Zwei Tote auf Korsika – Sardinien entgeht Katastrophe

Unwetter wüten im Mittelmeer
Zwei Tote auf Korsika – Sardinien entgeht Katastrophe
Sintflutartige Regenfälle haben Korsika und Sardinien heimgesucht. Während Sardinien dank einer glücklichen Winddrehung einer noch grösseren Katastrophe entging, kamen auf der französischen Mittelmeerinsel zwei Menschen in den Fluten ums Leben.
Publiziert: vor 21 Minuten
- Auf Korsika starben zwei Menschen, nachdem ihr Auto in der Nacht von einer Flutwelle erfasst wurde
- Am Flughafen von Korsika fielen 191 Millimeter Regen in einer Stunde, Schulen blieben geschlossen
- Auf Sardinien gab es Überschwemmungen, doch eine Winddrehung lenkte die Sturmfront aufs Meer
Daniel MacherRedaktor News
Die Wassermassen kamen mit voller Wucht: Heftige Unwetter haben im Mittelmeerraum Strassen in reissende Flüsse verwandelt, Häuser überschwemmt und zahlreiche Menschen in Lebensgefahr gebracht. Besonders dramatisch ist die Lage auf Korsika. Dort forderten die Überschwemmungen zwei Todesopfer.
Gegen 1 Uhr am Freitagmorgen wurde auf der Strasse RT10 zwischen Bonifacio und Porto-Vecchio ein Auto von einer Flutwelle mitgerissen, wie das lokale Nachrichtenportal Corse Net Infos berichtet. Drei Menschen befanden sich im Fahrzeug. Ein Insasse konnte sich retten, wurde von der Feuerwehr geborgen und mit einem Helikopter ins Spital von Porto-Vecchio geflogen. Für die beiden anderen kam jede Hilfe zu spät. Die Einsatzkräfte konnten sie nur noch tot bergen.
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191 Millimeter Regen in einer Stunde
Bereits zuvor hatten gewaltige Regenmengen Korsika getroffen. Am Flughafen wurden innerhalb einer Stunde 191 Millimeter Niederschlag gemessen. An der Ostküste fielen insgesamt rund 200 Millimeter, weitere 150 Millimeter wurden über Nacht erwartet, so das lokale Medium.
Hunderte Einsatzkräfte standen im Einsatz. Zwei Menschen mussten in Prunelli di Fiumorbu mit einem Rettungshelikopter aus ihren von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeugen befreit werden. Schulen blieben geschlossen, Strassen wurden gesperrt. Auch der berühmte Fernwanderweg GR20 war vorübergehend nicht zugänglich.
Sardinien entgeht knapp Horrorszenario
Auch auf der Nachbarinsel Sardinien sorgten die Regenfälle für zahlreiche Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Golfo Aranci, Porto Cervo und Arzachena. In Golfo Aranci registrierten Meteorologen innerhalb von nur sechs Stunden 173 Millimeter Regen – etwa doppelt so viel wie normalerweise in einem ganzen Monat.
Taucher retteten Autofahrer aus den Wassermassen und brachten einen über 100-jährigen Bewohner eines Pflegeheims aus dem überfluteten Erdgeschoss in die oberen Stockwerke. Das berichtet das sardische Nachrichtenportal Unione Sarda. In Budoni musste zudem ein Autofahrer aus seinem Fahrzeug befreit werden, nachdem das Wasser rasch angestiegen war.
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Überschwemmungen auf Korsika:Helikopter rettet zwei Menschen aus Hochwasser
Winddrehung verhindert Schlimmeres
Dass Sardinien nicht noch schwerer getroffen wurde, war offenbar Glück: Eine minimale Drehung des Südwinds lenkte die Sturmfront an der Insel vorbei. Ein Grossteil der Regenmassen entlud sich im Meer.
Meteorologen warnen: Wäre dieselbe Regenmenge direkt über bewohntem Gebiet niedergegangen, wären die Folgen wohl deutlich dramatischer gewesen. Für die kommenden Tage werden auf Sardinien vorerst keine weiteren schweren Unwetter erwartet.
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