zudem werde das Dolderbad seit der Wiedereröffnung stärker besucht als zuvor.
Ganz billig ist die Badi für die Stadt aber nicht. Neben den rund 20 Millionen Franken Sanierungskosten zahlt Zürich jährlich 550’000 Franken an das Dolder für den Betrieb der Badi und der daneben liegenden Kunsteisbahn. Dazu kommen laut «NZZ» jährliche Folgekosten von 1,57 Millionen Franken.
Aktiviere jetzt den Zürich-Push!
Mit dem Zürich-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Zürich, Aargau und Schaffhausen blitzschnell auf dein Handy geliefert.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!
Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
