Chess.com: Scraper sammeln 4,7 Millionen Datensätze
Das Have-I-Been-Pwned-Projekt hat rund 4,7 Millionen Datensätze der Online-Schachplattform Chess.com in den Datenfundus aufgenommen. Die Daten scheinen mittels Scraping abgegriffen worden zu sein.
Das teilt der Projektbetreiber Troy Hunt auf der Have-I-Been-Pwned-Webseite (HIBP) mit. Die Daten wurden offenbar im August dieses Jahres in einem Untergrundforum online gestellt, wie Ransomnews berichtet. Es handelte sich nicht um einen Erpressungsversuch, die Daten wurden kostenlos zum Download angeboten. Die Datei hat demzufolge einen Umfang von 15,5 GByte und soll sogar Daten von 7,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzern enthalten. Die Sammlung sei zwischen dem 26. Juli und 3. August 2026 erfolgt, die Veröffentlichung datiert auf den 12. August.
Troy Hunt führt aus, dass die Datenbank zwar 7,3 Millionen Zeilen umfasst, darin jedoch lediglich 4,7 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen zusammen mit User-Namen, Namen, Ländern und zu den Chess.com-Konten gehörige Informationen zu finden seien. Beim Integrieren in die Datensammlung waren 99 Prozent der E-Mail-Adressen bereits in anderen Datenlecks aufgetaucht. Das unterstützt laut Hunt die Scraping-Theorie.
Daten aus dem Web abgezogen
Hinter Scraping verbirgt sich das programmatische Auslesen und Kopieren von Daten direkt über die Webseite oder davon bereitgestellte APIs. Die Daten werden also vom Anbieter aktiv bereitgestellt, die Angreifer lesen sie lediglich in großem Umfang aus. Das führt zumindest zu qualifizierten Daten, da ein Kontext dazu bekannt ist. Wenn Cyberkriminelle die Betroffenen angreifen wollen, können sie davon ausgehen, dass das Thema Schach für die Personen hinter den E-Mail-Adressen interessant ist. Gezielteres Phishing oder ähnliche Betrugsversuche sind dadurch möglich.
Im vergangenen November wurde etwa bekannt, dass IT-Forscher aus Österreich rund 3,5 Milliarden Datensätze von WhatsApp mittels Scraping abgezogen haben. Dazu haben sie keine Verschlüsselung geknackt. Die Nutzerinnen und Nutzer haben in 30 Prozent der Fälle selbst Informationen im „Info“-Feld angegeben, die Aufschluss über politische Einstellungen geben oder sexuelle und religiöse Orientierung geben, aber auch E-Mail-Adressen und Links zu sozialen Netzwerken. Nutzerinnen und Nutzer sollten gegebenenfalls noch mal prüfen, welche Informationen sie tatsächlich öffentlich zugänglich machen wollen und in Foren und sozialen Netzen entsprechend ihre Angaben nachjustieren.
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