Rindfleisch und Geflügel – Schweiz stoppt Fleisch aus Brasilien wegen Antibiotika

Was ist passiert? Anfang September 2026 hat die EU die Einfuhr von Rindfleisch und Geflügel aus Brasilien verboten. Und zwar wegen möglichem Einsatz von Antibiotika.
Gilt dieses Importverbot auch in der Schweiz? Ja, die Schweiz ist ebenfalls betroffen. Das bestätigt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Auch die Schweiz darf seit dem 3. September kein Geflügel und kein Rindfleisch mehr aus Brasilien importieren.
Was ist der Grund für das Verbot? In der EU dürfen Nutztieren keine Antibiotika zur Wachstums- oder Leistungssteigerung verabreicht werden. Gewisse Antibiotika, die für Menschen überlebenswichtig sind (sogenannte Reserveantibiotika), dürfen für Tiere gar nicht eingesetzt werden. Dies, um Antibiotikaresistenzen zu verhindern. Brasilien hat bisher keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass seine Produkte die Anforderungen an den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung erfüllen. Deshalb hat die EU nun ein Importverbot erlassen. Und die Schweiz zieht mit.
Was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten? Brasilien ist einer der weltweit grössten Exporteure von Rindfleisch und Geflügel. Trotzdem wird nicht sehr viel Rindfleisch aus Brasilien in die Schweiz importiert. Die Branchenorganisation der Fleischbranche Proviande schreibt, dass fast 80 Prozent des Rindfleischs in der Schweiz produziert werde. Der grösste Teil der Rindfleisch-Importe komme aus Deutschland und Österreich. Im Verkaufsregal werde man deshalb nicht viel von diesem Importverbot merken.
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Wie ist die Situation beim Geflügel? Rund 40 Prozent des Geflügels wird importiert. Davon kommt ein Drittel aus Brasilien. Das sei zwar eine nicht zu vernachlässigende Menge, schreibt die Branchenorganisation, aber trotzdem sei die Situation noch bewältigbar. Proviande rechnet also nicht mit einem Fleischengpass.
Was sagen Migros und Coop? Bei Coop betrifft das Importverbot nur wenige Produkte aus Brasilien. Zu denen gebe es aber Alternativen. Migros schreibt Ähnliches: Es seien nur wenige Convenience-Produkte wie Poulet-Nuggets betroffen. Dort stellt Migros nun auf Ware aus der EU um.
Muss man mit einer Preiserhöhung rechnen? Proviande schreibt, man habe keinen Einfluss auf die Preisgestaltung des Detailhandels. Das Szenario einer Preiserhöhung bei Fleisch könne aber Stand heute «nicht ausgeschlossen werden».
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