Ostdeutsches Bundesland wählt – Polarisierter Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern

Am nächsten Sonntag wird im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (MV) der Landtag neu gewählt. Die SPD stellt mit Manuela Schwesig zurzeit die Ministerpräsidentin des Bundeslandes. Sie wird in ihrem Wahlkreis vom Co-Vorsitzenden der Landes-AfD, Leif-Erik Holm, herausgefordert.
Vier Tage vor der Landtagswahl traf die Ministerpräsidentin auf ihren Herausforderer und Bundestagsabgeordneten von der AfD bei einem TV-Duell im Norddeutschen Rundfunk NDR.
Punkten mit Amtsbonus
Manuela Schwesig steigt mit dem Slogan «Die Frau gegen Blau» in den Endspurt des Wahlkampfes. In Umfragen liegt die AfD wenige Punkte vor der SPD, aber bei den Beliebtheitswerten hängt die Ministerpräsidentin den Konkurrenten ab. Das betont sie gerne und oft: Punkten mit dem Amtsbonus.
Leif-Erik Holm dagegen hofft, die AfD-Erfolgswelle aus Sachsen-Anhalt möge an die Ostseeküste schwappen.
Sie treten mit einem Bankräuber an, der eine Frau bedroht hat.
Schwesig zeigte sich im TV-Duell angriffslustig gegen den sehr gemässigt auftretenden Holm. «Man muss hinter ihre Kulissen schauen. Sie treten mit einem Bankräuber an, der eine Frau bedroht hat», sagte Schwesig. Holm entgegnet: «Jetzt kommt diese Geschichte wieder.»
Weiter sagte Schwesig: «Sie treten mit einem Abgeordneten an, der gepostet hat: ‹Messer gegen mich, jetzt einen sexistischen Post›. Sie treten an mit Abgeordneten, die behaupten, Frauen wären nicht geeignet für die Politik. Das sind die Männer in ihrer Truppe, die uns Frauen klein machen wollen, bedrohen wollen, und das wird es mit mir nicht geben.»
Sie polarisieren hier in diesem Land und sie schüren Ängste.
Das mit dem Bankräuber habe man nicht gewusst, sagte der ehemalige Radiomoderator Holm und setzte auf Gegenangriff. «Sie polarisieren hier in diesem Land und sie schüren Ängste. Sie schüren wieder Ängste – jetzt mit der neuen Masche ‹Frauenrechte abschaffen›.» Dies sei völliger Unsinn, betonte Holm.
«Das wollen wir überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns für unsere Frauen ein. Wir wollen Wahlfreiheit, beispielsweise bei der Kindererziehung. Wir wollen auch dafür sorgen, dass unsere Frauen wieder sicher durch die Städte kommen», fuhr der AfD-Bundestagsabgeordnete fort.
Mobilisierung in den letzten Tagen
Gesellschaft und Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern sind polarisiert. Hier die AfD – auf der anderen Seite alle anderen Parteien. Jeder vierte Wahlberechtigte im ostdeutschen Bundesland hat sich noch nicht entschieden. Es gilt, die vielen Nichtwählerinnen und Nichtwähler zu mobilisieren. Es bleibt also spannend.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die ganze politische Republik auf die CDU starrt. In Umfragen ist sie zur Kleinpartei geschrumpft. Bundeskanzler Friedrich Merz ist massiv angeschlagen, seine Partei hochnervös. Sollte die CDU an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und aus dem Schweriner Parlament fliegen, könnte das direkten Einfluss auf die politische Zukunft des Kanzlers haben. Es ist zwar nur eine kleine Landtagswahl, aber eine mit grosser Sprengkraft.
Übrigens: Am 20. September wird auch in der Hauptstadt Berlin ein neues Parlament gewählt.
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