Sportbahnen-Präsident dreht den Spiess um – und kauft Aktien

Ski-Knatsch in Braunwald GL
Sportbahnen-Präsident dreht den Spiess um – und kauft Aktien
Richi Bolt, der umstrittene Präsident der Sportbahnen Braunwald AG, will seine Macht ausbauen. Er kauft Aktien auf und bietet 32 Rappen pro Aktie. Heute besitzt er weniger als 50 Prozent der Papiere. Mit dem Zukauf könnte er Mehrheitsaktionär werden.
Publiziert: vor 24 Minuten
- Richi Bolt bietet 32 Rappen pro Aktie für Sportbahnen Braunwald AG
- Mit Mehrheit könnte Bolt allein über Zukunft des Skigebiets entscheiden
- Bolt besitzt knapp 50 % der Aktien, Angebot verdoppelt früheres Kaufgebot
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft
Nächste Runde im Streit rund um die Sportbahnen in Braunwald GL! Vor einer Woche wurde bekannt, dass eine Gruppe von Aktionären den Kampf um die Zukunft des autofreien Bergdorfs auf 1260 Metern über Meer auch juristisch führt. Sie hat beim Kanton ein Schlichtungsgesuch eingereicht. Und will mehrere Entscheide der Generalversammlung vom 26. August aufheben lassen. Das Ende des Skibetriebs und die Stilllegung der Gumenbahn Ende Oktober ziehen immer weitere Kreise.
Jetzt geht Sportbahnen-Präsident Richi Bolt (57) in die Gegenoffensive. Er will seine Macht ausbauen und bietet den Aktionären der Sportbahnen Braunwald AG 32 Rappen pro Aktie, wie die «Glarner Nachrichten» berichten. Das ist doppelt so viel, wie die Bürgerinitiative «Bruuwald zäme» Anfang Oktober für sein eigenes Aktienpaket geboten hatte. Die Initiative kämpft gegen das Aus des traditionsreichen Skigebiets.
Bolt würde plötzlich Mehrheitsaktionär
Bolt dagegen setzt in Braunwald künftig auf einen Wintertourismus ohne klassischen Skibetrieb. Auch ein Verkauf der Sportbahnen war in den vergangenen Wochen immer wieder ein Thema. Jetzt dreht Richi Bolt den Spiess um: Statt seine Aktien zu verkaufen, will er weitere dazukaufen. Wie die «Glarner Nachrichten» schreiben, besitzt Bolt Schätzungen zufolge knapp 50 Prozent der Aktien. Mit seinem Kaufangebot könnte er die Mehrheit knacken. Dann könnte er wichtige Entscheide künftig ohne die Unterstützung anderer Aktionäre durchsetzen.
Doch hinter dem Vorstoss könnte noch mehr stecken. Kauft Bolt unzufriedene Kleinaktionäre heraus, schwächt er möglicherweise auch seine Gegner. Denn für bestimmte Minderheitsrechte braucht es mindestens zehn Prozent des Aktienkapitals. Und siehe da: «Bruuwald zäme» reagierte umgehend auf die Offerte Bolts. Die Initiative empfiehlt ihren Mitgliedern ausdrücklich, ihre Aktien zu behalten.
Denkbar ist zudem, dass sich Bolt mit einer Aktienmehrheit eine bessere Ausgangslage für spätere Verkaufsverhandlungen sichern will. Eine Anfrage von Blick ist noch offen.
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.