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Thursday, September 24, 2026

«Schön, dass es noch solche Menschen gibt»

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  • Dank einem ehrlichen Finder wurde ein Schlüssel zehn Monate nach dem Verlust zurückgegeben.
  • Der Schlüssel war bei einer Schneewanderung von Zermatt aufs Gornergrat verloren gegangen und wurde in einem SBB-Reisezentrum abgegeben.
  • Bei der SBB werden jährlich über 150'000 Fundsachen bearbeitet – rund 60 Prozent finden zu ihren Besitzern zurück.

Zehn Monate nachdem Rudolf Hess seinen Schlüssel bei einer Schneewanderung von Zermatt aufs Gornergrat verloren hatte, ist dieser wieder aufgetaucht. «Ich hatte die Hoffnung bereits lange verloren, bis plötzlich meine Hausverwaltung bei mir angerufen hat», sagt er zu 20 Minuten.

Als Hess im November 2025 nach einem Ausflug vor seiner Wohnung in Mellingen stand, bemerkte er, dass sein Wohnungsschlüssel fehlte. Eine Woche später fragte er in Zermatt bei mehreren Fundbüros nach. Doch der Schlüssel blieb verschwunden. Hess hatte die Hoffnung bereits aufgegeben und brauchte seither seinen Zweitschlüssel.

Über Schlüsselnummer herausgefunden

Nun die frohe Nachricht: «Jemand hat tatsächlich meinen Schlüssel gefunden und ihn in einem SBB-Reisezentrum abgegeben.» Über die Schlüsselnummer konnte die Hausverwaltung von Hess ausfindig gemacht werden. Sie kontaktierte ihn und bat um ein Foto des Zweitschlüssels.

«Ich finde es schön, dass es auch heute noch Menschen gibt, die gefundene Sachen abgeben. Gerade in einer Zeit, in der man oft hört: ‹Früher war alles besser.›» So konnte der Aargauer letzte Woche nach zehn Monaten seinen verlorenen Schlüssel am Bahnhof Aarau abholen. «Man merkt, dass er lange herumlag. Er ist jetzt ganz verrostet.»

«Ich möchte dem Finder etwas Gutes tun»

«Es war ein schönes Erlebnis für mich. Die SBB konnte mir leider nicht sagen, wer den Schlüssel gefunden hatte.» Für Hess ist das keine Selbstverständlichkeit. «Ich möchte der Person, die meinen Schlüssel gefunden hat, etwas Gutes tun. Ich habe ein Lieblingscafé in Zermatt und würde ihr gerne einen Gutschein schenken.»

Jährlich gehen 150'000 Gegenstände verloren

Im Jahr werden bei der SBB und den angeschlossenen Transportunternehmen über 150'000 Gegenstände bearbeitet. Dies zeigt: Rudolf Hess ist bei Weitem nicht der Einzige. Gegenstände wie Schlüssel, Rucksäcke, Mobiltelefone sowie Jacken und Mäntel. Dabei finden rund 60 Prozent wieder zurück zu ihren Besitzerinnen und Besitzern.

Neben alltäglichen Dingen wurden in Zügen auch schon sehr wertvolle Gegenstände vergessen, wie die SBB auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt. Dazu gehörten etwa eine Stradivari-Geige mit einem geschätzten Wert im Millionenbereich, 13'000 Franken Bargeld und ein teurer Verlobungsring. Unter den Fundgegenständen befinden sich immer auch wieder kuriose Dinge wie eine Schaufensterpuppe, ein Rollstuhl, eine Urne und eine grosse, bunte Gorillamaske.

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Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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