Zweimal deutliches Nein: Beide Initiativen weiter im Sinkflug

- Laut der zweiten Umfrage von 20 Minuten und Tamedia steuern beide Volksinitiativen vom 27. September auf ein klares Nein zu.
- Die Zustimmung zur Neutralitätsinitiative ist auf 31 Prozent gesunken – 68 Prozent wollen sie ablehnen.
- Die Ernährungsinitiative kommt noch auf 29 Prozent Ja-Stimmen, ausserhalb der Grünen-Basis findet sie keine Mehrheit.
In weniger als zwei Wochen entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über zwei Vorlagen: die Neutralitätsinitiative und die Ernährungsinitiative.
Bereits vor einem Monat zeigte die erste Abstimmungsumfrage von Leewas im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia, dass beide Initiativen beim Volk einen schweren Stand haben. Jetzt zeigt die zweite Umfragewelle: Der Weg zu einem Ja ist für die Initiativkomitees noch schwieriger geworden. Die Zustimmung hat weiter abgenommen.
Die Umfrage
Neutralitätsinitiative: Zustimmung sogar in der SVP-Basis gesunken
Aktuell würden 68 Prozent der Stimmbevölkerung das Anliegen von Christoph Blocher und seinen Mitkämpfern ablehnen. Lediglich 31 Prozent sprechen sich für die Initiative aus – gerade mal ein Prozent gibt an, noch unentschlossen zu sein. Im Vergleich zur ersten Umfrage ist die Zustimmung damit um fünf Prozentpunkte gesunken.
Unterstützt wird die Vorlage nur innerhalb der SVP-Basis und das deutlich – wobei auch hier die Zustimmung um sieben Prozentpunkte abgenommen hat.
Die Wählerschaften aller anderen Bundeshausparteien wollen die Neutralitätsinitiative klar ablehnen. Am deutlichsten ist die Ablehnung mit bis zu 94 Prozent Nein-Anteil bei den Wählenden von SP und Grünen.
Minime Unterschiede bei Stadt‑/Land, Altersgruppen und Sprachregionen
Beim Siedlungstyp, bei den Sprachregionen und den Altersgruppen zeigen sich nur kleine Unterschiede. So ist die Zustimmung auf dem Land (34 Prozent Ja) etwas höher als jene in der Stadt (26 Prozent). Die Neutralitätsinitiative kommt im Tessin etwas besser an (39 Prozent Ja) als in der Romandie und der Deutschschweiz (beide 31 Prozent Ja).
Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt, dass die Ablehnung der Initiative mit höherem Alter zunimmt: 76 Prozent der Seniorinnen und Senioren wollen die Vorlage ablehnen – doch auch bei den 18- bis 34-Jährigen überwiegt das Nein mit 61 Prozent deutlich.
Ernährungsinitiative verliert ebenfalls an Zustimmung
Auch die zweite nationale Vorlage der nächsten Abstimmung schneidet in der aktuellen Umfrage schlechter ab als noch vor einem Monat.
29 Prozent der Stimmbevölkerung wollen die Ernährungsinitiative annehmen, 69 Prozent lehnen sie ab. Damit ist der Ja-Anteil seit der letzten Umfrage um zwei Prozentpunkte gesunken.
Ausserhalb der Grünen-Wählerschaft findet die Ernährungsinitiative keine Mehrheit: Während 72 Prozent der Grünen-Basis sich für die Initiative aussprechen, lehnen eine Mehrheit der SP-Wählenden (52 Prozent Nein) und GLP-Wählenden (57 Prozent Nein) das Anliegen ab. Bei den Wählerschaften der Mitte, SVP und FDP fällt die Vorlage mit jeweils über 80 Prozent Nein-Anteil klar durch.
Unterschiede zeigen sich beispielsweise zwischen den Geschlechtern: Knapp ein Viertel der Männer gibt an, ein Ja in die Urne legen zu wollen – bei den Frauen sind es hingegen über ein Drittel.
Die Zustimmung ist in der lateinischen Schweiz (31 Prozent Ja) und den Städten (36 Prozent Ja) etwas höher als in der Deutschschweiz (27 Prozent Ja) und auf dem Land (25 Prozent).
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Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2026 stv. Leiterin des Ressorts Politik.
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