The Jerusalem PostNetanyahu defense challenges Mandelblit over police questioning of key state witnessESPNLisandro Martinez's Man United outburst: Why do Premier League executives stay silent?PunchOsun APC rejects short notice for Tinubu campaign councilBollywood HungamaEXCLUSIVE: Ramayana's South distributors locked; Dil Raju bags Andhra-Telangana, Yash takes Karnataka, Think Studios gets Tamil Nadu, E4 Entertainment acquires KeralaDaily MaverickBusiness Reflection: Loaded for Bear: MTBPS shines light on lost revenue from missed mining opportunitiesRTP DesportoProva de Supertubos suspensaColliderJon Bernthal’s Forgotten Taylor Sheridan Thriller Officially Sets Netflix on FireZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDFBusiness AMBijna de helft van de defensie-uitgaven van België gaat naar eigen bedrijvenGolem.deAnzeige: Gruseliger Bestpreis - Amazon senkt Lego-Halloweenkranz auf 25 EuroStraits Times SportWhen did Son Heung-min become he-who-must-not-be-named?The South AfricanCrime is taking over South Africa’s favourite holiday destinations
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, October 22, 2026

Zu laut, zu wild, zu viel? – Diese Geigerin macht Musik nach ihren eigenen Regeln

Translate

Sie lacht zu laut, spricht zu schnell und fühlt sich manchmal einfach zu viel. Zumindest beschreibt sich Alexandra Seywald so in einem ihrer eigenen Lieder. Die 30-jährige Österreicherin ist klassisch ausgebildete Geigerin, spielt Klavier, singt, komponiert und schreibt Texte. Und sucht nach einer musikalischen Form, in der sie sich selbst sein kann.

«Ich will nicht cool sein. Ich bin lieber frei.» Die Zeilen aus einem ihrer Lieder könnten auch Seywalds Motto sein. Sie bewegt sich selbstverständlich zwischen Klassik, Volksmusik und Pop und wechselt mühelos zwischen verschiedenen Instrumenten. Welche Form ihre Ideen annehmen, entscheidet sie oft intuitiv.

Mal entsteht daraus ein Instrumentalstück, mal ein Lied, mal ein gesprochener Text. Über ihren musikalischen Zugang sagt Seywald: «Das ist einfach mein Mittel, das zu geben, was aus mir raus muss.» Entscheidend sei für sie, ihre eigene Stimme zu finden.

Eine Geige muss nicht schön klingen

Alexandra Seywald wächst in Salzburg in einer Musikerfamilie auf. Sie studiert Geige am Mozarteum in Salzburg und an der Zürcher Hochschule der Künste. Den hohen Perfektionsanspruch, den sie im klassischen Musikbetrieb erlebt, sieht sie allerdings kritisch: «Ich sehe das Geigenspiel nicht als Versuch, alles schön klingen zu lassen.»

Person spielt konzentriert Geige, Nahaufnahme.
Legende: Die Geigerin Alexandra Seywald strebt nach mehr als schönen Tönen. Sie will die ganze Vielfalt der Musik ausschöpfen. SRF

Das Instrument biete unzählige klangliche Möglichkeiten, der schöne Ton sei nur einer von vielen. Seywald möchte diese Vielfalt ausschöpfen und Musik nicht auf technische Perfektion reduzieren. In der klassischen Musik wünscht sie sich mehr Offenheit und Raum für persönlichen Ausdruck.

Auch die Volksmusik prägt diesen Zugang. Dort schätzt Seywald besonders die unmittelbare Spielfreude und den ungezwungenen Umgang mit Musik. Sie findet dort jene unbeschwerte Neugier wieder, mit der sie schon als Kind verschiedene Ausdrucksformen ausprobierte.

Verletzlichkeit als Stärke

Wie diese Experimentierfreude klingt, zeigt Seywald in ihrem ersten Soloprogramm «Heldin sein». Darin spielt sie Geige und singt dazu, oder sie setzt sich ans Klavier und ergänzt einen Walzer von Schubert um eine eigene Melodie. Dazwischen stampft sie mit den Füssen, schreit oder lässt einen Juchzer hören.

Ihren Solo-Auftritt hat sie im Rahmen der SRF-Talentförderung «Kultur Debut» entwickelt und Anfang September am Between Mountains Festival im Baselbiet zum ersten Mal gezeigt.

Grafische Darstellung mit lila Hintergrund und weissem Text.
Legende: SRF

Was «Best Talent» im Bereich Pop und Rock ist, ist SRF Kultur «Debut» für die Genres Klassik und Jazz. Unter diesem Label stellt SRF jedes Jahr Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker vor, von denen zwei bis drei intensiver begleitet werden.

SRF Kultur «Debut» ermöglicht Alexandra Seywald einen Soloauftritt am aussergewöhnlichen Festival «Between Mountains». Dort treffen klassische, zeitgenössische und elektronische Musik aufeinander und werden in einem alternativen Setting einem jungen Publikum zugänglich gemacht. «Debut» ermöglicht nicht nur diese Chance, sondern begleitet Alexandra Seywald auch redaktionell: mit einem Konzertmitschnitt, Audiobeiträgen und einem Videoporträt.

In einem Lied erzählt sie von einem imaginären Planeten, auf den sie sich manchmal zurückzieht, wenn ihr die Welt zu viel wird. Mit ihrer Musik möchte Seywald ihr Publikum dorthin mitnehmen: «Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meine Welt zu teilen.»

Heldin sein

Neben ihrer Musik trägt sie auch selbst geschriebene Texte vor. Für Seywald sind sie «fast wie Tagebucheinträge», erzählt sie: ungefiltert und aus einem starken Bedürfnis heraus entstanden. Darin geht es unter anderem um Themen wie Verlust und Sehnsucht.

Sich mit diesen persönlichen Gedanken vor ein Publikum zu stellen, verlangt Mut. In dieser Offenheit liegt für Seywald eine grosse Kraft: «Was mich besonders stark macht in meiner Kunst, ist die Verletzlichkeit. Aber genau das ist auch das, was dann nahbar ist und was resonieren kann in anderen.»

Im Mittelpunkt ihres Schaffens steht für sie die Verbindung zwischen Menschen: «Heldin sein» bedeutet für Seywald, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung in sich selbst zu finden – und diese mit anderen zu teilen.

Am 22. Oktober gibt es eine Konzertübertragung vom Between Mountains Festival 2026 mit Alexandra Seywald: Die Sendung «Im Konzertsaal» ist von 20 bis 22 Uhr auf Radio SRF 2 Kultur zu hören.

(Live-Mitschnitte vom 5. September 2026, Holdenweid in Hölstein BL)

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 22.10.2026, 17:20 Uhr.

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.