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Friday, September 18, 2026

Europatour und Album: Leila Šurković ist selbstbewusster denn je

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  • Leila Šurković ist selbstbewusster geworden – und überzeugt, ihre öffentliche Aufmerksamkeit verdient zu haben.
  • Die 25-jährige Bernerin veröffentlicht ihr erstes Album und geht auf Clubtour durch Europa.
  • Vor drei Jahren sorgte sie sich noch, als queere Frau mit zwei Nationalitäten in der Öffentlichkeit anzuecken.

Was ist denn so schlimm daran, Mitte zwanzig zu sein? «Es ist halt eine megakomische Phase», erklärt die Berner Musikerin Leila Šurković 20 Minuten. Die 25-Jährige hat ihr erstes Album «20 Something is a F*cking Strange Place» getauft. Gerade gingen Freundschaften in die Brüche, einstige Klassengspändli hätten bereits Kinder und seien verheiratet, während Leila ihre erste grosse Liebesbeziehung in Songs verarbeitet.

In ihren Zwanzigern ist sie aber auch selbstbewusster geworden. Als Leila vor drei Jahren letztmals mit 20 Minuten sprach, hatte sie gerade ihre Lehre als Grafikerin abgeschlossen und mit dem Song «Gun to my head» einen Millionenhit veröffentlicht. Damals freute sie sich als junge Künstlerin über die Chance, beim Label von Herbert Grönemeyer unter Vertrag genommen worden zu sein. Gleichzeitig sorgte sich Leila, als queere Frau mit zwei Nationalitäten in der Öffentlichkeit anzuecken.

Was ist für dich an den Zwanzigern am prägendsten?

Heute ist sie überzeugt, dass sie die Aufmerksamkeit auch verdient hat und denkt gross. Auf ihrer neusten Single «Small Town Big Mouth» singt Leila: «You talk sh*t, because I wanna be famous (dt.: Du redest Sche***, weil ich berühmt sein will).»

Was hat sich bei ihr verändert? «Ich weiss mittlerweile, dass ich eine Stimme habe und es viele Menschen da draussen gibt, die mir zuhören», erklärt Leila. Dazu kommt, dass sie von ihrer Kunst lebt.

«Ich habe ein lustiges Leben»

Gerade erfüllt sich Leila einen Traum nach dem anderen: Zum einen hat sie mit einem Auftritt in Brighton die Prophezeiung ihrer Mutter erfüllt, dann hat sie ihr erstes Konzert in Sarajevo gespielt, der Heimat ihres Vaters, und dann war sie im August erstmals Headlinerin am «No Borders No Nations»-Festival in der Berner Reithalle. Zeit für Ferien bleibt ihr kaum, schliesslich macht Leila das Meiste selbst, designt ihr Merchandise, konzipiert Musikvideos und studiert ihre neue Bühnenchoreografie ein.

Sie könne sich in ihrem Kalender zwar einen Blocker eintragen, doch dann kann trotzdem alles anders kommen, was sie als freischaffende Musikerin in eine paradoxe Situation bringt. «Ich muss dann jeweils hoffen, dass keine supercoole Anfrage für diese Zeit reinkommt, sonst muss ich meine Ferien abblasen. Aber das sind schöne Probleme, ich habe ein lustiges Leben.»

«Bist du jetzt ein Superstar?» – «Vielleicht»

Auf jeden Fall ist ihr Arbeitsleben sehr viel lustiger als ihre Schulzeit. Mit ihrer Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität galt sie bei Lehrpersonen als frech und verschlief regelmässig den Unterrichtsstart. Nun ist Leila ihre eigene Chefin, strukturiert ihre Tage selbst und legt eine Zwölf-Stunden-Schicht ein, wenn sie sich verplant. «Wenn eine taffe Woche ansteht, nehme ich Medikamente», sagt sie.

«Ich habe ein lustiges Leben», sagt Leila Šurković.

«Ich habe ein lustiges Leben», sagt Leila Šurković.Yuma Greco

In einer solchen strengen Zeit befindet sie sich gerade wieder mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums und der anstehenden Clubtour, die sie im Winter von Neuchâtel nach Wien und bis nach Hamburg führt. Ihr neuer Sound ist inspiriert von den Synthesizern der 80er, vom Rock der 90er und dem Pop der 2000er. Vor allem sollen ihre Liedtexte unverfälschter nach ihr und ihre Musik professioneller klingen.

«Bist du jetzt ein Superstar?», fragte sie kürzlich ein Journalist eines Schweizer Musikformats. «Maybe», antwortete Leila und lachte, weil das natürlich übertrieben ist. Jedenfalls hat sie in der superkomischen Phase ihrer Zwanziger so viel Zuversicht wie nie.

Dario Aeberli

Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».

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