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Thursday, October 1, 2026

Büsi könnten Weg für neue Krebsbehandlungen beim Menschen ebnen

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  • Forschende haben 13 Tumorarten bei fast 500 Katzen genetisch untersucht.
  • Sie entdeckten auffällige genetische Gemeinsamkeiten mit Krebserkrankungen beim Menschen.
  • Die Erkenntnisse könnten zu neuen Krebstherapien bei Katzen und Menschen beitragen.

Mehr Katzentumore hat noch nie ein Forschungsteam genetisch analysiert: Eine internationale Gruppe hat nun 13 verschiedene Tumorarten bei fast 500 Katzen aus fünf Ländern untersucht. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf sogenannte orthologe Gene (siehe Box), die bekanntermassen an Krebs beteiligt sind. Die Erkenntnisse könnten unser Verständnis von Krebs bei Mensch und Tier verbessern, teilt die kanadische University of Guelph mit.

Orthologe Gene: Was ist das?

Dabei handelt es sich um Gene in verschiedenen Arten, die auf ein gemeinsames Ursprungsgen im letzten gemeinsamen Vorfahren zurückgehen. Sie entstanden durch die Aufspaltung von Arten und besitzen häufig eine ähnliche oder gleiche Funktion.

Wie das?

Hauskatzen leben mit Menschen zusammen und teilen sich dieselbe Umgebung. Damit sind sie auch denselben Umweltfaktoren ausgesetzt wie diese. Etwa Passivrauch und anderen Schadstoffen im Haushalt. Entsprechend hofft das Team, zu dem auch Forschende der Universität Bern zählten, dass die neuen Erkenntnisse auch dem Menschen zugutekommen. «Der ‹One Health›-Ansatz kann uns helfen, besser zu verstehen, wie die Umwelt das Krebsrisiko beeinflusst und warum Krebs bei Katzen und Menschen entsteht», zitierte die Uni Bern den Ko-Autor der Studie, Sven Rottenberg. Er ist Leiter des Instituts für Tierpathologie der Vetsuisse-Fakultät in Bern.

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Forschende haben Black Box geöffnet

Obwohl Krebs eine der häufigsten Krankheits- und Todesursachen bei Katzen ist und die Tiere weit verbreitet sind, «war über die Genetik von Krebs bei diesen Tieren bisher nur sehr wenig bekannt», erklärt der kanadische Pathobiologe Geoffrey Wood. Gemeinsam hätten die Forschenden nun die genetische Black Box von Hauskatzen geöffnet. In der Studie isolierte das Team wichtige sogenannte Treibergene. Diese sind für unkontrolliertes Zellwachstum verantwortlich. Die Forschenden entdeckten dabei auffällige genetische Überschneidungen mit menschlichen Krebserkrankungen.

Wichtige Erkenntnisse zu aggressivem Brustkrebs

Das am häufigsten vorkommende Treibergen bei Brustkrebs bei Katzen war FBXW7. Über 50 Prozent der Katzentumore wiesen eine Mutation in diesem Gen auf. Beim Menschen sind Mutationen im FBXW7-Gen bei Brustkrebs mit einer schlechteren Prognose verbunden. Auch die Behandlungsergebnisse sind in der Regel schlechter, da der Verlust von FBXW7 dazu führt, dass wachstumsfördernde Proteine gesundes Gewebe überschwemmen, heisst es in einer Mitteilung.

Weitere Ähnlichkeiten zu menschlichen Treibermutationen wurden bei verschiedenen Tumoren beobachtet: solchen des Blutes, der Knochen, der Lunge, der Haut, des Magen-Darm-Trakts und des zentralen Nervensystems.

Ist deine Katze an Krebs erkrankt?

Erste Hinweise auf bessere Medikamente

Die Forschenden stellten weiter fest, dass bestimmte Chemotherapeutika bei Katzen mit Mammatumoren (Tumoren der Milchdrüsen bzw. des Brustgewebes), die das mutierte FBXW7-Gen aufwiesen, wirksamer waren. Obwohl diese Beobachtung bisher nur an Gewebeproben gemacht wurde, könnte sie neue Therapieansätze für Brustkrebs über verschiedene Spezies hinweg eröffnen.

«Es wäre sehr interessant, die Wirksamkeit dieser Medikamente künftig auch bei FBXW7-mutierten Mammatumoren in einem klinischen Modell zu untersuchen», sagt Chang He, Doktorand am Institut für Tierpathologie der Vetsuisse-Fakultät, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Katzen im Forschungsfokus

Die Studie ist bereits im Februar im Fachjournal «Science» erschienen. Inzwischen haben die Forschenden die vollständige Gendatenbank online hochgeladen und sie damit Krebsinstituten weltweit frei zugänglich gemacht.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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