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Friday, September 11, 2026

25 Jahre 9/11 – «Es gab einen Riesenknall und der Turm schwankte hin und her»

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Die Zürcherin Laura Lapreta arbeitete als Wirtschaftsjournalistin im World Trade Center in New York und befand sich zum Zeitpunkt der Anschläge in einem der Zwillingstürme. Nach 25 Jahren erzählt sie gegenüber SRF ihre Geschichte.

Laura Lapreta

Kommunikationsberaterin

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Laura Lapretta arbeitet heute als Senior Consultant bei einer Kommunikationsagentur in Genf. 2001 arbeitete sie als Wirtschaftsjournalistin bei der Nachrichtenagentur AFX News in New York.

SRF News: Der 11. September 2001. Wie begann Ihr Tag an diesem Morgen?

Laura Lapreta: Es war ein strahlender Spätsommertag mit tiefblauem Himmel. Wie jeden Morgen nahm ich die U-Bahn von meinem Wohnort in Brooklyn Heights zum World Trade Center. Ich wollte mich auf eine Medienkonferenz vorbereiten, die später am Vormittag in der Nähe des World Trade Centers stattfinden sollte. Gegen 8:15 Uhr war ich in unserem Büro im 52. Stock des Nordturms angekommen.

Erinnern Sie sich noch an die letzten Minuten vor dem Einschlag?

Ja. Es herrschte bereits reger Betrieb. An diesem Morgen waren wir zu dritt im Büro: meine Bürokollegin, ein Praktikant und ich. Ich las Wirtschaftsnews und informierte mich über die europäischen Börsenmärkte. Danach begann ich, an einer Börsenmeldung zu schreiben. Plötzlich gab es einen gewaltigen Knall. Im Büro fiel alles um, und der Turm schwankte hin und her. Durch die Fenster sah ich grosse Trümmerteile herabstürzen.

Haben Sie sofort verstanden, was geschehen war?

Nein, überhaupt nicht. Uns war nur klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Wir dachten an ein Erdbeben oder an eine Bombe.

Den Blickkontakt mit den Feuerwehrmännern im Treppenhaus werde ich nie vergessen.

Wie haben Sie reagiert?

Wir waren wie erstarrt. Wir nahmen uns an den Händen und standen einen Moment lang einfach da. Dann wussten wir instinktiv: Wir müssen hier raus. Wir liessen alles liegen und rannten los. Unser Praktikant wusste, wo sich der Notausgang zum Treppenhaus befand, und führte uns dorthin.

Rettungskräfte arbeiten an einem rauchenden Trümmerhaufen.
Legende: Apokalyptische Bilder in der US-Metropole: Laura Lapreta schaffte es, das World Trade Center zu verlassen, bevor die Zwillingstürme in sich zusammenstürzten. Getty Images/Corbis/Matt Moyer

Wie präsentierte sich die Situation im Treppenhaus?

Dort waren bereits viele Menschen, die von den oberen Stockwerken nach unten liefen. Überall lagen Scherben auf dem Boden, und aus den Wänden spritzte Wasser. Trotz allem herrschte keine Panik. Wir gingen langsam hintereinander die Treppen hinunter, Stockwerk für Stockwerk, und machten den Feuerwehrleuten Platz, die mit ihrer schweren Ausrüstung nach oben stiegen. Dieses Bild hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt.

Inwiefern?

Ich erinnere mich besonders an den Blickkontakt mit den Feuerwehrmännern. Sie machten uns Mut und versicherten uns, dass alles gut komme, wir sollten einfach weitergehen. Viele von ihnen haben das Gebäude nicht mehr lebend verlassen.

Als ich ins Freie trat und nach oben blickte, sah ich die brennenden Türme und das Ausmass der Zerstörung.

Wie lange dauerte Ihre Flucht nach unten?

Für den Weg vom 52. Stock bis ins Erdgeschoss brauchten wir rund eine Stunde. Im Treppenhaus erfuhren wir dann von anderen, die Radio gehört hatten, dass ein Flugzeug in unseren Turm geflogen war. Wir gingen jedoch von einem Unfall aus. Während wir nach unten liefen, schlug das zweite Flugzeug in den Südturm ein. Davon bekamen wir nichts mit. Erst unten erfuhren wir, was tatsächlich geschehen war.

Nach knapp einer Stunde waren Sie im Freien. Beschreiben Sie diesen Moment.

Wir gelangten in die Lobby, die komplett verwüstet war. Sicherheitskräfte und FBI-Mitarbeitende wiesen uns nach draussen. Als ich ins Freie trat und nach oben blickte, sah ich die brennenden Türme und das Ausmass der Zerstörung. Es sah aus wie in einem Kriegsgebiet. Menschen auf der Strasse erklärten uns, was passiert war. Wir wollten nur noch weg und liefen Richtung Norden, nach Midtown.

Rund zehn Minuten, nachdem Sie draussen waren, stürzte der Südturm ein. Wo waren Sie zu diesem Zeitpunkt?

Wir waren auf der Strasse unterwegs, als wir plötzlich ein tiefes Grollen hörten. Wir drehten uns um und sahen, wie der Turm wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel. Es war eine völlig surreale Situation.

Wo gingen Sie hin?

Zunächst gingen wir zur Wohnung meiner Arbeitskollegin. Dort versuchte ich, meine Eltern in der Schweiz telefonisch zu erreichen. Immer wieder erhielt ich nur das Besetztzeichen. Irgendwann kam ich endlich durch, hatte meine Mutter am Telefon und konnte ihr sagen, dass es mir gut ging. Später kehrte ich nach Hause zurück. Da meine Handtasche mit den Schlüsseln im Turm geblieben war, musste ich über die Feuerleiter und durch ein Fenster in meine Wohnung gelangen. Zum Glück liess ich dieses Fenster immer einen kleinen Spalt offen.

25 Jahre nach 9/11 ist es Ihnen ein Anliegen, Ihre Geschichte zu erzählen. Warum?

Weil ich ein historisches Ereignis aus nächster Nähe miterlebt habe. Ich finde es wichtig, für kommende Generationen Zeugnis davon abzulegen und die Erinnerung daran wachzuhalten.

Das Gespräch führte Tobias Widmer.

Mehr dazu in «10 vor 10»

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Sendelogo der «10vor10»-Serie zu Hochhäusern

Mehr dazu sehen Sie heute Abend um 21:50 Uhr auf SRF 1 oder Play SRF.

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