Nach Rassismus gegen Bah: "Herausragend, wie der Verein sich positioniert"
Nach den rassistischen Beleidigungen gegen den Augsburger Juma Bah äußerte sich Coach Manuel Baum und zeigte sich beeindruckt von der Reaktion des Vereins - was auch Bah geholfen habe.

Verließ nach seinem Platzverweis geknickt das Spielfeld: Juma Bah IMAGO/Matthias Koch
Nach dem Remis gegen Union Berlin rückte in Augsburg das Sportliche zunächst in den Hintergrund, weil es nach dem Platzverweis gegen Juma Bah zu rassistischen Beleidigungen kam. Vor dem Pokalspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach (Dienstag, 18 Uhr) äußerte sich FCA-Coach Manuel Baum nochmal zu den hässlichen Vorfällen vom Wochenende.
"Ich finde es echt bemerkenswert, wie der Verein damit umgeht. Gerade nach Spielen ist es ja meistens so, dass der Fokus auf dem Spiel liegt, und ich finde es wirklich herausragend, wie der Verein sich da positioniert hat, wie schnell er darauf reagiert hat", sagte Baum am Montag und verriet auch, dass am Sonntag in der Kabine nochmal drüber gesprochen wurde.
Baum hebt Webers Ansprache hervor
Dabei hob Baum Sportdirektor Benjamin Weber hervor. Weber habe erneut angesprochen, "dass wir in solchen Situationen erstens nicht wegschauen und zweitens dann zusammenhalten." Die Reaktion von Bah? "Der war dann mit einem Lächeln im Gesicht in der Kabine gesessen, weil er halt merkt, wie der Verein, wie wir uns dagegenstellen und dass wir da einfach alle zusammenhalten." Der Verein hatte bereits am Samstag mit einem Statement auf den Rassismus reagiert und rechtliche Schritte angekündigt.
In der 63. Minute war der Verteidiger vom Platz geflogen, weil er einen Zweikampf mit Unions Andras Schäfer mit gestrecktem Bein geführt hatte. Augsburg, das wegen der Roten Karte für Felix Uduokhai in der 19. Minute zuvor lange in Überzahl agiert hatte, ging in der Folge zwar noch durch Han-Noah Massengo in Führung, musste sich am Ende aber mit einem Punkt zufriedengeben.
Update zu Brackelmann
Trotz der Roten Karte darf Bah im Pokal spielberechtigt sein, Baum ließ allerdings offen, ob er den 20-Jährigen bringen wird. Keine Option in der 2. Pokalrunde wird Calvin Brackelmann sein. Der 27-Jährige fällt nach einem Zusammenprall mit Uduokhai vorerst aus, nachdem er vorübergehend in einem Krankenhaus untersucht wurde.
Baum berichtete, dass Brackelmann auch am Sonntag noch über Kopfschmerzen geklagt hatte. Aber ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, dennoch sei er für die Spiele im Pokal und am Samstag gegen Freiburg raus.
Sportlich steigt der Druck auf den FCA nach fünf Spielen ohne Sieg. Dass der Gegner am Wochenende 1:7 bei Wehen Wiesbaden verlor, mache die Vorbereitung sogar "schwieriger", sagte Baum und betonte: "Wir müssen alles reinhauen, was wir haben, um den kürzesten Weg nach Berlin zu beschreiten."
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