Drohte mit langem Krieg und Tod: Russland holt für Ukraine-Verhandlungen "Clown" Medinski aus der Versenkung

Drohte mit langem Krieg und TodRussland holt für Ukraine-Verhandlungen "Clown" Medinski aus der Versenkung
04.11.2026, 09:50 Uhr
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Vor den Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA deutet sich an, dass Moskau auch dieses Mal kein Interesse an einem Kriegsende hat. Exemplarisch dafür steht der vom Kreml angekündigte Delegationsleiter. Er war bei vergangenen Gesprächen äußerst negativ aufgefallen.
Russland wird zu den anstehenden Verhandlungen in Abu Dhabi eine Delegation unter Leitung von Wladimir Medinski schicken. Dies teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit. Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sollen am 10. und 11. November stattfinden.
Medinski war in der Vergangenheit auch bei Verhandlungen in Genf und Istanbul zugegen. Ansonsten tritt er wenig bis gar nicht in Erscheinung. In der russischen Politik spielt er kaum eine Rolle. Medinski wird deswegen auch als Beleg dafür angesehen, dass Russland Gespräche nicht ernst nimmt und lediglich auf Maximalzielen beharren will.
Bei den Verhandlungen in Istanbul 2025 drohte Medinski laut "The Economist" und dem ukrainischen Sender Suspilne damit "zu kämpfen - wie lange es auch immer dauern mag". Russland habe 21 Jahre lang gegen Schweden gekämpft. "Wie lange sind Sie bereit zu kämpfen?", soll Medinski gefragt haben. Im Großen Nordischen Krieg ging es von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Er endete mit einem Sieg Russlands unter Zar Peter dem Großen. Den Vergleich mit diesem Krieg hatte Kremlchef Wladimir Putin bereits wenige Monate nach dem Überfall auf die Ukraine gemacht.
Laut Berichten von "The Economist"-Korrespondent Oliver Carroll und "Washington Post"-Reporterin Robyn Dixon drohte Medinski in Istanbul zudem Ukrainern mit dem Tod. Er sagte demnach: "Vielleicht werden einige von denen, die hier an diesem Tisch sitzen, noch mehr ihrer Angehörigen verlieren. Russland ist bereit, für immer zu kämpfen."
Kein Friedenswille erkennbar
Der Historiker Matthäus Wehowski schrieb auf X: "Dass ein Clown wie Medinski die russische Delegation leiten soll macht wenig Hoffnung, dass Russland es mit den Verhandlungen ernst meint." Der ukrainische Autor und Journalist Illia Ponomarenko kommentierte: "Medinski, ein berüchtigter Verschwörungstheoretiker und pseudohistorischer Spinner, in Russland ein Niemand, der bereits während früherer, ebenso sinnloser Heucheleien, die als 'Verhandlungen' getarnt waren, Vorträge darüber hielt, dass Russland bereit sei, ewig zu kämpfen, weil Zar Peter der Große im 18. Jahrhundert 21 Jahre lang gegen Schweden gekämpft habe."
Laut Angaben aus den USA soll es in Abu Dhabi um Sicherheitsvereinbarungen nach dem Ende des Krieges sowie humanitäre Angelegenheiten und Deeskalation gehen. Bislang deutet nichts darauf hin, dass Russland sich bei den Verhandlungen dieses Mal kompromissbereit zeigt und von seinen Maximalzielen abrückt, um den Angriffskrieg zu beenden. Moskau beharrt für einen Waffenstillstand unter anderem auf einen Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbass, den Russland auch nach vielen Kriegsjahren noch vollständig erobern konnte.
Für einen Frieden hatte der Kreml in der Vergangenheit zudem Bedingungen wie einen Nato-Verzicht der Ukraine sowie die Anerkennung der östlichen Gebiete als russisches Territorium formuliert. Auch eine Beseitigung der Regierung von Wolodymyr Selenskyj und eine Entmilitarisierung wurden immer wieder gefordert. Die Ukraine würde das schutzlos machen und Russland letztlich den Weg für eine komplette Übernahme des Landes ebnen.
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