Das Imperium von Pitbull

Vom schwierigen Aufwachsen in Miami zum Weltstar: Pitbull spielt am Sonntag im ausverkauften Zürcher Hallenstadion. Seine «I'm Back»-Tour sorgt derzeit weltweit für volle Arenen und kostümierte Fans.
Publiziert: 00:17 Uhr
- Pitbull tritt am Sonntag im ausverkauften Zürcher Hallenstadion auf, die Tickets waren schnell weg
- Im Londoner Hyde Park kamen 70'000 Fans, 22'141 davon verkleidet mit Glatze für den Weltrekord
- Pitbull wuchs in Miami unter schwierigen Bedingungen auf und besitzt heute ein Millionenimperium
Michel ImhofTeamlead People
Er nennt sich Pitbull oder Mr. Worldwide: Armando Christian Pérez (45) ist einer der erfolgreichsten Latin-Musiker der Gegenwart. Am Sonntagabend bringt er seine Hits ins Zürcher Hallenstadion. Das Konzert war bereits im März innert Stunden ausverkauft. Blick zeigt, wer hinter der Sonnenbrille steckt.
Der Hype
Seit dem Beginn seiner «I'm Back»-Tournee ist ein neuer Hype um Pitbull entstanden. Die Fans feiern dort nicht nur seine Hits aus den späten Nuller- und frühen Zehner-Jahren, sie erscheinen auch zuhauf als Pitbull verkleidet. Mit Glatze, Kinn- und Schnurrbart, Fliegerbrille, weissem Hemd und Krawatte. Im Londoner Hyde Park brach er im Sommer mit 70'000 Besucherinnen und Besuchern nicht nur den Publikumsrekord der Konzertreihe.
Glatzkopf-Weltrekord
Mit 22'141 kostümierten Fans stellte er zudem den Weltrekord für die grösste Glatzkopf-Versammlung an einem Ort auf. «Das Einzige, woran ich gerade denken kann, ist, was meine Familie durchgemacht hat, damit ich ein freier Mensch sein kann», sagte Pitbull gerührt. «Als Kind einer Einwandererfamilie aus Kuba meinen Traum verfolgen zu können und gemeinsam mit allen Glatzköpfen auf einer Bühne wie dieser zu stehen, das ist unbezahlbar. Es gibt keine Worte, die beschreiben können, was ich gerade empfinde.»
Seine Herkunft
Der Sohn kubanischer Einwanderer wuchs in Miami in verschiedenen Quartieren auf, wie er sagt. «Gute, schlechte, noch schlechtere, hässliche», sagt er zu «Billboard». Meist lebte er bei seiner alleinerziehenden Mutter. «Mein Vater hat mir vieles beigebracht, was ich im Leben nicht tun sollte. Aber er hat mir Intuition und Charisma mitgegeben.» Beide Eltern waren drogensüchtig – seine Mutter habe ihn sogar gestillt, während sie Kokain konsumierte.
Als er in der 2. Klasse war, wurde er für einige Monate in eine Pflegefamilie nach Georgia geschickt. Eine neue Welt sei das gewesen. «Normalität, Struktur, kein Chaos, keine Gewalt, kein Drama.» Später geriet er in düstere Kreise, dealte mit Drogen. Als seine Mutter davon Wind bekam, schmiss sie den damals 17-Jährigen aus dem Haus.
Jennifer Lopez und Usher
«Meine Mutter sagte zu mir: ‹Ich will dich nicht sehen, bis du dir überlegt hast, was du mit deinem Leben anfangen willst›», erzählt Pitbull zu «People». Das sei ein Weckruf gewesen. «Ich habe Musik immer als Business betrachtet», sagt er rückblickend. «Musikgeschäft und die Strasse sind dasselbe Spiel. Du hast es mit Haien zu tun.»
Die Hitmaschine
Von Jennifer Lopez (57) über Enrique Iglesias (51) bis Kesha (39) und Usher (48): Die Liste der Namen, mit denen Pitbull zusammengearbeitet hat, ist lang. So veröffentlichte er mit Jennifer Lopez satte acht Songs, darunter «Dance Again» und «On the Floor», mit Kesha den Gassenhauer «Timber».
Das Millionen-Imperium
Das Vermögen von Pitbull wird heute auf 100 bis 120 Millionen US-Dollar geschätzt. Dieses Geld hat er nicht nur durch Musik erwirtschaftet, sondern auch durch andere Geschäftszweige. Er besitzt unter anderem die Wodka-Marke «Voli 305» und investierte in die Fast-Food-Kette Cilantro Taco Grill.
21 Kinder von 18 Frauen
Für die aktuelle «I'm Back»-Tour hat Pitbull allein bei den ersten 49 Terminen 1,2 Millionen Tickets verkauft und damit 118 Millionen US-Dollar eingenommen. Karitativ engagiert sich Pitbull mit seinen «Slam!»-Schulen, in denen heute über 10'000 benachteiligte Kinder kostenlos unterrichtet werden.
Das Geheimnis um die Kinder
2023 ging ein Tiktok-Video viral, in dem behauptet wurde, Pitbull habe 21 Kinder von 18 verschiedenen Frauen in 13 Ländern. «Er sieht sie alle zweimal im Jahr, und er hat noch nie eine Unterhaltszahlung versäumt», wurde auf dem Account «Pat Williams Comedy» gesagt. Pitbull sei wie ein «hawaiianischer Vulkan». Obwohl das Video mit dem Hashtag #Satire versehen war, sah sich ein Sprecher von Pitbull gezwungen, die Äusserungen im viralen Video zu kommentieren.
«Das ist völlig unzutreffend und offensichtlich komischer Humor», so das Dementi. Wie viele Kinder Pitbull tatsächlich hat, ist nicht bekannt, da er sein Privatleben vertraulich hält. In vielen Berichten ist allerdings von sechs die Rede, zwei davon aus seiner Beziehung zu Barbara Alba (43).
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