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Monday, September 14, 2026

VR-Branche verliert namhaftes Studio: „Moss“-Entwickler Polyarc schließt

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Polyarc, das Studio hinter den gefeierten VR-Titeln „Moss“ und „Moss: Book II“, wird keine Spiele mehr entwickeln. „Unsere Arbeit ist nun beendet“ , heißt es in der Abschiedserklärung, die das Studio unter anderem auf LinkedIn verkündete. Rund 29 verbliebene Mitarbeitende verlieren ihre Stellen. Das Studio veröffentlichte eine Liste der Betroffenen, um ihnen bei der Jobsuche zu helfen.

Die Abwärtsspirale bei Polyarc begann im vergangenen Jahr. Ein größeres, nie öffentlich angekündigtes Projekt verlor im Dezember 2025 mitten in der Entwicklung seine Finanzierung – etwa zeitgleich mit Metas Rückzug aus dem VR-Publishing und der Drittherstellerfinanzierung. Polyarc versuchte daraufhin vergeblich, einen externen Publisher als Retter zu gewinnen. Ende März 2026 folgte die Entlassung von etwa zwei Dritteln der Belegschaft. Ob es sich bei dem gestrichenen Vorhaben um „Moss 3“ handelte, ist bis heute nicht bekannt.

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Um der engen und kriselnden VR-Nische zu entkommen, veröffentlichte Polyarc am 16. Juli 2026 „Moss: The Forgotten Relic“ für PC und Konsolen. Die Neuaufbereitung beider „Moss“-Teile samt DLC konnte vor der Veröffentlichung zwar über 200.000 Steam-Wishlist-Einträge sammeln, der erhoffte Erfolg blieb aber wohl aus. Offizielle Absatzzahlen gibt es nicht, weniger als 400 Steam-Rezensionen sprechen aber eine eindeutige Sprache. Auch „Glassbreakers: Champions of Moss“, ein PvP-Strategietitel im „Moss“-Universum, der Ende 2025 für Quest und PC-VR erschien, konnte das Studio nicht stabilisieren.

Das erste „Moss“ zeigte 2018, dass VR nicht zwingend Ego-Perspektive bedeuten muss und gilt bis heute als eines der besten VR-Spiele aller Zeiten. „Moss: Book II“ erhielt 2022 bei den Game Awards die Auszeichnung als „VR/AR Game of the Year“. Insgesamt sammelten beide Titel über 160 Preise und Nominierungen. Was langfristig mit der Marke „Moss“ und den bestehenden Titeln geschieht, hat Polyarc bislang nicht mitgeteilt. Gerüchte über eine Übernahme gibt es bislang nicht.

Polyarc steht exemplarisch für ein strukturelles Problem: Auch Kritikerlob und etablierte Marken genügen nach Metas Strategiewechsel nicht mehr, um Studios nachhaltigen Erfolg zu sichern. Neben Polyarc mussten 2026 bereits mehrere etablierte VR-Teams drastische Einschnitte hinnehmen oder stellten den Betrieb komplett ein.

Das traditionsreiche britische Studio nDreams schloss im März drei Studios und strich 78 Arbeitsplätze. Mighty Coconut, das mit „Walkabout Mini Golf VR” eine der erfolgreichsten VR-Marken betreibt, musste ebenfalls Stellen streichen und Projekte einstampfen. Genauso wie Cloudhead Games („Pistol Whip“), Vertigo Games („Arizona Sunshine”), Combat Waffle Studios („Ghosts of Tabor“) und Kluge Interactive („Synth Riders“). Meta selbst schloss alle seine internen Entwicklerstudios und den Publishing-Arm Oculus Gaming.

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