Akku-Mythen im Check: So verlängern Sie die Akku-Lebensdauer
Lithium-Ionen-Akkus sind in vielen Alltagsgeräten verbaut - und sorgen immer wieder für Probleme. Woran man beschädigte Akkus erkennt und worauf man beim Laden und bei der Lagerung achten sollte.
07.09.2026 | 3:59 minMan ist unterwegs und plötzlich macht der Akku schlapp. Ob Smartphone, E-Bike oder Laptop: Im Alltag müssen wir ständig Elektrogeräte aufladen. Meistens sind in neueren Produkten Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Denn im Vergleich zu Akkus der älteren Generation bieten sie laut Umweltbundesamt Vorteile wie eine lange Lebensdauer und eine hohe Energiedichte.
Was den Umgang mit Akkus anbelangt, so halten sich einige Mythen und veraltete Tipps hartnäckig. Was davon stimmt wirklich?
Eine Lithium-Ionen-Batterie ist aus einer Kathode, dem Plus-Pol und einer Anode, dem Minus-Pol, aufgebaut. Beim Laden fließen Elektronen von der Kathode zur Anode.
23.11.2020 | 1:16 minMythos 1: Akku immer vollständig laden
Zu den bekanntesten Mythen gehört, dass der Akku immer vollständig geladen werden müsse, weil ständiges Ein- und Ausstecken des Ladekabels die Lebensdauer verkürze. Stimmt das?
Tatsächlich sollten die extremen Bereiche wie ein Ladestand von null Prozent als auch eine 100-Prozent-Ladung vermieden werden, rät Falko Schappacher, kaufmännisch-technischer Direktor des MEET Batterieforschungszentrums der Universität Münster. Zudem sollte der Akku nicht über längere Zeit in diesen Zuständen bleiben.
Das sogenannte flache Zyklisieren kann die ohnehin schon gute Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien noch verbessern. Gemeint ist damit, dass der Akku in einem begrenzten Ladefenster auflädt - etwa zwischen 20 und 90 Prozent. Gesteuert wird dies von einer Software, die den Ladevorgang regelt. Meistens werde bis auf 80 Prozent der Ladekapazität geladen und erst kurz vor dem Aufwachen oder dem üblichen ersten Benutzen am Tag bis auf 100 Prozent weiter geladen, erklärt Falko Schappacher.
Speziell für Elektrogeräte, die länger nicht benutzt werden, etwa Gartengeräte, empfiehlt das Umweltbundesamt einen Akku-Ladestand von 40 bis 50 Prozent. Während der Akku gelagert wird, entlädt er sich Schritt für Schritt selbst. Er sollte rechtzeitig wieder auf die Hälfte der Leistung aufgeladen werden, um zu vermeiden, dass sich der Akku tief entlädt.
Wie induktives Laden funktioniert: Strom aus der Steckdose erzeugt ein Magnetfeld. Dieses induziert wiederum Strom. Der Akku, etwa in einem Smartphone, kann über dieses Magnetfeld geladen werden.
11.04.2022 | 1:09 minMythos 2: Memory-Effekt verschlechtert Akku-Kapazität
Bei Akkus der älteren Generation - wie Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus - gab es den sogenannten Memory-Effekt. Dabei hat sich der Akku an den letzten Ladestand "erinnert" und bei jedem neuen Aufladen nur noch bis zu diesem Punkt geladen.
Es war also ratsam, den Akku erst wieder mit Strom zu versorgen, wenn er bei null Prozent angekommen war. Wurden diese Akkus zu früh geladen, konnten sie dauerhaft an Leistungsfähigkeit verlieren. Auf moderne Lithium-Ionen-Akkus treffe das laut Experte Schappacher allerdings nicht zu.
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29.08.2025 | 5:52 minMythos 3: Extreme Temperaturen schaden dem Akku
Oft stößt man bei Geräten auf den Hinweis, den Akku weder extremer Hitze noch extremer Kälte auszusetzen. Das ist tatsächlich ratsam. Nach Angaben des Umweltbundesamtes können besonders Temperaturen oberhalb von 50 Grad Celsius und unterhalb von minus 20 Grad Celsius Schaden an der Lebensdauer verursachen. Akkus sollten bei einer Temperatur zwischen zehn und 25 Grad Celsius gelagert werden.
Entsprechend sind die Batterie-Managementsysteme so ausgelegt, dass die Akkus bei tiefen Temperaturen nur langsam oder gar nicht geladen werden können.
Falko Schappacher, MEET Batterieforschungszentrums der Universität Münster
Bei zu hohen Temperaturen werden schädliche Reaktionen beschleunigt, die dazu führten, dass der Akku schneller altert, erklärt Schappacher. Ist der Akku tiefen Temperaturen ausgesetzt, könne es dem Experten zufolge ebenfalls zu schnellem Altern und im Extremfall zu einem inneren Kurzschluss kommen. In seltenen Fällen kann sogar ein Brand ausbrechen.
Wenn hohe Temperaturen auf intensive Smartphone-Nutzung treffen, bringt das oftmals Geräte an ihre Grenzen. Dies kann sogar langfristige Schäden an Akku und Hardware zur Folge haben.
29.06.2026 | 3:04 minMythos 4: Nur das Original-Ladegerät nutzen
Muss ein kaputtes Ladekabel oder -gerät für das Smartphone oder den Laptop ersetzt werden, fragen sich viele, ob es wieder das Original-Produkt sein muss. Das ist in der Regel nicht notwendig. Wichtig ist, dass Ladegeräte und Kabel verwendet werden, die technisch mit dem Gerät kompatibel sind und die erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllen.
Moderne Smartphones und Laptops verfügten über Schutzmechanismen und Batterie-Managementsysteme, die den Ladevorgang überwachen, sagt Falko Schappacher. Daher könnten meist auch Ladegeräte anderer Hersteller verwendet werden. Das gelte insbesondere für Geräte mit USB-C-Anschluss. Viele Hersteller lieferten neue Geräte inzwischen ohnehin ohne eigenes Netzteil aus.
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von Jenny Busanny
mit Video0:43
Dieser Beitrag wurde erstmals am 16. Juni 2024 veröffentlicht und am 20. September 2026 aktualisiert.
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 07.09.2026 ab 09:05 Uhr.
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