Ludwig-Maximilians-Universität München von Hackerangriff betroffen
Daten abgeschöpft Hackerangriff auf Münchner Uni
Stand: 20.09.2026 • 12:26 Uhr
Die Ludwig-Maximilians-Universität in München ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Demnach verschafften sich die Angreifer offenbar Zugriff auf sensible Daten von Studierenden. Das Ausmaß ist noch unklar.
Von BR24 Redaktion, Markus Wolf, Anton Rauch
Kurz vor Beginn des neuen Wintersemesters hat die renommierte Ludwig-Maximilians-Universität München einen Hackerangriff gemeldet. Cyberkriminelle seien in das IT-System der Hochschule eingedrungen, wie es auf deren Webseite heißt. Dort hätten sie die persönlichen Stammdaten von Studierenden abgegriffen, die im Zusammenhang mit der Immatrikulation an der LMU stünden.
Hacker konnten persönliche Daten von Studierenden einsehen
Laut Mitteilung der Uni fallen darunter sensible Informationen wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Geburtsort. Daneben seien auch Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Bankdaten (z.B. IBAN, Name des Kontoinhabers) betroffen. Auch Hinweise zur Krankenversicherung von Studentinnen und Studenten, BAföG-Nummern und Daten im Hinblick auf den Studienverlauf sowie Angaben zu vorigen Schul- oder Studienabschlüssen seien kompromittiert.
Ausdrücklich nicht betroffen sind demnach Prüfungsinformationen der LMU oder konkrete Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen. Ebenfalls wichtig: Eine Veränderung oder sonstige Manipulation der Daten konnte der Mitteilung zufolge verhindert werden.
Aufklärung dauert noch an
Unklar ist aktuell, wie hoch das Schadensausmaß ist. Laut der Universität dauert die technische Aufklärung noch an. Zu einer verlässlichen Gesamtzahl, dem Datenvolumen und den betroffenen Zeiträumen könne man deshalb derzeit keine Angaben machen. Man arbeite mit den zuständigen Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden sowie mit externen Spezialisten zusammen - auch um weitere Angriffe abzuwehren.
Der Vorfall wurde demnach bereits am vergangenen Mittwoch identifiziert. Unmittelbar danach habe die Hochschule Gegenmaßnahmen ergriffen und das betroffene System heruntergefahren, hieß es. Wann genau die Hacker eingedrungen sind und wie lange sie Zugriff hatten, ist nicht bekannt.
Stand jetzt keine Daten veröffentlicht
Ob auch Daten gestohlen wurden, könne man noch nicht abschließend sagen. Ausgewiesene Spezialisten würden beobachten, ob sich in einschlägigen Portalen im Darknet Hinweise auf die betroffenen Informationen ergeben.
Die LMU schreibt auf ihrer Webseite: "Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angreifer den erlangten Datensatz veröffentlicht hat, dies beabsichtigt oder anderweitig missbräuchlich verwendet." Sollten sich aber doch noch Hinweise ergeben, dass die Daten veröffentlicht oder anderweitig missbräuchlich verwendet werden, würden die Betroffenen unverzüglich kontaktiert.
Was heißt das für Studierende?
Wie die LMU weiter mitteilte, wurden neben dem vom Vorfall betroffenen Immatrikulationsserver einzelne nicht betroffene Systeme ebenso vorsorglich heruntergefahren. Dadurch seien einige interne Services temporär nicht verfügbar.
Der Studienbetrieb ist davon aber wohl nicht beeinträchtigt. Die Immatrikulation soll nach einer kurzen Unterbrechung ab kommender Woche wieder fortgesetzt werden. Die betroffenen Immatrikulationsfristen würden entsprechend verlängert, bestehende Immatrikulationen blieben unverändert gültig. Die LMU betont, dass Studierenden durch den Vorfall kein Nachteil für das Studium entstehen werde.
LMU mahnt zur Vorsicht
Trotzdem ruft die Uni zur Wachsamkeit auf und rät, die üblichen allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Dazu gehöre unter anderem, Anhänge in verdächtigen E-Mails nicht zu öffnen und keine Bankdaten oder Passwörter preiszugeben.
Die LMU informiert darüber hinaus auf ihrer Webseite über den aktuellen Stand des Vorfalls.
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