Regionalklassen: Wo die Kfz-Versicherung am teuersten ist
Stand: 09.09.2026 • 13:39 Uhr
Die Beiträge zur Kfz-Versicherung richten sich unter anderem nach der Regionalklasse. Nun hat der GDV diese neu berechnet - und sich dabei an der Schadenbilanz in den Zulassungsbezirken orientiert.
Beim Autofahren geht das Offenbacher Nummernschild OF mit einem besonderen Risiko einher: In der aktualisierten Kfz-Schadenbilanz der deutschen Autoversicherer liegt die hessische Stadt erneut an der Spitze. Dort sind die Schäden in der Kfz-Haftpflicht fast 40 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilte. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Gelsenkirchen und Berlin.
Bundesweit am wenigsten unfallträchtig sind Autos mit dem Kennzeichen EE: Der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster hat in der Kfz-Haftpflicht die beste Schadenbilanz der 413 Zulassungsbezirke.
Je niedriger die Klasse, desto günstiger die Prämie
Da die Unfall- und Pannenhäufigkeit sich regional stark unterscheidet, richtet sich der Preis von Kfz-Policen nicht nur nach dem Automodell, sondern auch nach dem Wohnort. Der GDV aktualisiert die Regionalklassen jedes Jahr. In der Kfz-Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen - je höher, desto schlechter ist die Schadenbilanz. Und je niedriger die Klasse, desto günstiger die Prämie.
Bei der Berechnung kommt es dem ADAC zufolge auf die Versicherungsleistungen an geschädigte Dritte an - also in der Regel an die Unfallopfer. Denn die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung kommt nur für Schäden auf, die Autofahrer an anderer Menschen Eigentum und/oder Gesundheit anrichten.
Bei der Vollkaskoversicherung, bei der es nur Klassen von 1-9 gibt, werden die Versicherungsleistungen laut ADAC nach selbstverschuldeten Unfällen einbezogen. Als Teilkasko-Schäden (Klassen von 1-16) gelten unter anderem Autodiebstähle, Glasschäden, Fahrzeugbrände, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse.
Auch Wiesbaden in der teuersten Gruppe
Für Offenbach gilt in der Kfz-Haftpflicht die Regionalklasse 12. Das sind zwar nur unverbindliche Empfehlungen, doch die meisten Kfz-Versicherer orientieren sich daran. "Für 5,2 Millionen Autofahrende aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Entscheidend für die Einstufung ist der Wohnort.
Für 32 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in 304 Zulassungsbezirken ändert sich nichts, denn die dortigen Regionalklassen bleiben unverändert. Im Rhein-Main-Gebiet ist keineswegs nur Offenbach auffällig: Wiesbaden liegt in der bundesweiten Schadenbilanz auf Platz fünf und damit ebenfalls auf hervorgehobener Position. Die Gründe sind unklar, doch könnten enge Straßen und dichter Stadtverkehr eine Rolle spielen.
Autofahren in der Großstadt gefährlicher?
Großstädte schneiden dem GDV zufolge häufig schlechter ab als ländliche Regionen. Allerdings gibt es keinen linearen Zusammenhang von Einwohnerzahl und Autoschäden: Der GDV hat Berlin zwar ebenso wie Offenbach die schlechteste Regionalklasse 12 zugewiesen. Doch Hamburg und München sind mit der Regionalklasse 10 niedriger eingestuft. Damit liegen die zweit- und drittgrößte Stadt Deutschlands hinter dem wesentlich kleineren Offenbach.
Bayern als flächenmäßig größtes Bundesland hat auch mehr Zulassungsbezirke als jedes andere Bundesland, insgesamt 97. Im Freistaat ist auffällig, dass die Autofahrer im Saldo sicherer unterwegs waren: Für 1,5 Millionen bayerische Autofahrerinnen und Autofahrer hat sich die Einstufung verbessert, verschlechtert dagegen nur für rund 350.000 Menschen.
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