Polizei will illegale Party auflösen – Vermummte feuern Raketen

- Eine illegale Party beim Hardplatz in Zürich ist in der Nacht auf Sonntag eskaliert.
- Über 100 Personen griffen die Polizei mit Steinen, Glasflaschen und Feuerwerksraketen an – ein Polizist wurde verletzt.
- Mehrere Polizeifahrzeuge erlitten Totalschaden; erst gegen 3 Uhr morgens hatte die Stadtpolizei die Lage unter Kontrolle.
Eine illegale Party beim Hardplatz in Zürich ist in der Nacht auf Sonntag völlig eskaliert. Über 100 Personen, darunter teilweise Vermummte, lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Einsatzkräfte wurden mit Steinen, Glasflaschen und Feuerwerksraketen angegriffen. Ein Polizist wurde verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge schwer beschädigt.
Wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt, wurde ihr die Party am Samstagabend kurz nach 23 Uhr gemeldet. Zunächst liessen die Einsatzkräfte die Feiernden gewähren. Doch dann gingen Meldungen über Sachbeschädigungen an Hausfassaden und Fahrzeugen, gezündete Böller und belästigte Anwohner ein.
Raketen detonieren auf Kopfhöhe
Die Polizei entschied daraufhin, die Party aufzulösen. Die über 100 Personen, die sich teilweise in einer verbarrikadierten Unterführung aufhielten, wurden mehrfach aufgefordert, das Gelände innerhalb von zehn Minuten zu verlassen.
Doch statt abzuziehen, griffen Personen aus der Menge die Einsatzkräfte mit Glasflaschen und Pflastersteinen an. Die Gewalt war laut Polizei so massiv, dass sich die Beamten zunächst zurückziehen mussten. Dabei wurden sie von einer weiteren Gruppe gezielt mit Feuerwerksraketen beschossen. Die Geschosse detonierten laut Polizei unmittelbar auf Kopfhöhe.
Die Stadtpolizei vermutet, dass die Angreifer bereits im Vorfeld Depots mit Raketen angelegt hatten. Nur dank ihrer Schutzausrüstung seien schwerere Verletzungen verhindert worden.
Rund zwei Dutzend Container angezündet
Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer, Gummischrot und Reizstoff ein. Doch auch beim erneuten Vorrücken wurden die Einsatzkräfte mit Steinen und Raketen angegriffen. Die gewalttätigen Personen verbarrikadierten Strassen und setzten rund zwei Dutzend Container in Brand. Über längere Zeit wurden die Polizistinnen und Polizisten mit Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen.
Erst gegen 3 Uhr morgens gelang es der Stadtpolizei, die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Polizeifahrzeuge mit Totalschaden
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde ein Polizist verletzt. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden massiv beschädigt, an einigen entstand Totalschaden.
Wie hoch der gesamte Sachschaden ausfällt, ist noch unklar. Die Ermittlungen dazu laufen.
Im Verlauf des Einsatzes stellte die Polizei zudem eine Musikanlage sicher. Schutz & Rettung Zürich war gemeinsam mit der Stadtpolizei im Einsatz, um die zahlreichen Brände zu löschen.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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