Öffentlicher Verkehr – Glarus eilt angeschlagener Standseilbahn Braunwald zu Hilfe

- Der Standseilbahn Braunwald AG fehlen bis Mitte 2027 knapp drei Millionen Franken.
- Der Glarner Regierungsrat will den Weiterbetrieb sicherstellen.
- In einem ersten Schritt erhält die Bahn 600'000 Franken.
- Das Dorf Braunwald ist nur über die Standseilbahn erreichbar.
Die Standseilbahn Braunwald AG hat finanzielle Schwierigkeiten. Das Unternehmen schreibe seit 2023 erhebliche Verluste, meldet die Glarner Regierung. Bis in einem Jahr würden annähernd drei Millionen Franken fehlen.
Nun wird sie mit Geld aus der Staatskasse unterstützt. Zunächst erhält die Bahn eine Finanzspritze von 600'000 Franken.
Die Standseilbahn ist die einzige Verbindung zwischen Berg und Tal. Sie ist damit Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes in Glarus. Das Dorf Braunwald liegt auf 1300 Metern über Meer.
Weiteres Geld wird laut Kanton «gestaffelt und bedarfsgerecht freigegeben». Der öffentliche Verkehr nach Braunwald soll so sichergestellt werden.
Bahnsanierung liegt wenige Jahre zurück
Ab 2023 wurde die bestehende Bahn für fast elf Millionen Franken saniert. Dazu gehörten eine neue Talstation sowie ein neuer Maschinenraum.
Auch das Wageninnere wurde modernisiert. Das Geld für die Sanierung stammt vom Kanton Glarus.
Trotz Modernisierung konnte die Bahn die Verluste der vergangenen Jahre offenbar nicht wettmachen. Auch die schneearmen Winter dürften eine Rolle gespielt haben. Sie brachten weniger Touristinnen und Touristen nach Braunwald.
Die Sportbahnen Braunwald, die unter anderem die Skilifte im Ort betreiben, haben ebenfalls mit dem Schneemangel zu kämpfen. Sie haben angekündigt, dass die Anlagen bereits kommende Wintersaison stillstehen. Ein Weiterbetrieb lohne sich finanziell nicht mehr.
Zwar sind Standseilbahn und Sportbahnen voneinander unabhängige Aktiengesellschaften. Wegen der speziellen Erschliessung Braunwalds sind sie aber aufeinander angewiesen.
Regierung will Aufarbeitung
Mit der Geldspritze für die Standseilbahn ist es für die Regierung nicht getan. Sie will wissen, wie es zum Millionendefizit gekommen ist. Der Verwaltungsrat müsse die finanzielle Entwicklung analysieren und bereinigen. So lautet der Auftrag.
So sah die Standseilbahn Braunwald GL früher aus
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 5. 1907 erbaut, fuhr die Bahn bis Ende der 1930er Jahren als offener Holzwagon. Bildquelle: «Foto Schönwetter» Glarus u. Braunwaldbahn.
-
Bild 2 von 5. Dieser wurde später durch einen geschlossenen Wagen ersetzt. Bildquelle: «Foto Schönwetter» Glarus u. Braunwaldbahn.
-
Bild 3 von 5. In den 1960er Jahren nahmen neue Wagen ganz in Rot ihren Betrieb auf. Bildquelle: «Foto Schönwetter» Glarus u. Braunwaldbahn.
-
Bild 4 von 5. Sie wurden 1997 durch gelbe und blaue Kabinen ersetzt, welche die beiden Orte Linthal und Braunwald miteinander verbinden. Bildquelle: Fred Barbier, Braunwald.
-
Bild 5 von 5. Heute ist die Standseilbahn Braunwald in den offiziellen Farben des öffentlichen Verkehrs im Kanton Glarus unterwegs. Bildquelle: Braunwaldbahn.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
Die Standseilbahn Braunwald ist regelmässig im Zentrum politischer Diskussionen. Zuletzt ging es um die Frage, ob sie durch eine Gondelbahn ergänzt werden soll.
Das Vorhaben scheiterte an den Kosten und auch an der Glarner Landsgemeinde. Die Erschliessung per Standseilbahn ist nun im Gesetz festgeschrieben.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.