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Monday, September 7, 2026

Anika (26) zahlt 2720 Fr. für Haarentfernung – dann reicht es ihr

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«Ich realisiere gerade, dass meine Lasermaus mich abzieht, weil ich mich alle vier Wochen lasern lasse, und ich frage mich, warum mir nach acht Monaten immer noch Haare wachsen.» Das erzählt Tiktokerin Zana in einem Video, in dem sie über Haarentfernung mit dem Laser spricht. In den fast 500 Kommentaren berichten Follower von ähnlichen Erfahrungen.

Auch Zürcherin Anika (26) kann davon ein Lied singen. Nach 18 Terminen und 2720 Franken hat sie immer noch kein zufriedenstellendes Ergebnis. Im Juli 2024 reicht es ihr. «Wie wollt ihr hier fortfahren?», schreibt sie dem behandelnden Zürcher Laserstudio.

Schon während der Behandlungen habe sie immer wieder angesprochen, dass sie kaum einen Unterschied sehe. Ihr sei gesagt worden, einige Kundinnen und Kunden bräuchten einfach länger. «Was mich so wütend gemacht hat, ist nicht der Fakt, dass es bei mir nicht ging. Sondern dass sie mir so viele Sitzungen lang immer wieder gesagt hatten, dass es gut aussieht und normal ist.» Heute lässt sich Anika in einem anderen Studio behandeln. Dort sehe sie bereits nach deutlich weniger Behandlungen einen Unterschied.

Auf welche Methode der Haarentfernung setzt du?

Fast 10’000 Euro Ausgaben – nach einem Jahr sind alle Haare wieder da

Auch Zürcherin L. S. (38) machte schlechte Erfahrungen. Für unzählige Behandlungen in Deutschland zahlte sie nach eigenen Angaben über 10’000 Euro. «Nach einem halben Jahr fingen die Haare langsam wieder an, zu wachsen. Nach einem Jahr war ich wieder genauso behaart wie zuvor.» Sie habe vor allem dem Marketing und der Bekanntheit des Studios vertraut.

S. sagt: «Ich wollte mir Zeit kaufen, weil ich im Alltag nicht ständig welche fürs Rasieren verschwenden wollte.» Stattdessen sei sie immer wieder in ein Studio nach München gefahren und habe weiterbezahlt.

Nach sechs bis acht Sitzungen sollte sich etwas tun

Dass man nach der ersten Sitzung noch keine grossen Erfolge sieht, ist normal – beim Lasern müssen die Haare in der richtigen Wachstumsphase erwischt werden, damit die Behandlung wirkt. Deswegen liegen zwischen den Terminen meist mehrere Wochen. «In der Regel», so Dermatologin Dr. med. Sabine Kurzidem, «braucht es sechs bis acht Sitzungen, bis die Erfolge da sind. Je nach Region auch mehr.»

Für ein gutes Resultat braucht es laut Fachleuten meist sechs bis acht Sitzungen.

Für ein gutes Resultat braucht es laut Fachleuten meist sechs bis acht Sitzungen.Pexels/Pexels User

Dunkle, kräftige Haare auf heller Haut reagieren laut Dr. Kurzidem besonders gut. Helle, rote, graue oder weisse Haare hingegen enthalten wenig Melanin und lassen sich deshalb schlechter behandeln. Auch Hormone und die Körperregion spielen eine Rolle. Besonders hartnäckig könne etwa Haarwuchs im Gesicht sein.

Was sie skeptisch macht, sind absolute Versprechen. «Dauerhaft haarfrei» oder gar «100 Prozent haarfrei nach fünf Sitzungen» könne niemand seriös garantieren. «Die Behandlung mit einem Laser kann zu einer dauerhaften Haarreduktion führen, aber nicht zwingend zu lebenslanger kompletter Haarfreiheit.»

Die Unterschiede bei der Haarentfernung mit Laser und IPL

IPL steht für «Intense Pulsed Light» und setzt Lichtimpulse aus einem breiteren Spektrum ein, während ein Laser mit einer einzigen, gebündelten Wellenlänge arbeitet. Welche Methode besser wirkt, hänge laut Fachleuten vor allem von Gerät, Einstellungen und Erfahrung der behandelnden Person ab. (Symbolbild)

IPL steht für «Intense Pulsed Light» und setzt Lichtimpulse aus einem breiteren Spektrum ein, während ein Laser mit einer einzigen, gebündelten Wellenlänge arbeitet. Welche Methode besser wirkt, hänge laut Fachleuten vor allem von Gerät, Einstellungen und Erfahrung der behandelnden Person ab. (Symbolbild)Pexels/Kerim Eveyik

Beide Methoden nutzen Lichtenergie, um die Haarwurzel zu erhitzen und so das Haarwachstum zu reduzieren. Der Unterschied liegt in der Art des Lichts:

Laser: Das Gerät arbeitet mit stark gebündeltem Licht einer bestimmten Wellenlänge. Dadurch kann die Energie gezielter auf das Melanin im Haar ausgerichtet werden.

IPL: Die Abkürzung steht für «Intense Pulsed Light». Statt einer einzelnen Wellenlänge kommen intensive Lichtimpulse aus einem breiteren Spektrum zum Einsatz. Welche Wellenlängen die Haut erreichen, wird über Filter gesteuert.

Wie gut eine Behandlung funktioniert, hängt nicht allein von Laser oder IPL ab. Entscheidend sind unter anderem Haut- und Haartyp, das eingesetzte Gerät, die Einstellungen und die Erfahrung der behandelnden Person.

«Dauerhaft in Behandlung statt dauerhaft haarfrei»

Die Zürcher Kosmetikerin Selma Sibic vom Studio Naturel ist auf Laser-Haarentfernung spezialisiert. Sie lehne Behandlungen ab, wenn die Behaarung an den Körperpartien dafür nicht geeignet sei, und halte wenig von einer von Beginn weg fixierten, sehr hohen Zahl an Sitzungen. «Sonst bist du nicht dauerhaft haarentfernt, sondern dauerhaft in Behandlung.» Auffrischungen könnten zwar nötig sein, sollten aber nicht zu einem festen Dauertermin werden. Auch L. S. lässt sich heute bei Sibic behandeln und sagt, sie sehe deutlich bessere Ergebnisse.

BAG warnt vor unsicheren Studios

Das Bundesamt für Gesundheit warnt auf Anfrage von 20 Minuten davor, die Behandlung auf die leichte Schulter zu nehmen. Mögliche Nebenwirkungen reichen von Rötungen und Schwellungen bis zu Verbrennungen, Narben oder bleibenden Pigmentveränderungen.

Vor dem Termin sollten Kundinnen und Kunden deshalb prüfen, ob die behandelnde Person tatsächlich über den erforderlichen Sachkundenachweis verfügt, etwa über das öffentliche NISSG-ePortal. Wer vermutet, nicht fachgerecht behandelt worden zu sein, kann sich laut BAG an das zuständige kantonale Gesundheitsamt wenden.

So gehst du vor, wenn du unzufrieden bist

Um bei der Haarentfernung nicht über den Tisch gezogen zu werden, rät Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz: «Vor Vertragsabschluss die Qualifikation des Anbieters prüfen, mündliche Versprechen mit dem Vertrag abgleichen und grosse Vorauszahlungen möglichst vermeiden.»

Bleibt die versprochene Wirkung aus, sollten Betroffene schriftlich reklamieren und Fotos, Notizen, Vertragsunterlagen sowie Zahlungsbelege sammeln. Ob Anspruch auf eine Rückzahlung bestehe, hänge davon ab, was konkret zugesichert wurde. «Begriffe wie ‹dauerhafte Haarentfernung› könnten problematisch sein, wenn sie lebenslange Haarfreiheit suggerieren.» Stalder sagt: «Bei Verdacht auf Täuschung und Grundlagenirrtum sollte man darauf bestehen, dass kein Vertrag zustande gekommen ist, und das Geld zurückfordern.»

Auch Anika verlangte Geld zurück. Ein Vergleichsentwurf, der 20 Minuten vorliegt, hält fest, dass ihre 18 Behandlungen nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hätten. Das Laserstudio bot ihr aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht 1000 Franken an. Im Gegenzug hätte Anika unter anderem Stillschweigen über den Vorfall bewahren sollen. Sie unterschrieb den Vergleich nicht.

Warst du nach einer teuren Beauty-Behandlung mal unzufrieden mit dem Ergebnis? Erzähle uns davon!

Malin Mueller

Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.

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