Studie warnt vor 150'000 Litern Heizöl im Schutt von Blatten

- Eine neue Umweltstudie zeigt: Unter dem Schutt von Blatten liegen rund 150'000 Liter Heizöl und Treibstoff.
- Messungen zeigen derzeit keine Belastung des Grundwassers. Doch die problematischen Stoffe können auch später noch freigesetzt werden.
- Der Kanton will die Gewässer langfristig überwachen – im gesamten Lötschental.
Den 28. Mai 2025 wird in der Gemeinde Blatten im Wallis niemand vergessen. Damals brach der Birchgletscher ab und verschüttete den ganzen Ort. Wo vorher Menschen lebten, fand sich auf einmal ein Schuttberg von mehr als drei Millionen Kubikmetern. Darunter ganze Häuser, Maschinen und rund 150'000 Liter Heizöl und Treibstoff. Das zeigt eine vom Kanton in Auftrag gegebene Umweltstudie, wie SRF schreibt. Wie viel davon beim Bergsturz ausgetreten sei und wie viel aktuell noch in Tanks oder im Schutt stecke, sei unbekannt.
Ölflecken kündeten schon lange von der Gefahr
Dass es Gefahrenstoffe unter dem Schutt hat, war schon lange klar. Schon kurz nach dem verheerenden Bergsturz war von «ernsthaften Umweltgefahren» die Rede. «Die Situation ist heikel», sagt Christine Genolet-Leubin, Chefin der Umweltbehörde, damals dem «Boten». Es bestehe das Risiko, dass Heizöl austritt. Schon im Monat nach der Katastrophe wurden laut Dienststelle für Umwelt des Kantons Wallis am damals neu entstandenen See Kohlenwasserstoff-Rückstände festgestellt. Sie sind es auch, von denen die mit Abstand grösste Gefahr für die Umwelt ausgehe, zitiert SRF aus der Studie. Auch Ölflecken wurden sichtbar. Ein Teil der Substanzen war also bereits schon ausgetreten. Wie viel ist bis heute unklar.
Aktuell keine Gefahr
Gemäss den Autorinnen und Autoren der Studie bestehe die Gefahr, dass Schadstoffe in das Grundwasser gelangen, so die Autoren. Allerdings seien die bisherigen Messungen unauffällig gewesen. Das Risiko ist damit aber nicht gebannt, so SRF unter Berufung auf die Untersuchung: Deshalb wolle der Kanton Wallis die Überwachung von Oberflächengewässern und Grundwasser langfristig weiterführen und sogar ausbauen. Das ganze Lötschental soll im Fokus stehen.
Einem Wiederaufbau stehen die 150'000 Liter Kraft- und Brennstoffe nicht im Weg, so Genolet-Leubin. Entscheidend sei, wie auf der Schuttmasse des alten Dorfes gebaut werde. Dabei müssten mehrere Dinge bedacht werden: etwa, ob es Drainagen brauche. Auch an die Zukunft müsste gedacht werden. Denn einzelne Schadstoffe könnten auch Jahrzehnte später noch freigesetzt werden. Zum Beispiel, weil die Öltanks rosten und dann ihren Inhalt freisetzen, zitiert SRF den Altlastenexperten Walter Wildli: «Früher oder später kommt das Öl dann ins Oberflächen- oder eventuell ins Grundwasser.»
Derzeit ist geplant, dass bereits 2029 die ersten Bewohnenden nach Blatten zurückkehren.
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