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Tuesday, September 22, 2026

Entgegen dem Trend – Roche investiert 790 Millionen in Basler Produktion

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Entgegen dem Trend Roche investiert 790 Millionen in Basler Produktion

Während Konkurrentin Novartis die letzte Produktionsanlage in Basel schliesst, investiert Roche 790 Millionen Franken in eine neue Fabrik im Kleinbasel.

Forschung und Entwicklung in Basel – Produktion im günstigeren Ausland: Dieser Trend prägt die Basler Pharmabranche. Roche hält nun dagegen und investiert 790 Millionen Franken in eine neue Produktionsanlage am Hauptsitz im Kleinbasel, mitten in der Stadt. Am Montag erfolgte die Grundsteinlegung für die «Synthetic Molecules Facility», die bestehende Anlagen ersetzen und rund 200 Arbeitsplätze langfristig sichern sollte.

Für eine so komplexe Anlage finden wir in Basel das richtige Umfeld und die nötige Kompetenz.

Im neuen «Bau 51» entstehen künftig synthetische Wirkstoffe, die als Basis für Medikamente dienen. Dass Roche trotz hoher Kosten in der Schweiz auf Basel setzt, begründet Standortleiter Jürg Erismann so: «Selbstverständlich sind wir in einem Hochpreisland. Aber es geht hier um hohe Qualität und Produktivität. Für eine so komplexe Anlage finden wir in Basel das richtige Umfeld und die nötige Kompetenz.»

Mehrere Personen in Anzügen und Helmen bei einer Grundsteinlegung vor einem Hochhaus.
Legende: Grundsteinlegung für den Produktionsbau 51: Roche-CEO Thomas Schinecker vergräbt gemeinsam mit der Projektleitung sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung eine Zeitkapsel für den 790 Millionen Franken teuren Neubau. KEYSTONE/Michael Buholzer

Auch Konzernchef Thomas Schinecker begründet die Standortwahl mit strategischen Vorteilen. Die Nähe von Forschung, Entwicklung und Produktion am Basler Hauptsitz sei entscheidend, sagt er. «Nicht aus Nostalgie, sondern weil hier vieles zusammenkommt, was wir brauchen. Und das ist ein echter Vorteil.»

Das neue Produktionsgebäude habe nichts mehr mit der Chemieproduktion von früher zu tun: «Das ist ein hoch technisierter Bau mit geschlossenen, automatisierten Prozessen, der keine Emissionen mehr verursacht», sagt Schinecker.

Kontrast zu Novartis

Wie aussergewöhnlich diese Investition von Roche in Basel ist, zeigt der Vergleich mit Novartis. Die Konkurrentin hat Anfang September angekündigt, ihre letzte Produktionsanlage im Klybeck-Areal bis Ende 2027 zu schliessen. Rund 130 Stellen fallen dadurch weg. Novartis setzt zwar weiterhin als Forschungs- und Entwicklungsstandort auf Basel. Die kommerzielle Produktion verschwindet jedoch vollständig aus der Stadt.

Novartis schliesst die Anlage, weil auf dem verkauften Klybeck-Areal ein Wohnquartier entstehen soll. Die Gewerkschaft Unia kritisiert diese Schliessung und verweist auf Alternativen in der Region. Es gebe etwa auf dem Campus gegenüber dem Klybeck-Areal genügend Platz, um die Produktion weiterzuführen.

Der Konzern schreibt in einer Stellungnahme: «Basel-Stadt ist der Standort unseres Hauptsitzes und eines unserer Forschungs- und Entwicklungszentren. Dort investieren wir weiterhin in Forschung und Entwicklung. Die kommerzielle Produktion von Novartis in der Schweiz erfolgt an unseren Standorten in Schweizerhalle und Stein.» Damit endet im Klybeck-Areal eine rund 150-jährige Industriegeschichte, die einst den Grundstein für die Basler Chemie- und Pharmaindustrie legte.

Basel freut sich über Roche-Ausbau

Mit der Investition stellt sich Roche also gegen den Branchentrend. Die Basler Regierung wertet das grosse Bauprojekt als Signal für den Standort.

Roche ist seit 130 Jahren hier bei uns in Basel. Diese Investition ist ein Zeichen des Vertrauens.

Wirtschaftsdirektor Kaspar Sutter spricht von einem Vertrauensbeweis: «Roche ist seit 130 Jahren hier bei uns in Basel. Diese Investition ist ein Zeichen des Vertrauens.»

Die neue Anlage im Kleinbasel soll 2030 betriebsbereit sein. Ab dann sollen dort Wirkstoffe für weltweit verkaufte Medikamente hochautomatisiert und mit KI-Unterstützung produziert werden.

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