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Monday, September 28, 2026

Performance für Sauberkeit – Zange statt Schwert: Tokios Müll-Samurai

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Innerhalb weniger Minuten verwandeln sich Ikki Gotō und Keisuke in spezielle Samurai-Krieger. Doch statt eines Schwerts tragen sie eine Müllzange, auf dem Rücken einen Korb für Abfälle. Ihr Auftrag: Menschen zu motivieren, ihre Stadt sauber zu halten.

Willkommen bei den «Müll-Samurai» von Tokio

Die beiden Männer ziehen regelmässig in moderner Samurai-Montur durch die japanische Hauptstadt. Ihr Gegner ist weder ein Kriegsherr noch ein Ninja, sondern weggeworfene Zigarettenstummel, Getränkebecher und Verpackungen. Was zunächst wie eine schräge Performance wirkt, hat einen ernsten Hintergrund.

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  • Bild 1 von 5. Die Müll-Samurai in Action: Abfall sammeln in Tokio. Bildquelle: SRF.

    Zwei Personen in gemusterten Gewändern und Hüten gehen auf einem Gehweg.
  • Bild 2 von 5. Ihre Botschaft: Umweltbewusstsein kann auch Unterhaltung sein. Bildquelle: SRF.

  • Bild 3 von 5. Ikki Gotō und Keisuke (vorne) arbeiten beide als Schauspieler. Bildquelle: SRF.

  • Bild 4 von 5. Die Idee für die Müll-Samurai entstand vor 18 Jahren, als ein Lichtstrahl von einer Müllzange reflektiert wurde und Ikki Gotō inspirierte. Bildquelle: SRF.

  • Bild 5 von 5. Mit ihren Aktionen erobern die Müll-Samurai nicht nur die Strasse, sondern auch das Netz. Bildquelle: SRF.

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«Es gibt in Japan viele Freiwillige, die Müll sammeln. Aber man nimmt sie kaum noch wahr», sagt Ikki Gotō. Genau das wolle er ändern. Die Samurai-Kostüme und die speziellen Handbewegungen sollen die Menschen unterhaltend dazu bringen, genauer hinzuschauen.

Die Idee entstand vor 18 Jahren eher zufällig. Gotō beobachtete Freiwillige beim Müllsammeln. Plötzlich reflektierte eine Müllzange einen Lichtstrahl. Für einen kurzen Moment sah sie aus wie ein Samurai-Schwert. Die Verbindung von Schwertkampf-Choreografie und Müllsammeln war geboren.

Unterhaltung und Umweltaktionen verbinden

Heute sind die Müll-Samurai nicht nur auf Tokios Strassen unterwegs. Ihre Videos erreichen weltweit auf den Sozialen Medien Hunderttausende Menschen. Viele Zuschauende schreiben später, dass sie das Problem kennen oder selbst begonnen haben, Müll aufzusammeln.

Für Tomoko Mori, Umweltwissenschaftlerin an der Rikkyo-Universität in Tokio, liegt genau darin die Stärke der Idee. Klassische Umweltkampagnen erreichen oft diejenigen, die sich ohnehin bereits für das Thema interessieren. Unterhaltung hingegen kann Menschen ansprechen, die sonst einen grossen Bogen um Umweltaktionen machen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft der Müll-Samurai: Nicht jede gesellschaftliche Veränderung beginnt mit grossen politischen Programmen. Manchmal beginnt sie mit einer ungewöhnlichen Idee.

«Weltfrieden klingt nach einem sehr grossen Ziel. Aber Veränderungen beginnen mit kleinen Schritten, etwa damit, Müll aufzusammeln. Wir möchten mehr Menschen dazu bewegen, mitzumachen», sagt Ikki Gotō.

Wer einem Samurai begegnet, schaut automatisch hin. Und vielleicht fällt dabei auch der Müll auf, der sonst gedankenlos produziert und weggeworfen wird.

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