«Fürchtet sich»: Jessica Moretti hat Angst vor Racheakten

- Jessica Moretti, Mitbetreiberin der Bar «Constellation» in Crans-Montana, hält sich laut Kantonspolizei vorbildlich an ihre Auflagen.
- Die Polizei kontaktiert sie alle zwei Tage per Whatsapp-Videoanruf; Reisen nach Genf meldet sie jeweils im Voraus.
- Moretti hat zudem eine Entschädigung für Verdienstausfall bei der Zurich Versicherung beantragt – die Staatsanwaltschaft Wallis hat eine allfällige Auszahlung bereits genehmigt.
Jessica Moretti hält sich laut einem aktuellen Bericht der Kantonspolizei Wallis vorbildlich an die Auflagen. Gleichzeitig sorgt sie sich wegen möglicher Racheakte, Hasskommentare und Journalisten vor der Schule ihres Sohnes, wie der «Corriere della Sera» schreibt.
Während ihr Mann Jacques in Untersuchungshaft sitzt, wird die ehemalige Betreiberin des Constellation derzeit lediglich bezüglich ihrer Anwesenheit in der Schweiz kontrolliert.
Moretti kommuniziert kooperativ
«Jessica Maric Moretti wird alle zwei Tage zu zufälligen Zeiten – je nach unserer Verfügbarkeit – vom diensthabenden Verantwortlichen der BTA Sierre per Whatsapp-Videoanruf kontaktiert», heisst es im Dokument. Sie habe sämtliche Anrufe beantwortet und ihre Anwesenheit jeweils zeigen können – etwa durch Aufnahmen aus ihrer Wohnung oder von anderen bekannten Orten in der Region.
Mehrfach habe Moretti zudem ihren Echtzeitstandort über Whatsapp geteilt. Muss sie zu ihren Anwälten nach Genf, informiert sie die Polizei laut Bericht weiterhin im Voraus. So könne die Einsatzzentrale entsprechend informiert werden; unnötige Kontrollpatrouillen würden vermieden.
Sorge um Jahrestag und Probleme mit Einzelpersonen
Der Verfasser des Berichts schildert zudem die Belastung, unter der Jessica Moretti offenbar steht. Im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage und den Jahrestag der Brandkatastrophe habe Moretti «Befürchtungen» geäussert. Da sie allein mit ihren Kindern lebe, «fühle sie sich nicht sicher», heisst es weiter.
Sie gehe davon aus, «dass die Medien in dieser Angelegenheit wieder aktiv sein werden». Zudem fürchte sie «mögliche Einzeltaten von Angehörigen der Opfer». Mehrfach habe Moretti die Polizei kontaktiert, um auf Probleme aufmerksam zu machen. Genannt werden Beleidigungen durch eine Frau aus dem Haut-Plateau, Drohungen in sozialen Netzwerken sowie Journalisten, die sich vor der Schule ihres Sohnes in Lens aufgehalten hätten.
Antrag auf Entschädigung
Jessica hat eine Entschädigung für den «Verdienstausfall aufgrund gesundheitlicher Schäden» beantragt, wie der «Corriere della Sera» schreibt. Dabei soll sie sich auf Schäden beziehen, die sie infolge des Silvesterbrands in ihrer Bar in Crans-Montana erlitten haben soll.
Der Antrag wird gemäss dem Schweizer Arbeitsunfallrecht von der Zurich Versicherung geprüft. Zuvor ersuchte sie die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis um eine Genehmigung für die Auszahlung, sollte die Versicherung sich für die Entschädigung entscheiden. Die Staatsanwaltschaft erteilte die Genehmigung.
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Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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