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Friday, October 23, 2026

Studie zu Kohle, Öl und Gas – Raus aus fossilen Energien – aber wer macht den Anfang?

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Kohle, Öl und Gas sind massgeblich schuld an der Erderwärmung. Soll diese begrenzt werden, muss die Welt möglichst rasch aus den fossilen Energien aussteigen. Doch ein Ausstieg, den allein der Markt steuert, könnte ärmere Förderländer hart treffen. Eine neue Studie der Denkfabrik ClimateAnalytics zeigt nun, wie ein koordinierter Ausstieg diese Folgen abmildern könnte. SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann hat sich die Studie angeschaut.

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor

Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

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Was meint die Studie mit koordiniertem Ausstieg?

Sinkende Nachfrage bringt sinkende Preise. Spielt allein der Markt, gewinnen Länder, die Öl, Gas und Kohle am günstigsten fördern können. Bei Öl und Gas wären das die Länder am Persischen Golf. Ein koordinierter Ausstieg hiesse: Diejenigen Länder, die können, steigen schneller aus und lassen jenen mit weniger Polster mehr Zeit.

Was würde sonst ärmeren Förderländern drohen?

Staaten wie Nigeria, Angola oder Algerien hängen stark von fossilen Einnahmen ab, haben aber wenig Geld für den Umbau ihrer Wirtschaft. Laut der Studie könnte ihre Förderung in den nächsten Jahren um 30 bis 75 Prozent einbrechen. Der Einnahmeausfall würde die Budgets für Bildung und Gesundheit massiv treffen und könnte politische Instabilität auslösen.

Wie genau könnte ein geordneter Ausstieg ablaufen?

Die Studienautoren schlagen ein Vorgehen in Wellen vor: Die USA, Kanada, Australien, Grossbritannien, Norwegen und China müssten bis Anfang der 2040er-Jahre aussteigen. Dann käme ein Mittelfeld: Saudi-Arabien, Russland und die VAE sollten die Kohleförderung um 2040 beenden, Gas bis Mitte der 2040er-Jahre und Öl bis etwa 2050. Verletzliche Staaten wie Nigeria, Angola oder Irak reduzieren langsamer, müssen aber in den 2070er-Jahren ausgestiegen sein.

Person in einer Warnweste steht auf gestapelten Ölfässern mit Logos.
Legende: Auch bei einem koordinierten Vorgehen sinken ihre Einnahmen. Wohlhabende Staaten sollten deshalb unterstützen, Schulden erlassen und Investitionen in erneuerbare Energien mitfinanzieren. REUTERS/Afolabi Sotunde

Wie realistisch ist es, dass die Abnehmerstaaten mitmachen?

Ein umfassendes und multilaterales Abkommen ist derzeit unrealistisch. Die Autoren setzen auf willige Länder und bestehende Allianzen für den Kohle- sowie den Öl- und Gasausstieg. Grosse Abnehmer wie die EU, Japan, Indien oder China könnten über ihre Importe steuern: Bezieht die EU verbleibendes Gas eher aus verletzlichen Ländern als aus den USA oder Norwegen, lenkt sie den Markt aktiv.

Wie gross sind die Chancen, dass der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas gelingt?

Noch wachsen fossile Investitionen vielerorts. Die Autoren verweisen aber auf sogenannte disruptive Entwicklungen: Solar- und Windstrom, Batterien, Wärmepumpen und E-Autos sind günstiger geworden und führen zu einem Rückgang der Nachfrage an fossilen Energieträgern. Das Fazit der Autoren: Die Frage ist nicht mehr, ob der Ausstieg kommt, sondern wie schnell und wie geordnet. Ohne politische Steuerung drohen Preiskämpfe und soziale Krisen. Wird der Ausstieg aber koordiniert, können verletzliche Volkswirtschaften geschützt werden und das Ganze läuft tendenziell schneller ab.

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