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Sunday, October 11, 2026

Asylunterkunft für 150 Leute – Widerstand gegen Asylzentrum in Pratteln

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Asylunterkunft für 150 Leute Widerstand gegen Asylzentrum in Pratteln

Das frühere Problemquartier Längi will keine Zustände wie in den 90er-Jahren und wehrt sich gegen ein Asylzentrum für 150 Personen.

«Zwei Häuser wurden bereits verkauft», sagt Philippe Schuler, Präsident des Quartiervereins Längi. Zudem gebe es Leute, die sich überlegten, die Längi zu verlassen.

Wir haben Angst vor Übergriffen und sorgen uns um unsere Ruhe.

Im Aussenquartier der Baselbieter Gemeinde Pratteln soll nämlich ein Erstaufnahmezentrum für Asylsuchende entstehen. «Wir haben Angst vor Übergriffen und sorgen uns um unsere Ruhe», sagt Schuler.

Die Längi ist ein Ort, der sich die Ruhe erkämpfen musste. Lange galt sie als Problemquartier: Sie machte mit Abfall in den Strassen, Wohnblöcken und Jugendbanden Schlagzeilen. 2008 starteten Gemeinde und Bund das Projekt «Urbain». Fortan wurde Abfall beseitigt, es entstand ein Quartiertreffpunkt und man investierte in die Jugendarbeit.

Mann mit Sonnenbrille zeigt auf ein Feld.
Legende: Philippe Schuler vom Quartierverein Längi zeigt, wo das neue Asylheim geplant ist. SRF/Michael Müller

Das ehemalige Problemviertel ist zu einem normalen Quartier geworden. Und so soll es auch bleiben, sagt Schuler. Kommt das Asylzentrum, könnte sich das ändern, befürchtet er.

150 Menschen sollen kommen

Die geplante Asylunterkunft soll 150 Menschen Platz bieten. Sie soll 2027 in Betrieb gehen.

Image Problemquartier abgeschüttelt

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  • Bild 1 von 2. Die Längi galt jahrelang als ein Problemquartier. Die unter anderem aufgrund der vielen Häuserblöcke aus den 1960er-Jahren, illegal entsorgtem Abfall und Jugendbanden. Bildquelle: SRF/Michael Müller.

  • Bild 2 von 2. Mittlerweile sind die meisten Probleme gelöst, weil Gemeinde und Bund Geld und Energie in die Aufwertung des Quartiers steckten. Bildquelle: SRF/Michael Müller.

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In Pratteln schielen nun einige nach Kandersteg BE. Da war der Widerstand gegen eine Asylunterkunft so gross, dass sich die Eigentümer des Hauses zurückzogen. Nun muss der Kanton Bern einen anderen Ort finden, um die Asylsuchenden unterzubringen, die in Kandersteg hätten einziehen sollen.

Stadt Zürich lässt Kritik kalt

Auch in Zürich-Leimbach gab es Kritik an einer Unterkunft. Als der Kanton ankündigte, ein ehemaliges Altersheim als Asylzentrum umzunutzen, sammelten Kritikerinnen und Kritiker Tausende Unterschriften dagegen. Leimbach beherberge auch ohne das neue Zentrum überdurchschnittlich viele Geflüchtete, hiess es. Schulen und weitere Infrastrukturen würden mit dem neuen Heim überlastet.

Die Stadt Zürich hielt aber an ihren Plänen fest. Voraussichtlich im August 2027 soll das Asylzentrum aufgehen.

Kritik an einer bereits bestehenden Asylunterkunft gab es kürzlich auch in Basel-Stadt. Die Männer, die in der unterirdischen Anlage wohnen, würden Messer und Drogen in den Vorgärten verstecken, klagten Anwohnerinnen und Anwohner.

Mittlerweile finden die Patrouillen einer Sicherheitsfirma häufiger statt und nicht mehr nur im Gebäude, sondern auch um das Gebäude herum.

Ich kann die Leute in Pratteln beruhigen.

Gemächlicher sei die Situation in Laufen BL, sagt Stadtpräsident Pascal Bolliger. Dort steht das Vorgänger-Heim von Pratteln. Es schliesst bald. «Ich kann die Leute in Pratteln beruhigen.» Bedenken hätten einige zuerst auch in Laufen gehabt. «Es lief aber gut», sagt Bolliger. «Ich habe von keinen grösseren Problemen in oder um das Heim herum gehört.»

Er führt die Situation auf die Kommunikation zurück. Es sei wichtig, dass die Betreiber des Heims für die Bevölkerung offen seien. «Die Bevölkerung muss wissen, wo sie sich melden kann, falls es Probleme gibt.»

Im Zentrum in Laufen leben 200 Personen. Knapp die Hälfte sind Familien oder Frauen. Die anderen sind alleinreisende Männer.

Geschultes Personal vor Ort

Mit ihnen habe man «gute Erfahrungen» gemacht, sagt auch Fabian Dinkel. Er ist für die Zentren in Laufen und Pratteln zuständig. «Während 24 Stunden ist geschultes Personal vor Ort», verspricht der Vorsteher des kantonalen Sozialamtes.

Zurück nach Pratteln, zu Philippe Schuler vom Quartierverein. Verhindern wolle er das Zentrum nicht, sagt er. Nur verschieben. Er glaubt: «Es gibt Parzellen in Pratteln, die sich besser für ein Asylheim eignen.»

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