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Monday, October 12, 2026

Cyberangriff auf französische Supermarkt-Kühlschränke: Hunderte Waren verdorben

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Mit einem massiven Cyberangriff in der Nacht zum Montag haben Unbekannte die Kühlsysteme Hunderter Supermärkte in Frankreich außer Betrieb gesetzt. Die Temperaturen in zahlreichen Kühl- und Gefrierschränken stiegen auf 50 Grad Celsius, was nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters landesweit zu verdorbenen Lebensmitteln und Bränden in mehreren Filialen führte. Die Pariser Staatsanwaltschaft sprach von einem „großangelegten“ Angriff, der „vernetzte Kühlschränke bei mehreren großen Lebensmittelhändlern in ganz Frankreich betraf“. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu wies die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI an, den Vorfall zu untersuchen.

Ein Sprecher der zur französischen Unternehmensgruppe ITM Entreprises gehörenden Marke Les Mousquetaires sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass rund 150 Intermarché-Filialen von dem Angriff betroffen waren. Demnach verschafften sich die unbekannten Angreifer Zugang zum Steuerungsgerät der Kühlsysteme und schalteten diese in den Abtaumodus. Dadurch stiegen die Temperaturen in den Kühl- und Gefrierschränken für etwa sechs Stunden auf 50 Grad Celsius an. Um Gesundheitsrisiken auszuschließen, seien sämtliche aufgetaute Lebensmittel wie Fleisch, Tiefkühlwaren und Gemüse daraufhin entsorgt worden.

Betroffen von den Cyberangriffen war auch Filialen der Genossenschaftsgruppe Cooperative U. Das erklärte deren Vorstandsvorsitzender Dominique Schelcher in dem sozialen Netzwerk X. „Angriffe auf Anlagen, die für die Lagerung frischer Produkte und die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung unerlässlich sind, sind von äußerster Schwere und beispiellos. Dies ist inakzeptabel“, schrieb er. Man arbeite „unter Hochdruck und in enger Abstimmung mit Kältetechnikern daran, die Situation schnellstmöglich wiederherzustellen“. Schelcher forderte eine „lückenlose Aufklärung“ des Angriffs. Ein Sprecher von Carrefour berichtete, dass auch 80 der insgesamt 6.000 Carrefour-Standorte betroffen waren.

Laut Bloomberg handelt es sich bei der Mehrheit der betroffenen Systeme um ältere Technologien, darunter die Kühlsysteme AK-SM 800 und AK-SC 355. Für diese würden keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ein Sprecher des dänischen Kältetechnikunternehmen Danfoss, das die Systeme verwaltet.„Danfoss rät seinen Kunden schon seit Langem, unterstützte Systeme mit der neuesten Firmware auf dem aktuellen Stand zu halten und ältere Systeme auf Lösungen der aktuellen Generation umzustellen“, so der Sprecher.

Anfang August hatten Cybersicherheitsexperten der Beratungsfirma Claroty in einem Bericht auf mehrere Schwachstellen in den Steuerungsgeräten von Danfoss, die zur Regelung der Kühlung in Supermärkten und anderen Kühllagern eingesetzt werden, hingewiesen. Dazu gehörte ein versteckter Authentifizierungsmechanismus, der dazu genutzt werden könnte, den Betrieb der Kühlsysteme zu manipulieren. Daraufhin hatte Danfoss ein Update für seine Systeme veröffentlicht.

Der niederländische Supermarktbetreiber Ahold Delhaize, Muttergesellschaft der größten niederländischen Kette Albert Heijn, meldete am Montag ebenfalls ein „Sicherheitsproblem“ in seinem Netzwerk. Zum Schutz seien einige der Systeme vorübergehend vom Netz genommen worden.

Am Montagnachmittag wies das Unternehmen seine Kunden darauf hin, dass vorübergehend keine Online-Lebensmittelbestellungen ausgeliefert würden und Kunden keine neuen Bestellungen aufgeben könnten. „Wir mussten alle bestehenden Online-Bestellungen bis auf Weiteres stornieren“, hieß es.

Die stationären Filialen blieben geöffnet und die Kunden könnten dort weiterhin einkaufen. Es war zunächst unklar, ob ein Zusammenhang zwischen dem Cyberangriff auf die französischen Supermärkte und den von Ahold Delhaize gemeldeten Problemen besteht.

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