Was schon nach Klopp aussieht - und wo noch Luft nach oben ist
Vier Spiele, ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage: Das ist die nackte DFB-Bilanz in der Nations League. Doch wie viel Jürgen Klopp steckt bereits in der deutschen Nationalmannschaft? Welche Hebel greifen - und wo ist noch Verbesserungsbedarf?

Lebt Intensität am Spielfeldrand vor: Bundestrainer Jürgen Klopp IMAGO/pepphoto
Bei seiner Vorstellungs-PK im Juli wurde Jürgen Klopp nach dem "Klopp-Fußball" gefragt. Seine Antwort: "Gegenpressing ist wichtig, eine gute Organisation, stabil zu stehen." Im Vergleich zur 37 Partien umfassenden Amtszeit seines Vorgängers Julian Nagelsmann liegt die durchschnittliche Balleroberungslinie unter dem aktuellen Bundestrainer knapp zwei Meter höher. Die Zahl der hohen Ballgewinne stieg dagegen nur leicht - von 9,7 auf 10,3 pro Begegnung. Beide Werte liegen aber deutlich unter denen aus der Amtszeit von Hansi Flick, der von 2021 bis 2023 Nationaltrainer war und heute den FC Barcelona coacht.
Ein aussagekräftiger Gradmesser für die Pressing-Intensität ist der sogenannte PPDA-Wert. Er beschreibt, wie viele gegnerische Pässe außerhalb des eigenen Verteidigungsdrittels zugelassen werden, geteilt durch die Defensivaktionen - etwa Balleroberungen, Tacklings oder Zweikämpfe - der pressenden Mannschaft in diesem Bereich.
PPDA-Wert entscheidet nicht allein über den Erfolg
Je niedriger der Wert, desto intensiver das Pressing. Mit 7,9 lag das DFB-Team vor den Dienstagsspielen der Nations League gemeinsam mit Ralf Rangnicks Österreichern auf dem niedrigsten Wert der laufenden Saison. Dass das allein noch keinen Erfolg garantiert, zeigt der Blick zurück auf die WM: Schon dort hatte Deutschland mit 7,6 den geringsten PPDA-Wert aller 48 Nationen.
Klopps Gegentorschnitt liegt bislang bei 0,5 pro Spiel. Das Ziel, defensiv stabiler zu stehen, scheint damit zumindest auf einem guten Weg - auch wenn die Gegner einzuordnen sind: Griechenland agierte in beiden Duellen über weite Strecken sehr defensiv, Serbien war offensiv zudem nicht existent. Zum Auftakt gegen die Niederlande ließ das DFB-Team noch zehn Torschüsse auf das eigene Tor zu. In den drei folgenden Begegnungen waren es insgesamt nur noch vier. Im Schnitt lediglich 3,5 zugelassene Chancen sind weniger als unter Klopps Vorgängern Nagelsmann (4,6) und Flick (3,9).
Offensiv muss eine Schippe draufgelegt werden
Und offensiv? Da bleibt definitiv Luft nach oben. Zwar gab die Mannschaft im Schnitt 20 Torschüsse pro Partie ab - mehr als unter Nagelsmann (17,0) und Flick (18,4). Der Ertrag von nur drei Toren ist jedoch überschaubar. Ein Grund: Gerade einmal 4,8 Schüsse pro Partie gingen auch tatsächlich aufs Tor. Dieser Wert liegt deutlich unter dem von Nagelsmann (6,3) und Flick (6,9). Das überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass 43 Prozent aller Torschüsse in dieser Nations League von außerhalb des Strafraums kamen. So liegt der xGoals-Wert unter Klopp bei gerade einmal 2,0 pro Spiel - und damit unter den Werten seiner Vorgänger (2,2 und 2,6).
Bei allen Vergleichen gilt: Vier Spiele liefern noch keine allzu aussagekräftige Datenbasis. Erste Tendenzen sind dennoch zu erkennen.
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