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Monday, September 21, 2026

Elektrisch, geräumig, praktisch: Mit dem Peaq lässt Skoda sein neues Flaggschiff vom Stapel

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Elektrisch, geräumig, praktischMit dem Peaq lässt Skoda sein neues Flaggschiff vom Stapel

21.09.2026, 07:56 Uhr

imageVon Markus Hauf, München

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Nie war ein Skoda größer. Mit knapp fünf Metern Länge, dominanter Front und eleganter Seitenlinie zeigt das neue elektrische Topmodell Peaq, was in ihm steckt. (Foto: Skoda)

Der neue Peaq erweitert das Skoda-Angebot auf zehn Modellreihen, gleichzeitig auf vier BEV. Und der Neuzugang ist der geräumigste aller Skodas und ein wahrer Freund der Familie. Mit maximal 640 Kilometern Reichweite ist er auch ein Freund der Langstrecke.

Schon beim Herumgehen um den stattlichen Skoda Peaq verraten 4,87 Meter Länge, knapp 1,87 Meter Breite, bis zu sieben Sitze und 935 Liter Kofferraumvolumen, dass mit diesem Auto jede Menge anzufangen ist. Und auch, dass man sich wegen des sehr attraktiven neuen Skoda-Designs "Modern Solid" außerdem gern dabei zusehen lässt. "Modern Solid" ist erkennbar an der eher minimalistischen Linienführung und großen ruhigen Flächen, pointiert vom sogenannten Tech-Deck-Face mit T-förmigen Scheinwerfern wie Heckleuchten. Beides strahlt mit LED-Technologie, die Scheinwerfer auf Wunsch in Matrix-Ausführung mit 18 Segmenten.

Sehr angenehm fällt auf, dass das Modern-Solid-Design dem Peaq eine coole Eleganz verleiht, vor allem im Bereich hinter den Fondtüren. Dazu tragen auch die ersten versenkten Türgriffe an einem Skoda bei. Sie fahren aus, sobald sich der Autoschlüssel nähert. Der Hersteller legt Wert darauf, dass es sich um solide und handfeste Griffe handelt, die bei einem Unfall sofort aus der Versenkung hervorkommen, um Helfenden den Zugang zum Innenraum möglichst einfach zu machen. Von fragilen Hebelchen, wie zum Beispiel bei Tesla, hat Skoda aus diesem Sicherheitsgrund abgesehen. Gut gemacht, ebenso wie die in die Scheibenwischer integrierten Waschdüsen, die das Wischwasser genau dahin befördern, wo es nötig ist.

Dass bei einem Radstand von fast drei Metern und offensichtlich guter Raumnutzung Platz im Überfluss herrscht, bedarf keiner Detailbeschreibung. Selbst auf den optionalen zwei Plätzen der dritten Reihe kann man sich wohlfühlen, wenn die Passagiere der mittleren Sitzreihe auf 20 Prozent ihrer großzügigen Beinfreiheit verzichten.

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Auch die Heckansicht ist ein Statement. Dieser Skoda hat die Mittelklasse nach oben verlassen. Die T-förmigen LED Heckleuchten gehören zur neuen Skoda-Designsprache "Modern Solid". (Foto: Skoda)

Wobei Verzicht hier relativ ist. Die mittlere Bank ist längsverstellbar und Reisen sind für zwei große Erwachsene auch dann noch ein Genuss, wenn sie nicht in der hintersten Raste positioniert ist. Dafür sorgen zwei bequeme vollwertige Sitze mit individuell neigungsverstellbaren Lehnen, was den Platz dazwischen eher wie eine Notlösung aussehen lässt. Dem Vorstand einer mindestens fünfköpfigen Familie sei schon jetzt viel Spaß bei der Zuteilung der Plätze auf der Rücksitzbank gewünscht. Immerhin lässt sich die Lehne des unbeliebten Sitzplatzes vorklappen, um zum Beispiel Skier zu laden.

Kaum Konfliktpotenzial dürfte entstehen, wenn der Kofferraum für den Urlaub gepackt wird. Ohne dritte Sitzreihe schluckt er 935 Liter, plus 37 Liter unter der vorderen Haube. Da kann wirklich alles mit, es sei denn, Kim zieht das Pony aus dem Garten.

Wertige Materialien im Peaq

Für eine gemütliche Atmosphäre an Bord sorgen wertig aussehende Materialien. Skoda bietet hier immerhin fünf sogenannte Design Selections zur Wahl. Sie jonglieren mit einem "Techtona Lederalternative" getauften Kunstleder in Schwarz, Grau oder Grün, mit Stoff in Schwarz oder Grau und mit schwarzer Mikrofaser bei der Ausstattung Sportline. Fein sind die auf Wunsch lieferbaren ergonomischen Vordersitze mit kräftiger Massagefunktion sowie elektrisch ausfahrbaren Beinstützen zum Beispiel für längere Ruhepausen. Zum Wohlfühlpaket gehört außerdem ein in die Mittelkonsole integrierter Klapptisch.

Zwei Batteriegrößen und drei Antriebsvarianten von 203 bis 299 PS stehen zur Wahl, um den großen und schon leer mindestens 2,1 Tonnen schweren Skoda in Schwung zu bringen. Bei den zwei Hinterradantriebsversionen mittels permanent angeregtem Synchronmotor ist schon der Peaq 60 mit 203 PS und 350 Newtonmetern Drehmoment bis zur Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h weit ausreichend temperamentvoll unterwegs. Der Peaq 90 bietet mit 286 PS und 545 Newtonmetern Kraft im Überfluss bis zu 180 km/h. Mit einer Systemleistung von 299 PS verwöhnt der Peaq 90x. Sein Hauptvorteil ist der Vierradantrieb durch einen zusätzlichen Asynchronmotor an der Vorderradachse.

Über ein sehr gut dosierbares One-Pedal-Driving bis zum Stillstand verfügen alle drei Versionen. Wer das ausgiebig und bewusst nutzt, kommt mit den 59 kWh an Nettokapazität der kleineren der beiden Hochvolt-Batterien mit Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie bis zu 459 Kilometer (WLTP kombinierter Zyklus) weit.

Nur 400 Volt

Die Entscheidung, welche Batterie für den eigenen Bedarf die bessere ist, macht der Vergleich zum größeren der beiden Energiespeicher einfach. Seine Nettokapazität von 86 kWh reicht für bis zu 647 Kilometer. Klarer Fall: Wer zweimal im Jahr in den Urlaub fährt und dazwischen Großmutter an der Ostsee zum Geburtstag besucht, für den reicht der preisgünstigere und gut 180 Kilogramm leichtere Akku vollkommen aus. Das große Kaliber brauchen nur Vielfahrer.

Beide Batterien laden an Gleichstrom von 10 bis 80 Prozent in unter 30 Minuten. Die kleinere mit bis zu 160 kW, die große mit bis zu 199 kW. An der 11-kW-Wallbox sind zum vollständigen Laden 6,5 beziehungsweise 9 Stunden nötig. Ein Ladewunder ist der Peaq mit seiner 400-Volt-Architektur nicht, immerhin liefern alle Versionen sowohl eine Wärmepumpe wie auch die Möglichkeit der Batteriekonditionierung serienmäßig. Außerdem gibt es eine bidirektionale Ladefunktion, die den Peaq in eine Stromquelle verwandelt.

Mit 1,8 beziehungsweise zwei Tonnen (Peaq 90x) Anhängelast darf der große Skoda erfreulich viel Last an den Haken nehmen. Doch nicht zu früh gefreut. Denn mit dem aktuellen Führerschein der Klasse B darf die Kombination aus Auto und zum Beispiel Wohnwagen nur höchstens 3,5 Tonnen wiegen. Schon ein Peaq 60 wiegt voll beladen 2,7 Tonnen, da dürfen dann nur noch 800 Kilogramm an den Haken. Wer seinen Führerschein bis Ende 1998 gemacht hat, ist hier fein raus. Denn in diesem Fall wäre die Klasse BE eingetragen, und dann darf man unabhängig vom Fahrzeuggewicht bis zu 3,5 Tonnen hinter sich herziehen.

Bei ersten Probefahrten mit etwas tempobegrenzter Autobahn und viel Landstraße hinterließ der neue Gipfel-Skoda einen - das Wortspiel muss und darf sein - spitzenmäßigen Eindruck. Das Grundlayout mit langem Radstand, Hinterradantrieb und aufwändiger Fahrwerkstechnik führt zu einem ausgesprochen souveränen, komfortablen und doch handlichen Fahrerlebnis. Vorn führen McPherson-Federbeine und eine elektromechanisch unterstützte Zahnstangenlenkung die Räder, hinten die jeweils fünf Lenker einer Raumlenker-Achse mit zusätzlichem Querstabilisator.

Auf Wunsch ist auch ein adaptives, Komfort und Kurvenlage optimierendes Dämpfersystem zu haben, das im von ntv.de gefahrenen Exemplar eingebaut war. Zusammen mit den ausgezeichneten Sitzen mit hohen, die Schultern stützenden Lehnen ist der Peaq ein Langstrecken-Tool par excellence. Bei gemächlicher Fahrweise unterhalb 120 km/h sollten sogar die angegebenen 15 kWh je 100 Kilometer (WLTP kombinierter Zyklus) einigermaßen zu erreichen sein.

Bedienung gelingt intuitiv

Die Bedienung des Peaq gelingt schon nach sehr kurzer Eingewöhnung, prominent angebrachte haptische Tasten für die wichtigsten Funktionen und eine verständliche Menüführung geben keine Rätsel auf. Dass die Knöpfchenlandschaft am Lenkrad so angenehm reduziert erscheint, erkauft sich der Skoda mit einem Lenksäulenhebel für die adaptive Geschwindigkeitsregelung, der aus Fahrerperspektive komplett hinter der linken Lenkradspeiche versteckt ist.

Für Technik-Freunde hält Skoda auf Wunsch ein gut nutzbares Head-up Display bereit. Eine Markenspezialität ist, wie schon beim kleinen Epiq, der Camping-Modus. Er hält im geparkten Auto Temperatur und Luftfeuchtigkeit so lange konstant, wie es der Batteriestatus erlaubt. Bei vollem Stromspeicher sind das bis zu gut zehn Stunden. Damit lässt sich auch mal übernachten, ohne zu frieren, zu schwitzen oder sich mit beschlagenen Scheiben herumärgern zu müssen.

Ein bisschen Fahrunterstützung bietet der Peaq überdies: "Travel Assist 3.0" heißt sein Assistenzsystem. Es integriert Navigation und adaptive Geschwindigkeitsregelung bis hin zur Nutzung von Schwarmdaten zwecks Ermittlung der auf dem Streckenabschnitt gerade gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit. Die beeinflusst dann, ob immer bis zur erlaubten Höchstgeschwindigkeit beschleunigt wird, wenn es der Vordermann tut. Bei dichtem Verkehr ist es durchaus sinnvoll, nicht maximal Geschwindigkeit aufzubauen, nur um dann sofort wieder abbremsen zu müssen. Dieser Helfer kann auf eine Weise rechtzeitig vor Tempobeschränkungen verzögern, dass pünktlich am Schild die korrekte Geschwindigkeit erreicht ist, dank Schwarmdaten selbst bei temporär aufgestellten Limits. Und schließlich soll der Reiseassistent auch noch das rote Ampelsignal erkennen und den Peaq ohne Zutun des Fahrers zum Stehen bringen.

Viele Assistenten an Bord

Noch hilfreicher ist der intelligente Parkassistent, mit dem sich der Peaq per Handyapp ferngesteuert ein- und ausparken lässt, entweder manuell mit Richtungstasten oder aber mit vorab angelerntem Rangierweg. Und wenn man sich mal in Gassen manövriert hat, aus denen man nur rückwärts wieder herauskommt, hilft der "Reversing Assistant", indem er sich die jeweils letzten 150 Meter Fahrweg gemerkt hat und sie automatisch im Rückwärtsgang wiederholt.

Etwas viel des Guten dürfte für viele die Überwachung durch den Aufmerksamkeitsassistenten sein. Der greift ziemlich rabiat ein, sobald ihm der Blick des Fahrers beispielsweise zu lange auf den Navi-Bildschirm gerichtet bleibt. Die einsetzende Disziplinierung vom Warnton über Zerren im Gurt bis zum kräftigen Abbremsen mag in manchen Fällen gerechtfertigt sein, aber wird definitiv als übertrieben empfunden, wenn das Auto mit "Travel Assist" bei kaum 40 km/h hinter einem anderen Fahrzeug hertrottet, während der Fahrer einen Ausweg aus dem Stau sucht.

Insgesamt ist Skoda mit seinem neuen Topmodell tatsächlich ein großer Wurf gelungen. Platz, souveräner Fahrkomfort, Alltagstauglichkeit, Langstreckenqualitäten, dazu viel Assistenz für den Stadtverkehr machen den Peaq zum Allrounder, der auch noch cool aussieht. Wer möchte, kann es beim Einstiegspreis von hauchdünn unter 50.000 Euro belassen. Skoda macht es den Kunden mit seinen nützlichen Ausstattungspaketen allerdings leicht, die Region von 60.000 Euro zu ersteigen. Mehr geht natürlich auch.

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