Guy Parmelin tritt zurück – Fünf Parmelin-Momente zum Schmunzeln

Noch-Bundesrat Guy Parmelin ist längst zum kollegialen wie pragmatischen Staatsmann gereift. Er hat Freihandelsabkommen abgeschlossen, Abstimmungen gewonnen, einen Zollstreit mit dem US-Präsidenten moderiert. Gesprächsthema war der «Teamplayer Parmelin» aber auch aus anderen Gründen: wegen anfangs bescheidener Englischkenntnisse, auffälliger Freizeitoutfits – und einer ordentlichen Prise Selbstironie.
1. «I can English understand»
«I can English understand, but je préfère répondre en français», sagte Parmelin Anfang Dezember 2015 in, nun ja, einem unorthodoxen Sprachmix vor einem TV-Mikrofon. Damals stand die Bundesratswahl unmittelbar bevor.
Die Englischkenntnisse des Bundesratskandidaten wurden damals im In- und Ausland belächelt. Selbst die «New York Times» griff das Zitat drei Jahre später auf, als Parmelin das Wirtschaftsdepartement übernahm. Heute dürfte ihm jedoch kaum noch jemand mangelnde Englischkenntnisse vorwerfen: Der Bundesrat tritt souverän auf internationalem Parkett auf und spricht fliessend mit Diplomaten, Wirtschaftsvertreterinnen und Staats- und Regierungschefs aus aller Welt.
2. Parmelin, der Comic-Fan
2015, ebenfalls noch als Bundesratskandidat, gab sich Parmelin im Tagesgespräch bei Radio SRF als Comic-Fan zu erkennen. Er sei ein «grosser Leser», meinte Parmelin in der Vorstellungsrunde: Er lese Biografien, Romane und – Comics. Asterix, Titeuf und Leutnant Blueberry zum Beispiel.
Diesem Hobby blieb Parmelin treu. Als sich der Bundesrat Ende 2023 in die Weihnachtspause verabschiedete – Ignazio Cassis zog die Wanderschuhe an, Viola Amherd die Skier und Albert Rösti die Langlaufskier –, verriet Parmelin, dass er sich vor allem auf die neueste Geschichte von Gaston Lagaffe freue. Inzwischen steht sogar eine Figur des berühmten Comic-Helden auf seinem Arbeitspult: ein Geschenk zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten.
3. Fashion-Statements auf der Bundesratsreise
Einmal im Jahr unternimmt der Bundesrat einen zweitägigen Ausflug, die sogenannte Bundesratsreise. Gleich bei seinem ersten Termin fiel Parmelin als einziger Bundesrat mit kurzer Hose auf. Auch in den Jahren danach sorgten Parmelins Outfits für Gesprächsstoff. Besonders denkwürdig war der Safarihut, mit dem sich der Bundesrat im Jahr 2022 zeigte.
In Freizeitkleidung mit dem Bundesrat
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 3. Guy Parmelin bei seiner ersten Bundesratsreise im Sommer 2016. Bildquelle: Keystone / Lukas Lehmann.
-
Bild 2 von 3. Parmelin mit auffälligem Sonnenschutz bei der Bundesratsreise 2022. Der «Blick» sprach später nur noch vom «Kult-Hut». Bildquelle: Keystone / Ennio Leanza.
-
Bild 3 von 3. Im Parsley-Hemd kam Parmelin 2026 auch bei der Jugend gut an. Bildquelle: Keystone / Anthony Anex.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
4. Satire-Preisträger
Seit 1988 vergibt eine Lausanner Satirezeitschrift den «Prix Champignac». Der Preis wird ironisch an Westschweizer Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, und zwar für besonders umständliche und verworrene Äusserungen.
2024 sicherte sich Guy Parmelin den zweiten Platz. Ausgezeichnet wurde er für sein Bonmot «Il faut bien commencer par un début» – auf Deutsch etwa: «Man muss ja mit einem Anfang anfangen.» Bei der Preisverleihung meldete sich Parmelin per Videobotschaft zu Wort und zeigte sich erfreut und selbstironisch zugleich. Die Trophäe nahm er später persönlich entgegen und freute sich über seine Aufnahme ins «welsche Pantheon der Phrasendrescher».
5. «Great since 1291»
Vergangenen Sommer reiste Parmelin als Bundespräsident zu einem WM-Spiel der Fussball-Nati nach Kanada. Auf der Tribüne erschien er mit einem roten Käppi, darauf in weissen Buchstaben: «Switzerland – Great since 1291».
Vereinzelt wurde diese Geste als unnötig provokativ empfunden. Doch grundsätzlich erhielt Parmelin parteiübergreifendes Lob. Und: Das Käppi avancierte dank seines prominenten Trägers auch noch zum Verkaufsschlager. In seinem letzten Jahr als Bundesrat gelang Guy Parmelin also nochmals ein modischer Coup.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.