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Friday, November 6, 2026

Melanie Hasler redet über ihr neues Weitsprung-Abenteuer

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Erster Winter seit 21 Jahren ohne Wettkampf für Ex-Bob-Star

Melanie Hasler redet über ihr neues Weitsprung-Abenteuer

Nach ihrem überraschenden Rücktritt startet die Bob-Europameisterin in ein völlig neues Sportkapitel. Und das mit einem ungewohnten Gefühl.

Publiziert: vor 21 Minuten

  • Für Melanie Hasler ist es der erste Winter seit 21 Jahren ohne Wettkampf
  • Ihre Entscheidung, zur Leichtathletik zu wechseln, bereut sie nicht
  • Sie peilt die Freiluftsaison an
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Yara VettigerReporterin Sport

Normalerweise würde für Melanie Hasler (28) jetzt die heisse Phase beginnen. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – und die Bob-Saison steht vor der Tür. Doch diesmal ist alles anders. Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wird die Aargauerin im Winter keinen Wettkampf bestreiten. «Ich habe es ausgerechnet – davor hatte ich ja auch mal noch Volleyball gemacht. Es ist das erste Mal seit 21 Jahren, dass ich keinen Wettkampf im Winter habe. Und das ist ultrakomisch», erzählt sie gegenüber Blick.

Statt sich für den Eiskanal in Form zu bringen, richtet sich ihr Fokus auf den Sommer. Ihr neues Zuhause: die Weitsprunganlage.

Ende März hatte die zweifache Bob-Europameisterin überraschend ihren Rücktritt erklärt. Mit erst 27 Jahren war Schluss im Eiskanal. Die fehlenden sportlichen Perspektiven angesichts der Materialüberlegenheit grosser Bob-Nationen und finanzielle Gründe hatten den Ausschlag gegeben.

Drei Wirbelbrüche bremsen den Neustart

Dass ihr der Wechsel Spass macht, ist unüberhörbar. Doch ganz ohne Hindernisse verlief der Start nicht. Hasler kämpfte bereits vor den Winterspielen 2026 mit Rückenproblemen. Nach den Winterspielen wurde das Ausmass der Beschwerden deutlich: Drei Brüche an der Wirbelsäule. «Wie lange das schon so war, weiss ich nicht. Schliesslich hatte ich seit Januar 2025 Schmerzen», erzählt sie.

Nach den intensiven Olympiatagen hatte sie sich kaum eine Pause gegönnt und bereits wenige Wochen später mit dem Weitsprungtraining begonnen. Die Schmerzen wurden stärker, erst ein CT und ein Röntgenbild brachten Klarheit. Inzwischen gibt es aber Entwarnung. «Ich habe keine Schmerzen mehr und bin normal am Trainieren.»

Dass sie diesen Winter nicht schon auf den Punkt bereit sein muss, kommt ihr deshalb gelegen. «Es ist erleichternd. Es ist auch schön, nicht gerade performen zu müssen. Ich darf mir jetzt wirklich Zeit lassen, den Aufbau machen.»

Erst die SM, dann die grossen Träume

Wie weit Hasler im Weitsprung bereits kommt, weiss sie selbst noch nicht. Ihre Sprünge wurden bisher nicht einmal offiziell gemessen. Auch deshalb verzichtet sie voraussichtlich auf einen Start in der Hallensaison. Stattdessen peilt sie die Freiluftsaison an.

Die Ziele? Vorerst bewusst bescheiden. «Ich möchte mich mal für eine Schweizer Meisterschaft qualifizieren, später international starten.» Die bevorstehende WM 2027 in Peking sei noch einmal ein anderes Kaliber. «Klar kann man davon träumen, aber das ist schon noch weit weg.» Zunächst will sie herausfinden, was überhaupt in ihren Beinen steckt. Zur Einordnung: Die Limite für die SM 2026 betrug 6,00 Meter.

Und bereut sie den radikalen Schnitt mit dem Bob-Sport inzwischen? Keine Spur! Auch wenn ihr der Abschied schwergefallen sei: «Es war eine mega schwierige Entscheidung, weil ich das Bobfahren sehr gerne gemacht habe. Aber es heisst nicht, dass sich die richtigen Entscheidungen immer gut anfühlen.»

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