Schwarze Liste für Doppelbürger: Israel stoppt Swiss-Personal

- Israel sperrt ausländische Flugbesatzungen bestimmter Nationalitäten aus, auch die Swiss ist betroffen.
- Betroffene Crewmitglieder dürfen nicht mehr nach Tel Aviv fliegen, auch nicht mit zusätzlichem Schweizer Pass.
- Laut der Swiss gilt die Regel für 29 Länder, nur ein «sehr kleiner Teil» der Mitarbeitenden ist betroffen.
Der vereitelte Terroranschlag auf einen Flydubai-Flug nach Tel Aviv hat nun auch Folgen für die Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Israel setzt seine Vorgaben für ausländische Flugbesatzungen strikter durch, wie das Online-Nachrichtenportal «Aerotelegraph» schreibt. Betroffen sind Angehörige bestimmter Staaten – und zwar auch dann, wenn sie zusätzlich einen Schweizer Pass besitzen.
Die Swiss bestätigt gegenüber 20 Minuten auf Anfrage, dass sie ebenfalls von der Vorgabe betroffen ist. «Die israelischen Behörden haben uns mitgeteilt, dass wir Crewmitglieder mit bestimmten Staatsangehörigkeiten nicht auf Flügen nach Israel einsetzen dürfen», sagt Mediensprecherin Silvia Exer-Kuhn. Das gelte für Pilotinnen und Piloten ebenso wie für das Kabinenpersonal.
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Schweizer Pass macht keinen Unterschied
Die Regel gilt auch für Doppelbürger. Laut der Swiss sind Staatsangehörige von insgesamt 29 Ländern betroffen. Besitzt ein Crewmitglied neben dem Schweizer Pass auch die Staatsangehörigkeit eines dieser Länder, darf es nicht mehr auf einem Flug nach Tel Aviv eingesetzt werden.
«Ob ein Crewmitglied ausschliesslich die Staatsbürgerschaft eines dieser Länder besitzt oder zusätzlich über die Schweizer oder eine andere Staatsbürgerschaft verfügt, spielt dabei keine Rolle», erklärt Exer-Kuhn.
Wie viele Mitarbeitende der Airline davon betroffen sind, gibt die Swiss nicht bekannt. Auch zu deren Nationalitäten macht sie keine Angaben. Es handle sich jedoch um einen «sehr kleinen Teil» der fliegenden Mitarbeitenden.
Vereitelter Anschlag löste strengere Kontrollen aus
Auslöser war ein Vorfall auf einem Flydubai-Flug Ende September. Ein aus Oman stammender Kopilot soll den Kapitän attackiert und versucht haben, das Flugzeug auf den Flughafen Tel Aviv stürzen zu lassen. Nach israelischen Vorgaben hätte er aufgrund seiner Staatsangehörigkeit gar nicht auf dem Flug eingesetzt werden dürfen.
In der Folge geriet die Kontrolle der Crews in den Fokus. Allein 2026 sollen mindestens 1240 Crewmitglieder aus Staaten ohne diplomatische Beziehungen zu Israel ins Land eingereist sein, wie das Online-Nachrichtenportal Aerotelegraph berichtet. Auch andere Airlines müssen ihre Einsatzplanung anpassen. Bei Air France ist laut Medienberichten von bis zu 31 betroffenen Nationalitäten die Rede. Eine einheitliche öffentlich zugängliche Liste gibt es bislang nicht.
Swiss muss Crews umplanen
Swiss fliegt derzeit zweimal täglich nach Tel Aviv. «In der kurzfristigen Planung kann dies dazu führen, dass ein Crewmitglied durch ein anderes ersetzt werden muss», sagt Mediensprecherin Silvia Exer-Kuhn. Bei der mittel- und langfristigen Planung berücksichtige die Airline die Vorgaben bereits beim Erstellen der monatlichen Einsatzpläne.
Grundsätzlich kenne Swiss die Nationalitäten ihrer fliegenden Mitarbeitenden. Zusätzlich seien die Crews über die Vorgaben informiert worden. «Wir haben die Crewmitglieder gebeten, uns zusätzliche Staatsangehörigkeiten betroffener Länder zu melden, falls diese nicht bereits mitgeteilt und in unseren Systemen erfasst wurden», sagt Exer-Kuhn.
Martine Anastasiou (man), Jahrgang 2001, arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Wirtschaft.
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