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Sunday, October 25, 2026

Lindt-Präsident: «Tut weh, die Produkte im Ausverkauf zu sehen»

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  • Wegen zu hoher Preise muss Lindt in der Schweiz und in Deutschland nun mit Rabatten Kunden zurückholen.
  • Laut VR-Präsident Tanner hatte man sich zu sehr auf Markttests verlassen.
  • Konzernchef Adalbert Lechner und der Deutschland-Chef mussten gehen, Tanner selbst bleibt im Amt.

Lindt-Schokolade wird derzeit auffallend oft zu Aktionspreisen angeboten – sehr zum Leidwesen von Ernst Tanner: «Es tut mir weh, unsere Produkte im Ausverkauf zu sehen», sagt der Lindt & Sprüngli-Verwaltungsratspräsident im Interview mit der «NZZ am Sonntag» (Bezahlartikel). Doch die Rabattstrategie sei nötig, um auf Preissenkungen aufmerksam zu machen und Kunden zurückzugewinnen.

«Produkte wurden offensichtlich zu teuer.»

VR-Präsident Tanner

Betroffen sind vor allem die Schweiz und Deutschland. Tanner räumt ein, dass das Unternehmen die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft in diesen Ländern überschätzt habe. Markttests hätten etwa nahegelegt, dass Konsumenten für eine Packung Lindor-Kugeln statt 9.95 auch 12.95 Euro bezahlen würden – die Realität sah anders aus. «Für einige Konsumenten wurden unsere Produkte in den vergangenen Monaten offensichtlich zu teuer.»

CEO und Deutschland-Chef mussten gehen

Die Fehleinschätzung hat personelle Folgen: Neben dem Deutschland-Chef musste auch Konzernchef Adalbert Lechner gehen. Der frühere CEO Dieter Weisskopf übernimmt vorübergehend. Für die definitive Nachfolge sucht Lindt auch ausserhalb des Unternehmens geeignete Kandidaten. Tanner selbst will VR-Präsident bleiben. Frühestens wenn Lindt wieder auf Kurs sei, werde er sich dem nächsten Lebensabschnitt zuwenden.

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An der Börse haben die Lindt-Titel seit Februar rund 40 Prozent verloren. Eine konzernweite Krise weist Tanner dennoch zurück: In Amerika und im Fernen Osten rechnet Lindt & Sprüngli weiterhin mit einem stabilen Wachstum von 6 bis 8 Prozent im Jahr 2026. Auch einen konzernweiten Stellenabbau schliesst er aus. Gespart wird trotzdem: Das Weihnachtsessen in der Schweiz fällt ins Wasser – das soll laut Tanner vor allem als Signal für mehr Sparsamkeit gelten.

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Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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