So will Joel (23) eine Tonne Abfall aus Schweizer Gewässern holen

- Der 23-jährige Joel führt sein Unternehmen aus seiner Wohnung im Kanton Uri und arbeitet nebenbei 100 Prozent in Schichtarbeit.
- Eine französische Luxusmarke erhob Einspruch gegen sein Logo, was Joel 12’000 Franken kostete.
- Aus diesem Grund rät er Personen in ähnlichen Situationen, sich frühzeitig zu informieren und die nötigen Versicherungen abzuschliessen. Dennoch findet er, man kann auch «einfach mal machen».
Ein 23-Jähriger, der seine Wohnung im Kanton Uri zugleich als Lager, Büro und Ausgangspunkt für ein Umweltprojekt nutzt: Neben seinem Vollzeitjob verkauft Joel über sein eigenes Unternehmen verschiedene Produkte, darunter Beanies und Trinkflaschen – und verfolgt damit das Ziel, Schweizer Gewässer sauberer zu machen.
Vor ungefähr zwei Jahren begann der junge Mann, der ursprünglich aus Rapperswil SG stammt, Beanies zu verkaufen. Dabei spendete er einen Teil seiner Einnahmen an Wohltätigkeitsprojekte, die sich für die Weltmeere einsetzen. «Doch dann dachte ich mir, ‹eigentlich kann ich auch schon hier in der Schweiz ansetzen›», erinnert sich Joel.
«Junge Leute sind die Zukunft»
Heute unterstützt er den gemeinnützigen Verein Abfalltaucher Schweiz, der Abfall aus Schweizer Gewässern sammelt. «Pro verkauftem Produkt spende ich einen Betrag an den Verein, der gemäss seinem Richtwert die Bergung von mindestens einem Kilogramm Abfall aus Schweizer Gewässern finanziert.», erklärt der 23-Jährige.
Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Vereinspräsident Matthias Ardizzon rechnet mit rund 3000 Franken, die der Verein in die Bergung und Entsorgung von zwei Tonnen Abfall investiert. Unter anderem die Beschaffung der dafür benötigten Utensilien deckt der Verein durch Spenden ab. «Wir sind natürlich um jede Spende froh, da uns jeder Rappen hilft», sagt Ardizzon zu 20 Minuten.
Für 2027 sei ausserdem eine offizielle Zusammenarbeit zwischen Joel und dem Verein Abfalltaucher Schweiz geplant, bei der ein fixer jährlicher Spendenbeitrag an den Verein gehen soll, was Joel zu einem offiziellen Partner des Vereins machen würde. «Wir legen viel Wert darauf, junge Menschen ins Boot zu holen, denn sie sind die Zukunft, die unsere Arbeit auch künftig weiterführen werden», so Ardizzon.
Markenrechtsstreit um Logo
Doch in seiner noch jungen Unternehmerkarriere musste Joel bereits Rückschläge hinnehmen: Als er seine Marke «Cleanup Fashion» schützen lassen wollte, erhob eine ihm zuvor unbekannte französische Luxusmarke kurz vor Ablauf der Frist Einsprache. Die Logos seien sich zu ähnlich.
Nach einem langen Markenrechtsstreit und einem Minus von 12’000 Franken in seiner Kasse habe sich Joel auf Rat seines Anwalts geschlagen geben und sein Logo anpassen müssen. «Rückblickend würde ich vieles anders machen – insbesondere würde ich mein Unternehmen frühzeitig richtig versichern lassen», so Joel.
Genügend informieren, aber auch «einfach mal machen»
Unter anderem diesen Ratschlag will Joel jungen Personen in ähnlichen Situationen geben: «Es ist wichtig, sich genügend zu informieren und frühzeitig für alle Eventualitäten abzusichern.» Dennoch ist er der Meinung, man müsse auch «einfach mal machen».
Mittlerweile führt Joel sowohl Lager als auch Büro aus seiner eigenen Wohnung im Kanton Uri. Dennoch arbeitet er weiterhin 100 Prozent in Schichtarbeit. «Das ist ziemlich intensiv», betont Joel. Er müsse darauf achten, dass er noch zum Schlafen kommt.
Trotz Rückschlägen und Geldeinbussen macht Joel weiter. «Mein Ziel ist es, Cleanup Fashion weiterzuentwickeln und mit der Marke noch mehr zur Reinigung Schweizer Gewässer beizutragen. Natürlich wäre es schön, immer mehr zu expandieren», sagt der 23-Jährige.
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Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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