Walter: "Ich bin alles"
Vor dem Duell gegen Dynamo Dresden bleibt der Druck bei Holstein Kiel und vor allem bei dessen Trainer Tim Walter groß. Der Coach glaubt, dass für die Wende nur "ein Funke" fehlt.

Für Kiels Trainer Tim Walter ist "Druck ein Privileg". IMAGO/Philipp Szyza
Das torlose Remis gegen Hertha BSC war zwar ein Achtungserfolg von Holstein Kiel, geholfen hat die Punkteteilung aber erstmal wenig. Das sieglose Team verharrte nach dem 8. Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz. "Vor allem macht es Hoffnung, wie wir aufgetreten sind. Wir waren sehr, sehr kompakt, sehr, sehr griffig und das ist wichtig", reflektierte Coach Tim Walter auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Dresden am Sonntag (LIVE! ab 13.30 Uhr bei kicker). "Das ist nicht nur so dahingesagt, sondern man sieht es ja auch, dass viele Dinge umgesetzt werden, dass viele Dinge besser werden. Nur wollen wir uns selber belohnen. Mit einem Sieg können wir die überholen und genau das wollen wir tun."
Allerdings klemmte zuletzt vor allem die Offensive. Dem Team glückte nur ein Treffer in den letzten vier Spielen. "Ihr könnt es euch ausmalen, wie ihr wollt. Ich sehe, dass wir vor allem in der Defensive eine wirklich gute Runde spielen." Tatsächlich haben die Kieler erst elf Gegentreffer kassiert, was zumindest ordentlich ist. Und was die Offensive anbelangt? "Die Belohnung wartet nicht auf uns, sondern wir müssen sie uns nehmen. Da brauchst du auch ein bisschen Glück, das gehört einfach dazu."
Sportpsychologische Hilfe für das ganze Team gibt es nicht, aber Walter steht für seine Spieler zur Verfügung. "Ich bin auf der einen Seite Ansprechpartner, ich bin Freund, ich bin Chef, ich bin alles. Genauso mein Staff, meine Trainer, die sind alles. Und trotzdem reicht es vielleicht für den einen oder anderen nicht." Allerdings müsse die Motivation vom einzelnen Spieler ausgehen. Zwang helfe da nicht. "Dann machst du es nur, weil es einer zu dir sagt."
Kiel gehört zu den jüngsten Teams
Saison 2026/27
Die aktuelle Situation ist laut Walter aber auch der Philosophie des Vereins geschuldet. "Mit dem Anspruch, junge Spieler zu entwickeln, das geht nicht immer nur nach oben, sondern da gibt es auch mal eine Phase, in der man ein bisschen stagniert, um dann letztendlich wieder Anlauf zu holen", so der Trainer. In der Tat haben die eingesetzten Spieler der Kieler ein Durchschnittsalter von 24,9 Jahren, nur zwei Teams sind mit Braunschweig (24,3) und Nürnberg jünger (23,8) in der 2. Bundesliga.
"Es fehlt nur ein Funke, dass wir den Dreier für uns sichern. Dann haben wir nächste Woche eine kurze Woche und so viele Möglichkeiten, alles wieder ins Positive zu lenken", hofft Walter auf die Initialzündung gegen die Sachsen. Am Mittwoch wartet in der 2. Runde des DFB-Pokals die TSG Hoffenheim und sonntags geht es gegen die SpVgg Gr. Fürth weiter. Danach könnte die Welt schon wieder ganz anders aussehen.
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