Früher war dieser Kragen peinlich – jetzt ist er zurück

Ein paar Zentimeter Stoff am Hals können erstaunlich viel Einfluss haben. Erst waren hochgestellte Kragen cool. Dann peinlich. Nur von Schnöseln getragen. Dann sehr lange etwas, das höchstens noch Erinnerungen an Poloshirts, Haargel und die 2000er-Jahre auslöste. Und jetzt? Stehen die Kragen wieder.
Schuld daran ist unter anderem Modedesigner Demna. Für seine Frühjahr-/Sommerkollektion 2027 bei Gucci schickt der Kreativdirektor Hemden, Poloshirts und Mäntel mit hochgeklappten Kragen über den Laufsteg. «Vogue» spricht bereits vom Comeback des «umstrittenen Y2K-Stylings».
Die Kollektion spielt generell stark mit der Preppy-Ästhetik. Damit gemeint sind leicht elitär wirkende Looks, die aus Poloshirts, Hemden und Loafern bestehen und College-Vibes versprühen. Nur bleibt bei Demna wenig brav: Klassische Teile werden lässig kombiniert – und eben auch Kragen dorthin geklappt, wo sie lange nicht sein durften.
Was hältst du vom Comeback des hochgeklappten Kragens?
Das Comeback läuft schon länger
Wer jetzt reflexartig das alte Poloshirt aus dem Schrank holt, ist allerdings nicht ganz so früh dran, wie es «Vogue» vermuten lässt. Bereits im September 2025 schrieb die «Berliner Zeitung» über die Rückkehr des «Popped Collar» (auf Deutsch: «hochgestellter Kragen»). Auf den Laufstegen von Dior, Celine, Prada und Miu Miu tauchten damals hochgestellte, geknautschte oder bewusst halb umgelegte Kragen auf.
Gucci erfindet den Trend also zwar nicht ganz neu, aber Demna gibt ihm den nächsten Schubs Richtung Mainstream.
Bitte nicht zu ordentlich
Der wichtigste Unterschied zu früher: Der Kragen muss heute gar nicht aussehen, als hätte jemand morgens fünf Minuten mit Haarspray vor dem Spiegel verbracht und sichergestellt, dass alles bombenfest hält. Damals war das die Methode, sicherzustellen, dass alles da bleibt, wo es hin soll.
«GQ» beobachtet 2026 bei zahlreichen Menswear-Shows sogenannte «Flyaway Collars» (auf Deutsch: «abstehende Kragen»). Mal ragt eine Spitze über den Pullover, mal liegt eine Seite über dem Blazer und die andere darunter. Kurz: Der neue hochgestellte Kragen darf ein bisschen aussehen, als sei beim Anziehen etwas schiefgegangen. Nur eben sehr absichtlich.
Tape, Bügeleisen oder doch wieder Haarspray?
Falls du keine halben Sachen magst und dein Kragen den ganzen Tag aufrecht stehen soll, ist nur noch die Frage offen: Wie bleibt er oben? Bei festeren Hemden, Poloshirts oder Jacken reicht es oft, ihn hochzuklappen und mit den Fingern in Form zu bringen.
Hält das nicht, muss etwas nachgeholfen werden. Auf Tiktok kursiert dafür vor allem ein Trick: kleine Stücke Fashion-Tape oder doppelseitiges Klebeband an der Innenseite des Kragens befestigen und ihn damit in Position halten. Kein Haarspray notwendig.
Welchen Modetrend aus den 2000er-Jahren vermisst du am meisten? Verrat es uns in den Kommentaren.
Vanessa Büchel (vab) arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Fashion-Redaktorin im Lifestyle-Ressort und schreibt über Trends und Styling-Tipps.
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