Nach Hilferuf aus Saudi-Arabien: USA standen offenbar kurz vor Angriffswelle gegen Huthi-Miliz

Nach Hilferuf aus Saudi-ArabienUSA standen offenbar kurz vor Angriffswelle gegen Huthi-Miliz
21.09.2026, 12:17 Uhr

Der US-Präsident steckt in einem Dilemma: Mit Blick auf die Midterms dürfte Trump kein Interesse an einer weiteren Eskalation im Nahen Osten haben, doch ein Partner aus der Region bittet um Unterstützung. Nun legt ein Bericht nahe, dass die USA wohl kurz davor waren, neue Angriffe zu starten.
US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar in letzter Sekunde dagegen entschieden, sich an Angriffen Saudi-Arabiens gegen die von Teheran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen zu beteiligen. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte.
Ursprünglich habe Trump neue Luftangriffe des US-Militärs in der Region zwar abgelehnt. Dem Bericht zufolge soll er seine Meinung jedoch kurzzeitig geändert haben, nachdem Saudi-Arabien den US-Präsidenten um Unterstützung gebeten hatte. Am Sonntag habe er dann wieder Abstand davon genommen, Huthi-Ziele angreifen zu wollen - offenbar zu einem Zeitpunkt, zu dem US-Kommandeure die Ziellisten bereits genehmigt hatten, heißt es in dem Bericht. Die Angriffswelle habe kurz vor dem Start gestanden, erklärten zwei mit der Operation vertraute Personen dem Medium.
Laut "New York Times" spiegelt Trumps Kehrtwende das Dilemma wieder, in dem der US-Präsident mit Blick auf den Nahen Osten derzeit steckt: Zwar nehmen die Huthi keine US-Ziele ins Visier, was gegen US-Angriffe in der Region spricht. Andererseits spräche für eine Unterstützung Saudi-Arabiens im Kampf gegen die Miliz, dass die USA auf Hilfe des Königreichs im Iran-Krieg hoffen könnten.
Die Huthis hatten am Samstag erstmals Ziele in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen. Dem Fernsehsender Fox News zufolge sicherte die jemenitische Huthi-Miliz den USA jedoch zu, keine US-Ziele anzugreifen. Fox News-Reporter Trey Yingst erklärte am Sonntag, Trump habe ihm gesagt, dass die US-Regierung im ständigen Dialog mit den Huthis sei "und dass sie zugestimmt haben, nicht gegen die Vereinigten Staaten zu kämpfen".
"New York Times" zufolge standen große Teile aus Trumps engstem Kreis einer Beteiligung am saudischen Kampf gegen die Huthi-Miliz ohnehin skeptisch gegenüber. Andere lehnten sie dem Bericht zufolge gänzlich ab. Ein Grund dafür seien die bestehenden Belastungen, denen das US-Militär im Krieg mit dem Iran bereits ausgesetzt ist.
Ein Kriegsende ist hier auch nach fast sieben Monaten nicht in Sicht: Kürzlich drohte Teheran den USA im Fall eines neuen Angriffs mit dem Einsatz neuartiger Waffen und Schlägen gegen bislang verschonte Gebiete. "Wenn es zu einer neuen Aggression kommt, werden wir mit Sicherheit die Waffen und die Geografie des Krieges ändern", sagt der Sprecher der Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, laut der Nachrichtenagentur Fars. Die Führung in Teheran sei auf einen längeren Konflikt vorbereitet, erklärte er weiter.
In den USA ist der Iran-Krieg unpopulär. Vor den im November bevorstehenden Midterms bringt er Trump und seine Republikaner auch wegen der gestiegenen Spritpreise im Land in Bedrängnis.
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