Von wegen «Égalité» am Eiffelturm: Frauen mussten für indische Hindu-Gruppe verschwinden
Von wegen «Égalité» am Eiffelturm
Frauen mussten für indische Hindu-Gruppe verschwinden
Frankreich steht für «Égalité», Gleichheit. Doch ausgerechnet am Eiffelturm sollen Frauen für eine hinduistische Delegation aus Indien weichen müssen. Die Folge: Empörung, Streik – und ein geschlossenes Pariser Wahrzeichen.
Publiziert: vor 10 Minuten
Aktualisiert: vor 8 Minuten
Darum gehts
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- Eiffelturm schliesst am 6. September wegen Diskriminierung von Frauen
- Indische Delegation forderte Einschränkungen für weibliche Angestellte am Wahrzeichen
- Normalerweise besuchen jährlich sieben Millionen Menschen den Eiffelturm
Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst
Frankreich steht für «Liberté, Égalité, Fraternité». Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Doch ausgerechnet am Eiffelturm soll dieses republikanische Versprechen für eine Besuchergruppe aus Indien plötzlich nicht mehr gegolten haben.
Mitglieder der konservativen hinduistischen Organisation BAPS aus Indien sollen bei ihrem Besuch verlangt haben, Interaktionen mit Frauen einzuschränken. Rund 100 Mitglieder der religiösen Delegation waren am Wochenende in Paris, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtet.
Die Folge laut Gewerkschaft: Weibliche Angestellte mussten ihre Arbeitsplätze verlassen, wurden durch Männer ersetzt oder sollten sich aus dem Blickfeld der Besucher entfernen. Für die Belegschaft ein Skandal. Sie legte die Arbeit nieder – der Eiffelturm blieb geschlossen. Sieben Millionen Menschen besuchen das Pariser Wahrzeichen jährlich – am Sonntag gar niemand.
Erboster Bürgermeister
BAPS ist eine einflussreiche hinduistische Organisation mit Wurzeln im indischen Gujarat. Die Bewegung gilt als konservativ und wird in Medienberichten mit dem Umfeld der hindu-nationalistischen Partei von Premierminister Narendra Modi in Verbindung gebracht.
Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire reagierte mit deutlichen Worten: Das Vorgehen sei «nicht akzeptabel». Eine Untersuchung wurde angekündigt.
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Die bittere Ironie: Ausgerechnet am Symbol von Paris mussten Frauen offenbar verschwinden – in einem Land, dessen Nationalmotto seit Jahrhunderten «Égalité» verspricht.
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