USA verkünden Einigung im Streit mit Dänemark und Grönland
Die Vereinigten Staaten haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump mit Dänemark und Grönland auf eine dauerhafte Ausweitung ihrer Militärpräsenz auf der Arktis-Insel geeinigt. Gegner der USA dürften ohne deren Zustimmung keine "sensiblen Investitionen" mehr auf Grönland tätigen und keine Armeestützpunkte dort errichten, schrieb Trump in sozialen Medien.
Die dänische Regierung teilte lediglich mit, die Vereinbarung sei "gut für die NATO und für Europa"; sie stärke die Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktis. Das Abkommen, das voraussichtlich in der kommenden Woche unterzeichnet werde, wahre "die Souveränität und territoriale Integrität" Dänemarks. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte in einer Stellungnahme, "die Interessen Grönlands und unser Platz in der internationalen Zusammenarbeit" würden anerkannt.
Rutte vermittelte erfolgreich
Im vergangenen Winter hatte Trump wiederholt die Annexion des zu Dänemark gehörenden Grönlands gefordert und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Nach einem von NATO-Generalsekretär Mark Rutte vermittelten Kompromiss auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos im Januar ließ der US-Präsident vorerst von seiner Forderung ab.

Grönland liegt geostrategisch günstig im Nordatlantik beziehungsweise im Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Trump verwies zuletzt auf eine angebliche Präsenz russischer und chinesischer Schiffe nahe der Insel. Die USA unterhalten dort bereits eine Militärbasis. Die Pituffik Space Base dient unter anderem der Überwachung von Weltraumaktivitäten und Raketenstarts. Sie geht auf ein Verteidigungsabkommen zwischen Washington und Kopenhagen zurück, das 1951 geschlossen und später ergänzt wurde.
Drei neue US-Stützpunkte?
Es erlaubt Washington bereits, Truppeneinsätze und militärische Einrichtungen auf der Insel auszuweiten, sofern Dänemark und Grönland informiert wurden. Mehrere US-Medien berichten nun, das Militär der Vereinigten Staaten wolle drei neue Stützpunkte im Süden Grönlands errichten. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es nicht.

Der US-Präsident hatte den Anspruch auf die zu vier Fünfteln von Eis bedeckte Insel stets mit Sicherheitsinteressen begründet. Tatsächlich liegt Grönland, das rund 60.000 Einwohner hat, unter einer theoretisch möglichen Flugbahn russischer Raketen in Richtung USA. Beobachter verweisen jedoch auch auf große Rohstoffvorkommen in dem Gebiet, die Begehrlichkeiten bei den Vereinigten Staaten ebenso wie bei China und Russland weckten.
jj/pg (dpa, afp, rtr)
Grönland: Welche Schätze lagern unter dem Eis?
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